Wie wird ein parabolischer Teleskopspiegel mit dieser extrem hohen Genauigkeit gefertigt?

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3 Antworten

Was die extrem hohe Genauigkeit angeht: Eine einigermaßen genaue Kugelfläche entsteht beim Schleifen von Hand zunächst fast von allein. Gegen Ende des Schleifens wird mit immer feineren Schleifmitteln gearbeitet und zum Schluß mit Poliermitteln, die das Material nur in der Größenordnung von wenigen Nanometern abtragen. Das angestrebte Paraboloid weicht von der Kugelgestalt nur wenig ab. Nur bei kürzeren Brennweiten als 10 Spiegeldurchmessern heißt es, daß die parabolische Korrektur wirklich erforderlich ist. Diese Korrektur wird beim Polieren vorgenommen. Fachmännisch gemachte Spiegel haben Oberflächenfehler von nur Bruchteilen einer Lichtwellenlänge. Wie präzise der Spiegel ist, wird ständig mit Prüfverfahren kontrolliert. Zwei solche Verfahren sind (a) der mit verblüffend einfachen Mitteln durchzuführende Foucault-Test, auch: Foucaultsches Schneidenverfahren, und (b) der Ronchi-Test.

Der englische Wikipedia-Artikel zu "Amateur telescope making" gibt eine kurze Darstellung und Links zu Artikeln über die beiden Testverfahren.

Ausführliche Erklärungen mit stark mathematischem Hintergrund, auch zu den Testverfahren, gibt es hier: http://www.telescope-optics.net/index.htm

Das klassische Buch über Telekopselbstbau, einschließlich des Spiegelschleifens und der hochgenauen Testverfahren, ist seit über 80 Jahren "Amateur Telescope Making" (Hrsg. A. G. Ingalls). Das dreibändige Werk ist eine beeindruckende Sammlung von Artikeln, in denen amerikanische Hobbyastronomen beschrieben, wie sie es gemacht haben.

Gruß, Franz1957

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Ein solcher Spiegel wird aus einem speziellen Rohstoff gefertigt, der selbst erst einmal keine temperaturbedingten Volumenveränderungen durchmacht. Normales Glas dehnt sich bei kalter Umgebung leicht aus.

Und der Spiegel wird dann nach dem in die Form gießen über Monate langsam abgekühlt, so dass er komplett durchgängig und gleichmäßig auskühlt auf Raumtemperatur.

Und dann wird er auch über Monate ganz langsam mit sehr feinem Schleofmaschinen und -"papier" auf Form geschleift. Dabei sind die Maschinen auf einen enorm kleinen Bereich genau. ZUm Schluß wird in einer Vakuumkammer der Spiegel mit einer Schicht von Aluminium bedampft und damit reflektierend.

Wenn er dann nach mehreren Jahren Nutzung gereinigt werden muss, würde die oberste Schicht, sprich die Bedampfung komplett abgelöst und dann der Spiegel wieder komplett neu bedampft.

Ein führendes Unternehmen in der Herstellung ist die Firma Schott Glas. Da bestellen ach die größten Werke. So stammen die Spiegel der Observatorien der Europäischen Südsternwarte und der Anlage des VLT aus den Mainzer Werken.

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Kommentar von crazyrat
23.01.2013, 00:30

Es gibt einige Foren, wo sich auch Amateure austauschen, die Ihre eigenen Teleskopspiegel schleifen. Das ist auch eine Sache, die mehrere Monate dauern kann.

Schau mal auf den Seiten von www.astronomie.de nach. Oder einfach mal auf die Messe ATT in Essen fahren. Die ist am 25. Mai 2013 das nächste Mal.

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Kommentar von DMbuzz1
23.01.2013, 00:36

Das stimmt zum Großteil so (es werden keine Schleifmaschinen oder Papier eingesetzt, sondern Schleif- und Polierkörper und entsprechende Formen) - aber natürlich nur für Sonderspiegel - ich vermute dem OP ging es mehr um den "einfachen" Teleskopspiegel, den man auch im Handel erwerben kann...

Wie man ihn selbst herstellt findet man unter: http://www.astronomische-vereinigung-augsburg.de/artikel/fernrohrbau-technik/spiegelschleifen/ - wie sie im Moment kommerziell hergestellt werden, findest Du, wenn Du unter den auf der Seite unten aufgelistesten Links nachfragst.

PS. Ein brauchbares Teleskop mit dem man einigen Spaß haben kann, muss nicht besonders teuer sein. Das kann sich heute jeder leisten.

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galileo weiss es.

gab mal nen film drüber.

demzufolge wirds wohl irgendwo im netz aufzustöbern sein...

ich würds mal mit google probieren.

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Kommentar von DMbuzz1
23.01.2013, 00:23

Oder in den Astroforen nachfragen - da sind einige Leute dabei, die genaue Auskunft geben können, die schleifen ihre Spiegel nämlich teilweise sogar selbst...

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