Wie wird man ein guter Synchronsprecher?

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3 Antworten

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Es gibt kein Studium dafür (sofern man Privatschulen (berrechtigt) ausklammert). Allerhöchstens ist das Synchronisieren ein Teil einer Arbeit bei einer Arbeit für ein Studium in der Design- oder Medienbranche. Also Teil deines selbstständigen Werkes oder das komplette neue Vertonen einer Szene oder eines Kurzfilmes als Projekt für ein Studium. 

Es gibt Castings, meistens offene Castings, oft aber auch nur für eingeladene, bereits tätige Sprecher. Diese Castings sind meistens nur für Ensemble/Menge, sprich all das, was man nur sekundär wahrnehmen soll, ob das nun in der Stadt ist mit mehreren Leuten auf der Straße, oder ein Stadion, oder wie auch immer. Mit so etwas fängt man an, besonders wenn du keine Ausbildung hast. 

Für gewöhnlich ist es so, dass die meisten Sprecher eine Schauspielausbildung abgeschlossen haben und meistens auch nur nebenbei als Synchronsprecher tätig sind oder zumindest Schauspiel und Synchron zu gleichem Teil betreiben. Es gibt zwar auch viele, die das hauptberuflich machen, die sind dann aber entweder sehr lange im Geschäft, sind Stammstimmen bestimmter Schauspieler, haben nen besondere Klang der Stimme oder sind in Synchron noch anderweitig beschäftigt, zum Beispiel für Hörspiele oder die Synchronregie/ das Dialogbuch. 

Und nein, man wird vom Sprechen nicht reich. Es gibt zwar welche, die davon gut leben können, aber die meisten sind eben entweder noch Schauspieler oder haben eine andere abgeschlossene Berufsausbildung/ein zweites Standbein. Und berühmt wirst du damit auch nicht falls du das wollen würdest. Über die meisten Sprecher ist wenig bekannt und die meisten sind auch sehr medienscheu. Es wurde überhaupt vor kurzem erst vor Gericht verhängt, dass Sprecher in Vor-oder Abspann namentlich erwähnt werden müssen, das war vorher nicht so (Ende 2015 war das). 

Und nein, man bewirbt sich nicht bei Firmen, den Synchronstudios handeln im Auftrag von Sendern oder Verleihern, sprich diese sind nicht selbständig und haben daher auch keine festen Sprecher angestellt, sonder diese werden meistens über Agenturen gebucht und bleiben dann eben meistens in den Karteien der Studios, um wieder aus sie zurückgreifen zu können. Man hat auch kein "Vorstellungsgespräch", sondern eben entweder ein offenes Casting (oft auch für Kinder, die ja sowieso meistens unerfahren sind) oder eben ein Casting zwischen etablierten Sprechern, in dem es darum geht, welche Stimme am besten auf die Figur passt. 

Wenn du das irgendwann mal professionell machen wollen würdest, solltest du sehen, dass du in eine der Städte unterkommst, in der die Branche hauptsächlich vertreten ist. Nahezu alles an Film und Fernsehen, was synchronisiert wird, wird hauptsächlich in Berlin, allerdings auch in München und Hamburg produziert. 

Kinder sind da meistens ein Sonderfall, da in dem Alter natürlich keine mehrjährige Schauspielausbildung erwartet werden kann. Allerdings sind diese dann meistens noch jünger, mit 16 gilt man da nicht mehr als Kind, weil, gerade bei weiblichen Sprecherinnen, die Stimme meist schon ausgereift ist. 

Allerdings bezeichnen viele das als ihren Traumberuf, oft wird danach gefragt, es ist aber leider knallhart, schlecht bezahlt, viel Qualität in wenig Zeit und geht eben stark von dem weg, was man vielleicht als Fandubber kennt. 

Trotzdem solltest du selbständig an deiner Sprache, an deinem Stimmtraining etc. arbeiten, sie zu verstellen, natürlich zu bleiben, mit deiner Stimme arbeiten können, sie beherrschen und wissen, was sie kann und wie. Am besten in der Freizeit selbst versuchen, mal eine Fan-Synchro anzufertigen, um die Erfahrung zumindest schon mal zu haben.

Anbei noch: Ein Sprecher kann nicht sagen "ich will diese Rolle sprechen". Sprecher werden, wie oben beschrieben, entweder gecastet, oder direkt kontaktiert. Die einzige Freiheit ist, dass du ablehnen kannst, was die wenigsten machen. Du wirst aber als regulärer Sprecher nie in die Situation kommen, die auszusuchen, wen du sprichst.

Die Einschätzung der eigenen Stimme ist auch so eine Sache. Auf solche Aussagen verlässt sich kein Studio, sofern nicht schon mit entsprechender Person gearbeitet wurde oder Sprachproben vorliegen, schon gar nicht, wenn keine Ausbildung vorhanden ist. Es ist nun mal Tatsache, dass man das "professionelle" Sprechen eben daran erkennt, ob jemand Schauspielausbildung oder zumindest ein Sprechtraining absolviert hat.

Ich würde einen anderen Beruf erlernen und mich nebenbei als Synchronsprecher bewerben.
Es ist ein Job, von dem man nicht so einfach leben kann, wenn man nicht gerade viele Anfragen zu größeren Projekten bekommt.

Am besten Du übst täglich an Deiner Sprache, Klangfarbe etc. pp.
Vielleicht synchronisierst Du ja einfach mal einen Charakter Deiner Wahl und lädst das Ganze auf Youtube hoch, um Rückmeldung zu bekommen.
Außerdem hat es den Vorteil, dass Du "Erfahrung" vorweisen kannst - zumindest geringfügig.

Gehe auch auf Castings und strebst eine Schauspielausbildung an.

In der gesamten Filmbranche läuft (leider) ganz viel über Connections.
Die meisten sind bereits von klein auf durch ihre Eltern oder andere Verwandte dabei oder waren bereits anderweitig im Fernsehen zu sehen.
Aber es werden hin und wieder Persönlichkeiten entdeckt.

Versteh mich nicht falsch, ich möchte Dich nicht davon abbringen. Nur sei Dir bewusst, dass es sich wirklich schwierig gestalten kann, überhaupt erst da reinzukommen.
Ist so 'n bisschen wie 'n VIP-Club. Da kommst Du nur rein, wenn man Dich schon kennt oder Du eine gewisse Besonderheit hast oder einen bestimmten Typ-Mensch verkörperst, der gefragt ist.

Wie dem auch sei, probier Dich aus, mach alles in der Richtung, was Dich reizt und lass Dich nicht davon abbringen.
Sammle Erfahrungen, lerne Gleichgesinnte kennen, den Spaß daran bringst Du ja schon mit!

Viel Erfolg :)

MarkTheDemon 06.07.2017, 23:07

Weißt du ungefähr, wie man am besten den Dialekt ablegt und fließend Spricht?:) also so wie Synchronsprecher..

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