Wie wird die Arbeitszeit mit schwerem Atemschutzgerät berrechnet?

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Hallo janhoizbauer, 

Theorie und Praxis...
ich persönlich halte nicht viel von diesen Rechenbeispielen. Denn die sind allenfalls theoretisch. Praktisch hängt der tatsächliche Luftverbrauch von vielen, vielen Faktoren ab. Vor allem eben von der körperlichen Anstrengung und davon, wie trainiert der AGT ist. Der Mehrverbraucht an Atemluft steigt bei einem weniger trainierten AGT im Vergleich zu einem trainierten AGT exponentiell an.

Deshalb sollte man seine AGT zum einen kennen und einschätzen können und zum anderen den bisherigen Luftverbrauch im Einsatzverlauf beobachten.

Ob ich den Trupp bei 150 bar Restdruck noch einmal ins Gebäude schicke hängt nicht zuletzt von Faktoren und Fragen ab wie: Wie weit muss der Trupp ins Gebäude vordringen, um den Verletzten entgegen zu nehmen? Muss er dabei ggfs. über Treppen oder Leitern in andere Geschosse vordringen? Ist der Weg "frei" oder müssen Hindernisse überwunden werden (gerade das kann auf dem Rückweg mit einem Patienten extrem schwierig werden), wie ist die Sicht im Gebäude (bei guter Sicht kommt der Trupp schneller voran als bei Nullsicht)...
Die Entscheidung ist natürlich auch davon abhängig, ob ein frischer AGT-Trupp mit vollen Flaschen in kürzester Zeit verfügbar wäre. Wenn ja, dann schicke ich den bereits eingesetzten Trupp nicht nochmal rein. Wenn nein, dann muss ich abwägen.

Also wie so oft bei der Feuerwehr eine Einzelfallentscheidung, die der Gruppenführer anhand zahlreicher Informationen (eigene Erkundung, Rückmeldung der eingesetzten AGT im IA sowie Erfahrung) in Sekundenschnelle treffen muss.

Dein Denkfehler ist da wo die Rückzugswarnung anspricht. Also bei 55+- 5 bar. Du hast also effektiv keine 150 bar sondern wenn es schlecht läuft nur noch 90 bar. Dazu musst du noch die Zeit für den Hinweg abziehen.

Mit 50 l/min bist du auch relativ optimistisch. Wenn die da jemanden schleppen bist du auch ganz schnell in Bereiche > 70 l/min.

Die FwDV sagt auch das bei Einsatzbeginn 90% des Nennfülldruck vorhanden sein müssen. Die Frage ist wie definiert man den Einsatzbeginn? Wenn was passiert bist du als GF da ganz schnell derjenige der mit runter gelassener Hose erwischt wird.

Auf der sicheren Seite bist du wenn du den Sicherungstrupp schickst und ganz schnell einen neuen Sicherungstrupp stellst.

Rein in der Theorie ist der Einsatz eines Atemschutztrupps mit verlassen des verauchten Bereichs und der damit verbundenen Dokumentation in der Atemschutzüberwachung beendet. Somit stellt sich in der Theorie die Frage eigentlich garnicht. Hintergrund ist der neue Angriffsweg un die damit verbundene neue Berechnung der Rückzugszeit. In der Theorie ist die Frage wann der Atemschutzeinsatz beginnt und endet meineserachtens unstrittig.

Das es sich in dem o.g. Fall (150 bar, geringe Wege im verrauchten Bereich) um eine Ressourcenverschwendung handelt und diese gerade in ländlichen Gebieten mitunter nicht hinnehmbar ist, spiegelt wiederum die Praxis wieder.

0

Was möchtest Du wissen?