Wie wird in der Psychiatrie mit einem Patienten umgegangen, also wird man behandelt wie ein "irrer" oder wie ist es dort,hat vielleicht auch jemand Erfahrung?

12 Antworten

Eine Psychiatrie ist nichts Anderes als ein Krankenhaus! Behalte Dir diese Tatsache bitte im Gedächtnis!

Bitte verwirf alle Vorurteile und Klischees gegenüber Psychiatrien, da gibt es die wildesten Geschichten, die aber leider alle so verallgemeinert und verändert werden, dass sie einfach nicht mehr der Realität entsprechen.

Irre ist ein starkes Wort. Genauso wie geisteskrank oder psychisch gestört. Wenn wir uns mal vor Augen führen, dass das für jeden, der an einer psychischen Erkrankung leidet (und sei es "nur" eine Depression), so ist ein großer Teil aller Menschen geisteskrank. Klingt natürlich absolut bizarr.

Aber weg von den Begriffen. Da einem Klinikaufenthalt bei psychischen Erkrankungen meist eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung oder eine besondere Schwere der Erkrankung zugrunde liegt, wird dort wie in Krankenhäusern für körperliche Erkrankungen eigentlich fast immer medikamentös behandelt. Eine Medikation bringt schlichtweg meist viel schneller eine Verbesserung mit sich als eine Gesprächs- oder Verhaltenstherapie. Psychotherapien sind meist eher für Menschen angebracht, die noch ein relativ normales Leben führen können (möglicherweise auch parallel zu einer medikamentösen Therapie) und dann eben ein oder mehrmals pro Woche eine Stunde lang mit ihrem Psychotherapeuten sprechen. Aber sie dauern leider auch relativ lang, monate- bis jahrelange Psychotherapien sind keine Seltenheit. Und da man Patienten in einer Klinik nicht unbedingt zumuten will, über Monate oder Jahre im Krankenhaus bleiben zu müssen, wird eben dort meistens zu Medikamenten (Antidepressiva) gegriffen, da dauert es ein paar Wochen, bis sie anschlagen und helfen.

 Aber die Behauptung, dass Patienten in einer Psychiatrie schlecht behandelt werden, stimmt nicht. Gerade im psychiatrischen Bereich sind diverse Begriffe leider extrem vorurteilbehaftet - ich meine, an was denkst Du, wenn Du das Wort "psychiatrische Anstalt" hörst? An was bei "Klinik" oder "Krankenhaus"?

Die mit den Wörter in Verbindung gebrachten Bilder und Gefühle sind meistens schlecht - grundlos. Eine Psychiatrie ist nichts Schlimmes, dort wird man nicht sein Leben lang eingesperrt und angekettet, nein, einfach nein. Aber bis diese Klischees und Vorurteile beseitigt sind, wird noch viel Zeit vergehen.

Ich wünsche Dir und Deiner Freundin alles Gute.

@Williberg
Dein Beitrag liest sich wie eine Werbebroschüre der Betreuungsindustrie,
Tatsächlich trifft genau das Gegeteil zu, so wie es immer wieder von Betroffenen berichtet wird,
Es handelt sich um ein mörderisches System, in dem sich viele Beteiligte mit Menschenhandel eine goldene Nase verdienen.
Es geht darum Menschen, eine psychiatrische Krankheit anzudichten, um sie dann anschließend nach Strich und Fadeen auszuplündern.
vfl. hierzu die Beträge von Betroffenen unter "www.zwangspsychiatrie,de" oder die Infos unter https://www.youtube.com/watch?v=q5pvo7eJi-w

https://www.youtube.com/watch?v=QjBiMh0Ftig

https://www.youtube.com/watch?v=K8-VAKOrDa4

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Hallo janalein,

in der Psychiatrie hat sich in den vergangenen 150 Jahren sehr viel geändert, nur die Allgemeinbevölkerung weiß davon in aller Regel noch nichts und hält psychisch kranke Menschen für irre. Nur in der Bevölkerung sind die Vorurteile noch groß.

In Fachkreisen weiß man Heute, dass nur bei einem respektvollen Umgang miteinander überhaupt die Möglichkeit besteht, dass sich die Patienten öffnen und ein Gespräch eingeleitet werden kann. Dieser Einstellungswandel ist großen Therapeuten wie Eric Berne und Paul Watzlawick zu verdanken, die durch einen menschlichen Umgang mit den patienten herausfanden, dass bei allen Problemen im Umgang, doch irgendwie ein vernünftiger Umgang möglich ist. Das ist gerade bei suizidalen Patienten äußerst wichtig. Problematisch bleibt halt, dass diese Patienten oft in einer geschlossenen Abteilung zumindest zeitweise untergebracht werden müssen, und allein dieses einschließen, das ja zu ihrem eigenen Schutz erfolgt, kann eine psychische Belastung nicht ausgeschlossen werden.

Du wirst den Begriff "Irrer" von den psychiatrischen Fachkräften auch nie hören, denn bei allen Fehlverhalten und Merkwürdigkeiten werden die Patienten dort doch als Patienten und Menschen gesehen. Wie geschrieben, die Vorurteile sind in der Allgemeinbevölkerung deshalb größer, weil die Allgemeinbevölkerung sich mit der Thematik nicht befasst und so eine Änderung der Scihtweise nur sehr langsam erfolgt. Du kannst dies daran erkennen, dass die meisten Menschen ihre psychischen Probleme verschweigen, gerade weil die Vorurteile so groß sind. Es ist nur ein geringer Teil, und davon auch wieder ein Großteil der gar nicht in Behandlung ist, die ihre Psychischen Probleme wie eine Trophäe vor sich hertragen. Menschen die zum Heilpraktiker für Psychotherapie gehen werden in aller Regel auch falsch behandelt und können so viel offener über ihre Probleme sprechen, weil sie eben nicht in die klassischen Behandlungsschiene der psychischen Probleme gehen und sich so als Ausnahmen sehen.

Ich denke, wenn die ersten Untersuchungen gelaufen sind und die dort Deine Freundin ein wenig kennen, dann wirst Du sie auch besuchen können, und Dir selbst ein Bild machen können. Was natürlich bleibt, und das lässt sich nicht ändern, ist einfach dieses eingeschlossen sein. Bei allen Versuchen, die Leute zu beschäftigen und für Dinge zu interessieren bleibt doch eine gewisse Tristesse und Langeweile, für die das Personal nichts kann und dies auch nicht ändern kann. Aber gerade das wissen die Fachkräfte und sie versuchen dies durch einen besonders menschlichen Umgang zu kompensieren. Jedenfalls in einer gut geführten Einrichtung. Dort ist bekannt, wie wichtig es für eine Genesung ist, dass die Patienten ein gewisses Nieveau an wohlfühlen erreichen, und bei allen Belastungen tun sie ihr Möglichstes.

LG

Dort hat man einen geregelten Tagesablauf.
Es wird gemeinsam gegessen und man soll sich mit seinen Mitpatienten beschäftigen. Auf einem Plan kann man sein Therapieprogramm ablesen,
dazu gehört Ergotherapie, Kunsttherapie, Einzeltherapie und evt. auch Skillsgruppe (Alternativ Handlungen). Der Pflege und Erziehungsdienst unterstützt einen bei Fragen und Problemen. Es ist wie ein normales Krankenhaus, nur das man nicht Körperlich sondern Seelisch erkrankt ist.
Solltest du noch weitere Fragen dazu haben, dann kannst du mich gerne anschreiben.

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Vielleicht ist hier ja jemand, der schon einmal dort war oder dort arbeitet oder jemanden kennt, der davon berichtet hat.

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