Wie wird eigentlich das Umlaufvermögen finanziert?

4 Antworten

Bei der Finanzierung der Vermögensgegenstände sollte auf Fristenkongruenz geachtet werden.

D.h., es kommt hier darauf an, wie die Fristigkeit des Umlaufvermögens ist.

Kurzfristiges Umlaufvermögen (Bankguthaben, Kundenforderungen) sollte auch kurzfristig finanziert sein.

Mittelfristiges Umlaufvermögen (Lagerbestand, Vorräte) sollten ebenfalls mittelfristig finanziert sein.

Langfristiges Umlaufvermögen (eiserner Bestand) dementsprechend langfristig.

Finanzierung:

Alles was sich im Umlaufvermögen befindet, hast du ja aus irgendwelchen Kapitalquellen finanziert. Sei es, aus dem Eigenkapital (du hast das Geld selbst eingebracht) oder durch Schuldenaufnahme.

Wenn du jetzt die Schulden früher zurückzahlen musst, als du das Umlaufvermögen zu Geld machen kannst - also ein Missverhältnis in den Fristen von UV und Finanzierung hast, bekommst du Liquiditätsprobleme.

D.h., wenn du z.B. einen Bankbestand von 50.000,- hast, sowie Kundenforderungen von 250.000,- und gleichzeitig Lieferantenverbindlichkeiten von 150.000,- solltest du schauen, dass die Kunden bezahlen, bevor die Lieferanten fällig sind.

Für die Liquidität ist es auch in Ordnung, wenn die Fristigkeit der Finanzierung länger als die des Umlaufvermögens ist. Das erhöht die Liquiditätskennzahlen.

Wenn man allerdings zuviele langfristige Finanzierungen im Vergleich zu kurzfristigem Umlaufvermögen hat, verschenkt man Potential und erhöht ggf. die Zinslast (Lieferantenkredit ist idR. zinslos).

Als gesunde Fristenkongruenz werden folgende Eckwerte angesehen:

Liquidität I. Grades: ca. 20% - nicht notwendigerweise 100%

Liquidität II. Grades: ca. 100%

Liquidität III. Grades: deutlich über 100% (Schulbuch: 130%)

Wie alles im Finanzierungsleben, wird fristenkongruent finanziert.

Vornehmlich geschieht dies bei finanzstarken Betrieben über Eigenkapital oder Kontokorrentkredit bzw. kurzfristige Darlehen, die mit dem Eignang der Zahlungen auf veräußertes Umlaufvermögen wieder zurückgeführt werden können.

Kurzfristig, weil auch das Umlaufvermögen nicht langfristig in der Bilianz bleibt. Deshalb heißt es so.

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