Wie wird man Katzen Züchter mit Papieren?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Coooni,

eins muss dir völlig klar sein. Mit einer Zucht, kann man KEIN Geld verdienen, man zahlt eher drauf !

Hier kannst du mal gaaaanz Ausführlich, auch zum Thema Kosten lesen:

https://melsmeldung.wordpress.com/diskussionen/mythos-rassekatzen-die-wahrheit-uber-zuchter-kosten-papiere-und-deren-standarts/

Zuerst solltest du mal wissen, mit welcher Rasse du überhaupt Züchten möchtest. Dann mal abklären, ob es in deiner Gegend schon Züchter gibt und wie viele. Denn du musst bedenken, wenn in deinem Umkreis schon 10 Züchter z.B. von Maine Coon vorhanden sind, solltest du besser eine andere Rasse züchten. Dann solltest du dich mal bei diversen Zuchtvereinen umschauen, denn jeder Verein hat auch seine Zuchtregeln und Preise. Aber auch hier musst du aufpassen. Es gibt sehr gute und sehr schlechte Vereine.

Hier mal eine Liste, mit GUTEN Zuchtvereinen:

https://www.vom-taubertal.de/blog/katzenvereine-deutschland-oesterreich/

Und noch ein bisschen Info, was man zur Zucht Wissen sollte:

Züchter sind für den Rassenerhalt Zuständig.

Fakt ist: Eine seriöse Zucht ist es erst dann, wenn

  • diese einem eingetragenen Verein zugehörig ist, denn es gibt Zuchtrichtlinien die eingehalten werden müssen und Überprüft werden.
  • die Cattery registriert ist, man also als Züchter auch selbst eingetragen ist
  • im günstigen Fall einen Mentor zur Seite steht
  • die Katzen über lückenlose Stammbäume verfügen
  • die Katzen alle tierärztlichen Untersuchungen, insbesondere auch auf Rassespezifische- und Erbkrankheiten verfügen
  • das alles Problemlos nachgewiesen werden kann

Gibt es das alles nicht, zählt man als Vermehrer ! Und die Katze gilt „nur“ als ein Mix !

Züchter stecken enorm viel Aufwand in ihre Arbeit. Ein Züchter muss z.B.:

  • Kenntnisse in Anatomie vorweisen
  • medizinisches Grundwissen vorweisen
  • Kenntnisse des Rassestandards haben
  • über Grundwissen in der Vererbungslehre verfügen
  • über Umfangreiches Wissen in Zuchtgenetik
  • Fortpflanzungs- und
  • Aufzuchtsmedizin und bilden sich darin auch weiter.

Das sind unabdingbare Voraussetzungen !

Die Tiere müssen regelmäßig und nachweisbar, tierärztlich Versorgt werden.

Alle Tiere werden auf:

  • Zuchttauglichkeit getestet
  • Regelmäßige Bluttests
  • Ultraschalle
  • DNA-Tests
  • Tests auf Erbkrankheiten und Rassespezifische Erkrankungen

Das ist was völlig anderes, als mal eben zum TA zu gehen. Und hier wird wirklich noch vieles, vieles mehr gemacht.

Kaufpreis, warum so teuer ?

Die Summe ist KEIN Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr.

Sie setzt sich aus dem zusammen, was die Tiere an Versorgung schon bekommen haben. Züchter machen, für den Rassenerhalt, einige wichtige Tests. Rassenspezifische Erkrankungen und einige Erbkrankheiten werden so dezimiert, da mit kranken Tieren auch NICHT weiter gezüchtet werden darf. Es wird z.B. getestet auf

  • HCM (Hypertrophe Kardiomyopathie = Herzerkrankung durch Vergrößerung eines Teiles des Herzens, meist der linken Herzkammer )
  • BEAR-Test (Taubheit bei weißen und Bicolor-Katzen)
  • HD (Hüftdysplasie, Missbildung des Hüftgelenkes)
  • PKD (Polycystic kidney disease = Zysten in den Nieren)
  • PRA (Progressive Retina Atrophie = fortschreitende Verkümmerung der Sehzellen in der Netzhaut)
  • Verkümmerung oder Fehlen des Tapetum lucidum und Schielen (Untersuchung der Augen mit einem Ophthalmoskop)
  • Pyruvatkinase-Defizienz (Fehlen des Enzyms Pyruvat-Kinase in den roten Blutkörperchen)
  • Glykogenspeicherkrankheit Typ IV (GSD-IV) (Fehlfunktion des Glukosestoffwechsels)

Im weiteren erhält das Tier die ersten Impfungen, wird einmal Entwurmt und wird gechipt. Und in der Regel werden keine unkastriete Tiere ausgestellt, bzw. NUR mit Auflage, Nachweisbar, bis zum Zeitpunkt XY Kastrieren zu lassen. Dies wird auch oft in Schutzverträgen festgelegt.

Mit der Schutzgebühr soll auch eine unüberlegte, voreilige Entscheidung sich eine Katze an zu schaffen, vermieden werden. Wer nicht bereit ist, eine Schutzgebühr zu zahlen, hat Erfahrungsgemäß auch kein Interesse, sein Tier Artgerecht und vernünftig zu versorgen.

Alles Gute

LG

Woher ich das weiß:Beruf – Tierschutz, priv. Pflegestelle & habe seit 40 Jahren Katzen

Eine tolle Antwort.

Zum Thema Schutzvertrag möchte ich noch etwas hinzufügen. Schutzverträge gibt es aus rechtlicher Sicht nicht- ein Schutzvertrag ist nichts anderes als ein normaler Kaufvertrag und bietet der verkauften Katze keinen Schutz. Kastrationsklauseln werden häufig ignoriert und es ist schwer, sie im Nachhinein gerichtlich durchzusetzen.

Also sollte jeder Tierschützer oder Züchter ganz genau hinschauen, wohin die Katze kommt und möglichst nur kastrierte Tiere abgeben (außer man verkauft ein Zuchttier an einen Züchter).

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Vielen lieben DANK für den Stern :-)

Alles Gute
LG

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Erkundige dich über einen Zuchtverein in deiner Gegend. Da wird dir geholfen.

Auch Züchter können vermehrer sein,

Ich hab da grad ein Video gesehen wie leicht das ist welche zu bekommen

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@Coooni

Man kann ja praktisch einen eigen Verein gründen

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@Coooni

Die in einem seriösen Zuchtverein sind keine "Vermehrer ". Oder frage beim Tierarzt nach, die kennen bestimmt welche.

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Du musst ´ne Rassekatze haben mit den entspr. erstklassigen Papieren! Alles andere sin betrügerische Vermehrer!

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