Wie wird Nektar produziert?

...komplette Frage anzeigen

1 Antwort

Wie kommst Du darauf, dass Nektar aus Fruktose besteht? Weiterhin erscheint mir ein Zuckergehalt von 5% deutlich zu wenig. Wie sollen den Pflanzen mit einem derart dünnen Zuckerwasser Insekten zur Bestäubung anlocken? Honigbienen z.B. nehmen Zuckerlösungen mit einem Zuckergehalt von unter 18% überhaupt nicht mehr als süß wahr. Ebenso erscheint mit ein Zuckergehalt von 80% sehr unrealistisch.

 Prüfe mal bei Gelegenheit Deine Informationsquellen.   

hey danke-... ähm ich habe echt nichts besseres gefunden. kennst du dich denn aus?

0
@mesecina

Ein wenig kenne ich mich aus, obwohl Botanik nie mein Studienschwerpunkt war :-)

0
@mesecina

Pflanzen produzieren in ihren grünen Pflanzenteilen mit Hilfe des Chlorophylls und des Sonnenlichts aus Kohlendioxid und Wasser Glukose. 6 H2O + 6 CO2 + Licht = 6 O2 + C6H12O6 Wasser + Kohlenstoffdioxid + Licht = Sauerstoff + Glucose

Übersetzt bedeutet dies: Die Pflanze benötigt sechs Moleküle Wasser + sechs Moleküle Kohlenstoffdioxid und Licht. Daraus entstehen in einem chemischen Prozess sechs Sauerstoffmoleküle und Glucose. Glucose ist ein Traubenzucker, den die Pflanze als Ausgangsstoff für die Synthese von Fetten und Eiweißstoffen nutzt. Die sechs Sauerstoffmoleküle sind nur das "notwendige Übel" für die Pflanze, den sie über die Schließzellen an die Umwelt abgibt.

In den sog. Siebröhren fließt der Zucker zurück in die Pflanze, welche aus der Glukose andere Zuckerarten, Stärke und Zellulose aufbaut. Ein Teil des Zuckers wandert bei den Blütenpflanzen in die Nektarien der Blüten, um damit Bestäuber anzulocken. Blütennektar enthält nicht nur Glukose, sondern eine Mischung von verschiedenen Zuckersorten. In den meisten Blüten überwiegt dabei der Rohrzucker (Saccharose). Trauben- und Fruchtzucker sind ebenfalls vorhanden, aber in viel geringeren Mengen. Der Nektar soll dabei nicht nur Insekten zum Bestäuben anlocken, sondern je nach Pflanzenart werden auch Vögel und Säugetiere als Bestäuber angelockt. Blüten, die von Insekten bestäubt werden, enthalten hauptsächlich Rohrzucker. Dagegen locken Blüten, die vorwiegend von Vögeln wie Zilpzalp, Blaumeise, Kanarienvogel und Mönchsgrasmücke besucht werden, vor allem mit Trauben- und Fruchtzucker. Für diese Vögel ist der Nektar nur eine kleine Schleckerei; sie ernähren sich eigentlich von Insekten und Samen. Die Blüten jedoch sind für ihre Bestäubung auf die Besuche der Vögel angewiesen.

Beim Anlocken der Insekten müssen die Pflanzen eine Gratwanderung vollziehen. Einerseits muss der Nektar so zuckerreich sein, dass Insekten überhaupt angelockt werden, andererseits darf aber nur wenig Zucker gespendet werden, damit die Insekten möglichst viele Blüten besuchen und somit die Bestäubung erst möglich machen. Da Zuckergehalte unter 15% von vielen Insekten nicht mehr attraktiv genug sind bzw. überhaupt nicht mehr als süß wahrgenommen werden, enthalten die meisten Blütennektare um die 20 % Zucker. Zu hohe Zuckergehalte sind wegen der erhöhten Viskosität des Nektars für die Insekten ebenfalls schwierig zu bergen, weshalb die Zuckerkonzentration meist nicht über 50% beträgt.

0

Was möchtest Du wissen?