Wie wird man herzlos/gefühlskalt?

14 Antworten

Man kann einserseits, und das ist die häufigste Ursache, durch eine schlimme Kindheit/ Jugendzeit gefühllos oder auch "herzlos" werden.

Wie meine Vorgänger schon beschrieben auch durch Mobbing, Vernachlässigungen uvm. Aber es sind nicht nur die Erfahrungen die einen im Erwachsenenalter oder schon früher gefühlskalt werden lassen, die man vor Jahren gemacht hat.

Es können auch aktuellere Ereignisse sein, wie z.b. schief gegangene Beziehungen, ein schlechtes Arbeitsumfeld etc. die einen Gefühlskalt machen können.

Aber auch und das vergessen viele: Es müssen nicht immer Erfahrungen oder bestimmte Ereignisse sein. Es kann genauso eine psychische Erkrankung dahinter stecken wie z.B. starke Depressionen, Persöhnlichkeitsstörungen (z.B. Borderline P., Dissoziale P....) oder auch die Schizophrenie.

Es gibt also viele mögliche Ursachen/ Gründe, um nach außen hin gefühlskalt zu wirken.

Manche Menschen können aber auch z.B. Gefühlskalt wirken, weil sie u.a. nie gelernt haben, mit Gefühlen umzugehen un diese auch adequat durch gestik und Mimik auszudrücken und dies auch andersherum richtig zu deuten und zuzuordnen.

Soll toll formuliert! Respekt!!!!

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@MiaDoni2009

Ich gebe mir Mühe, eine Antwort so gut zu geben, wie ich es kann. Und da ich in der Pflege, also im medizinischen Bereich tätig bin und mich auch sonst sehr für Psychologie interesiere, kann ich auch manchmal was beisteuern, das dem/ der Fragesteller/ in hoffentlich hilft.

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Denke, das wird nie ohne eine drastische Vorgeschichte passieren. Es handelt sich dabei um einen Verdrängungsprozess, bei dem man Gefühle ausblendet, weil es einem als das kleinere Übel erscheint, nichts mehr an sich heranzulassen, als immer wieder tief verletzt zu werden. Das passiert natürlich alles unbewusst, und ist daher auch nicht leicht rückgängig zu machen. 

Also kann es sein, wenn man einfach total enttäuscht wurde, (also nichts wirklich "großes") nicht mehr dieses Gefühl haben will verletzt zu werden, und man es einfach verdrängt?

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@Razuya

Durchaus kann man auch durch ein sehr reizloses Leben gefühlskalt werden. Aber dies ist eher unwahrscheinlich weil man jeden Tag milliarden von Reizen ausgeliefert ist (auch in der Gefühlswelt eines Menschen). Selbst wenn man dich in eine dunkle Gummizelle stecken würde, würdest du verschiedene Gefühle entwickeln, weil dein Hirn einfach darauf programmiert ist.

Um durch Enttäuschungen chronisch gefühlskalt zu werden braucht es schon sehr viele Enttäuschungen, und zwar so viele, das sie die guten Erfahrungen von Vergangenheit und Gegenwart über einiges überwiegen. Und dies passiert eher selten. Denn ein gefühlkalter Mensch empfindet gar keine Gefühle mehr und wird dieses Symptom auch nicht ohne jeliche Therapie wieder los. Nicht zu verwechseln von einem gefühlsarmen Menschen. Dieses Symptom legt sich für gewöhlich nach einer gewissen Zeit, wenn die Person wieder genügend positiven Reizen und Glücksgefühlen/- momenten ausgesetzt wird. Das regeln dann deine Hormone, besser Botenstoffe, dass du wieder glücklich sein kannst. Für Glücksgefühle ist z.b. der Botenstoff Dopamin im Gehirn zuständig. Bei gefühlskalten Menschen z.B. verkümmern die Rezeptoren, an denen das Dopamin andocken kann und seine Wirkung entfalten kann und die Produktion des Dopamins wird gekürzt. Der Körper produziert nichts, was er nicht auch benötigt. Was wir doch für einen schlauen Körper haben, nech?^^

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@Razuya

Ja, kann schon sein. Es kommt nicht darauf an wie "gross" das Ereignis war, sondern wie schmerzhaft es subjektiv empfunden wurde. 

Wobei, wenn man bereits bei einer Lappalie in diesen Zustand gerät, wäre das schon Zeit, sich mal um psychologische Hilfe zu interessieren. 

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die 2 begriffe sind bewertungen, die normalerweise von einem menschen über einen anderen ausgesprochen werden.

dazu gehört dann, dass dieses urteil falsch sein kann.

nur weil einer einen anderen als herzlos bezeichnet, muss dieser das nicht auch sein; es geht genauso, dass der andere mit der situation nicht klar kommt, es also eigentlich sein defizit ist.

ansonsten könnten gefühle verflachen z.b. im rahmen von depression. nach einer gehirnverletzung kann es zu apathie kommen- man kann nichts mehr tun. oder man hat eine falsche bewertung von situationen gelernt - wenn jemand beigebracht bekommt, dass gewalt normal ist, wird er sich auch nicht darum scheren, wie es einem gewaltopfer geht.

gefühle können als verschwinden oder sie waren nie da.

Einige Menschen werden gefühlskalt, nachdem sie ein extremes Trauma erlebt haben, und sich eben dadurch schützen. Soziopathen sind nicht ohne Gefühle geboren, sondern dazu gemacht. Bei Depressionen passiert das oft auch, dass man seine Gefühle nur noch sehr gedämpft empfindet.

Gefühlskälte und Herzlosigkeit resultieren immer aus eine Art der Aggression. 

Dementsprechend können sich derartige Gefühle auch später entwickeln.

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