Wie wird man Autosuggestionen wieder los?

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3 Antworten

Das von Dir beschriebene Phänomen ist weit verbreitet und wahrscheinlich ziemlich normal. Was da passiert, ist eine Verschiebung des Fokus' auf die beschriebenen Symptome. Ganz ähnlich sieht man auf der Straße plötzlich viel mehr pinke VW-Käfer, wenn man sich grade selbst einen zugelegt hat oder dies "akut" beabsichtigt. Und wenn Du nun weißt, dass bei Borreliose "grippeähnliche Symptome" auftreten können, dann beobachtest Du Deinen Körper natürlich ganz besonders dahingehend - der Fokus ist verschoben auf "grippeähnliche Symptome". In der Folge - durch das Mehr an Aufmerksamkeit - wirst Du nur logisch auch mehr finden. Grade bei Borreliose ist das naheliegend, da die einzelnen Borreliose-Symptome so schrecklich unspezifisch sind. D.h. es gibt ständig etwas zu finden, was auf Borreliose hindeuten könnte - aber eben auch auf 1001 andere Dinge.

Ob es nun echte Symptome sind oder nur verstärkt wahrgenommene NICHTs, kannst Du dadurch herausfinden, in dem Du jedes Symptom wie einen guten alten Freund begrüßt. Danke jedem Symptom dafür, dass es Dich infomieren möchte. Sag ihm, dass Du es verstanden hast und dass es wieder aufhören kann.

Alternativ könntest Du zu einem Hypnosetherapeuten gehen. Der ist darauf spezialisiert, unerwünschte Gedanken oder Gefühle durch erwünschte zu ersetzen.

Wenn es - so oder so - nicht verschwindet, möchte ich Dir raten, Deinen behandelnden Arzt über hinzukommende Symptome zeitnah zu unterrichten.

Mathiola 26.01.2013, 18:54

Ich habe auch schon an Hypnosetherapie gedacht. Woran erkennt man einen seriösen Therapeuten? Leider ist mein Kopf noch ganz verdreht wegen einer Therapie, wo heimlich mit NLP gearbeitet wurde. Ob dann Hypnose das Richtige ist? Oder genau das Richtige um es mit ähnlichen Mitteln wieder hinzukriegen. Vielleicht bin ich deshalb anfällig für Suggestionen?

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HerzKasper67 26.01.2013, 23:02
@Mathiola

Wir sind alle "anfällig" für Suggestionen, und wir sind ihnen täglich ausgesetzt. Es kommt auf die Akzeptanz an, die in einem therapeutischen Setting sicherlich ziemlich hoch sein dürfte - damals wie heute.

Heimlich mit NLP gearbeitet? Ich glaube, ich muss hier mal etwas klarstellen. NLP ist genau so gut oder böse wie der Bohrer beim Zahnarzt; in den richtigen Händen ist er der "Heilsbringer", in den falschen ein Folterinstrument. NLP klingt zwar sehr modern, ist aber eigentlich ein ganz alter Hut - zusammengebastelt aus alten psychologischen Werkzeugen bzw. Erkenntnissen. Wenn ein Psychotherapeut NLP anwendet, dann macht er das zum Wohle des Patienten. Ganz bestimmt ist es in keiner Weise schädlich. Man könnte auch sagen, dass jeder Psychotherapeut Tools benutzt, die AUCH Bestandteil des NLP-Werkzeugkoffers sind. Ob er diese nun im Zuge seines Psychologiestudiums oder einer expliziten NLP-Ausbildung erlernt hat, ist eher nebensächlich.

In Verruf geraten ist NLP vor allem durch die Art der Manipulation, die ohne das Wissen des "Manipulierten" und vor allem im Sinne und zum Wohle des Ausübenden praktiziert wird, wie z.B. dem Autoverkäufer, der ganz bewusst versucht, sich das Vertrauen des potentiellen Kunden zu erschleichen, um ihm ein Auto zu verkaufen, das grade weg muss, anstatt eines, das den Kunden glücklich machen würde.

Insofern brauchst Du weder vor NLP noch vor Hypnose zurückschrecken bzw. irgendwelche Bedenken haben, wenn es im therapeutischen Setting zur Anwendung kommt.

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Mathiola 26.01.2013, 23:28
@HerzKasper67

Danke für die Antwort. Schwarze Schafe gibt es halt überall,leider.

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Ich denke vor allem, indem man aufhört, sich auf Symtome zu konzentrieren. Es gibt doch so viele schoene Dinge im Leben, auf die man sich konzentrieren könnte. Die Natur, nette Menschen, Spass an Bewegung, Unterhaltungen. Aber stattdessen konzentriert man sich darauf, was für Anzeichen von Krankheiten man haben könnte. Manche haben Angst zu sterben oder schwer zu erkranken, dabei leben sie doch gar nicht wirklich. Das finde ich immer sehr schade. Ich glaube halt nicht, dass man an irgendwas nicht denken kann. Je mehr man das will, umso mehr denkt man doch dran. Darum kann ich Dir nur raten, versuche Dich auf das Leben und auf das positive im Leben zu konzentrieren und daran zu denken. Und versuche nicht, ständig zu überprüfen, was für Symptome echt sind von Krankheiten und was Du Dir wegen der vielen Erzählungen nur einbildest. Man kann das nicht überprüfen und man muss das auch nicht überprüfen. Wenn Du dran denkst, dann such _Dir was anderes, was Du schön findest und magst, einen Tag am Strand, die warme Sonne auf der Haut, Meeresrauschen z.b. und konzentriere dich da drauf, so gut Du kannst. Wenn Dir das gut genug gelingt, dann empfindest du auch keine Symptome von anderen mehr.

Du musst es annehmen, dann wandeln sie sich um. Die Angst vor der Angst ist das Problem. Wenn du sie annimmst, geht die Angst weg und wird dann transformiet. Oder du änderst automatische Reaktion und wandelst es in etwas bequemeres um und wiederholst das stätig damit das zur Gewohnheit wird, aber dann hast du das ständig, wenn du von Symptomen hörst also besser gleich an der Wurzel packen und einfach zulassen, dann hat es keine Macht über dich. Ist sehr schwer am Anfang, lässt aber nach einer Weile nach.

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