Wie wird sich die Bundeswehr in den künftigen 50 Jahren entwickeln?

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4 Antworten

Eine sehr komplexe Fragestellung - aber ich versuch's mal :-)

1. Möglichkeit (realistisch):

Die Bundeswehr entwickelt sich in den bestehenden Strukturen (NATO/EU) weiter und wird in etwa ähnlich aufgebaut sein wie heute. Da viele momentan geplante bzw. im Zulauf befindliche Waffensysteme sehr lange im Einsatz sein werden, kann hier zumindest in einigen Sparten schon grob bis 2050 geplant werden (z.B. die Fregatten vom Typ MKS 180 oder der Spz Puma). In diesem Fall wird sich nicht viel ändern, für wahrscheinlich halte ich auf absehbare Zeit aber eine Reduzierung bzw. Wegnahme der Beschränkungen von Bw-Einsätzen im Inland. Die Zeiten ruhiger Grenzen sind wohl auf lange Zeit vorbei. Dabei wird die Ausrüstung sicher immer komplexer (=teurer) werden und die Truppenstärke weiter sinken (ich halte in einigen Jahrzehnten eine Zahl zwischen 150.000 und 100.000 Soldaten für wahrscheinlich, weil Professionalisierung immer mehr an Bedeutung gewinnt). Eine Wiedereinsetzung der Wehrpflicht halte ich aus genau diesem Grund für äußerst unwahrscheinlich, auch wenn es an der NATO-Ostgrenze evtl. noch lange weiterbrodelt. Dass Teile dieser Bundeswehr irgendwann unter EU-Kommando stehen werden bzw. sich nationale Truppenteile anderen Ländern unterstellen (wie es zu D und Polen in den nächsten Jahren tun werden), ist realistisch.

2. Möglichkeit (eher unrealistisch, aber möglich):

Die Bundeswehr geht vollständig oder zumindest zum größten Teil in einer EU-Armee auf. Damit wäre die Sicherheitspolitik nicht länger ein nationales Problem, sondern ein europäisches. Die bereits in anderen Antworten angesprochene Spezialisierung nationaler Kontingente wäre eine logische Folge - für Deutschland lägen aufgrund der Erfahrung in diesen Bereichen die spezialisierte Infanterie (Gebirgs- und Fallschirmjäger) und v.a. die Panzertruppe wohl im Fokus des deutschen Beitrags. Da aber die EU (wie auch bereits genannt) momentan wenig Geschlossenheit und politische Beständigkeit zeigt, halte ich dieses Szenario für wenig realistisch.

3. Möglichkeit (unrealistisch):

Die Bundeswehr verlässt die NATO als System kollektiver Sicherheit und müsste sich zum ersten Mal in ihrer Geschichte als rein nationale Streitmacht neu strukturieren. Ein solcher Schritt wäre nur durch Wahlerfolge neuer - entweder links- oder rechtslastiger - politischer Kräfte denkbar, da die etablierten Parteien das transatlantische Bündnis als festen Eckpfeiler ihrer Politik sehen. Die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht oder die Schaffung eines milizartigen Systems könnten die Folge sein, da die Bundeswehr in ihrer jetzigen Struktur nur als Bündnisarmee (also zusammen mit Verbündeten) zur Landesverteidigung einsetzbar ist. Um das Gebiet der BRD alleine effektiv verteidigen zu können, wäre eine Einsatzstärke von mindestens 500.000 Soldaten notwendig, eher noch mehr. Eine solche Zahl an verfügbaren Reservisten wäre ohne Wehrpflicht kaum zu stemmen.

4. Möglichkeit (völlig unrealistisch):

Deutschland schafft sein Militär (evtl. mit Ausnahme einiger Spezialkräfte) ab. Auch dies wäre vermutlich nur durch Austritt aus der NATO, wenngleich außen- und sicherheitspolitisch nur durch Übergabe der Verteidigungsverantwortung an ein Partnerland möglich. Ein Land von der Größe und internationalen Bedeutung Deutschlands ohne Militär wäre beispiellos in der Geschichte, in meinen Augen auch verantwortungslos. Wer keine eigene Armee unterhalten will, unterhält bald eine fremde.

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Das Ziel ist eine europäische Armee zu besitzen, in der nicht jedes Mitgliedsland alles vorhalten muss ( Heer/Luftwaffe/Marine) sondern das man sich auf eine Fähigkeit spezialisiert. Es kann also passieren, das Frankreich sich auf Marine spezialisiert und vllt noch auf die Luftwaffe aber dafür das Heer reduziert und vllt seine Panzer abschafft im Gegenzug wird dann ein Land ohne Meeranschluss sich auf das Heer und panzertruppen spezialisieren.
In dieses Ziel umgesetzt werden kann ist fraglich. Da die Europäische Union sich auf eine Spaltung zu bewegt.

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Unter dem Eindruck der derzeitigen Flüchtlingskrise sehe ich die EU eher zerfallen:

Alle Staaten denken nur an sich, obwohl gerade unsere lieben Osteuropäer die Mrd. € an Subventionen unter dem Gesichtspunkt der europäischen Solidarität immer gerne angenommen haben. Jetzt werden in allen Ländern rechtsnationale Parteien stark und teilweise sogar gewählt. Diese Parteien hetzen offen gegen Schwule, Ausländer, Flüchtlinge und die EU. In England ist dieser Prozess schon lange zu sehen, in Ungarn haben wir schon länger so eine Regierung, in Polen zeichnet sich gerade eine ähnliche Regierung ab, bei uns gewinnt die (inzwischen stark nationalistische) AfD stark dazu usw.

Ich sehe uns innerhalb der nächsten 50 Jahre eher wieder Krieg in Europa führen, wenn die derzeitigen Entwicklungen anhalten. Die Menschen in Europa haben halt alles vergessen bzw. in Geschichte immer geschlafen, wie es scheint.

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die Bundeswehr wird eine islamische Armee sein. Und sehr bunt gemischt. 

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Kommentar von Ofleix
25.10.2015, 07:22

nein, nur deutsche dürfen soweit darein

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