Wie wird der König zum Kaiser?

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Hei Hammerfrage, das war früher mal so. Schon Kaiser Napoleon hat auf den Papst verzichtet, und die (evangelischen) letzten drei deutschen Kaiser brauchten ihn auch nicht, so wenig wie heute noch der japanische.

Da eine Zeitlang die Frage geklärt war, wer die ranghöchste Person im Reich war ( =der Papst), war der auch fürs Krönen zuständig. Bei dem Investiturstreit allerdings war diese Frage nicht mehr so eindeutig geklärt; da fühlten sich Kaisers von Gottes Gnaden etwas höher als der Bischof von Rom. Oder so. Grüße!

Die deutschen Könige wurden im Mittelalter vom Papst in Rom zum Kaiser gekrönt. Seit dem Habsburger Kaiser Maximilian I. 1595 wurden die (Habsburger) Könige gleich zum Kaiser gewählt. Bei Maximilian I. bestätigte der Papst die Kaiserwahl, krönte ihn allerdings nicht. Karl V., Maximilians Enkel und Nachfolger, ließ sich als erwählter römischer König und Kaiser noch einmal (das letzte Mal) vom Papst krönen, und zwar nicht in Rom, sondern in Bologna. Alle folgenden Kaiser wurden nicht mehr vom Papst gekrönt, sondern gleich zum Kaiser gewählt; die Krönung zum römischen König war dann gleichzeitig auch die Kaiserkrönung; sie fand ab 1612 in Frankfurt a. M. statt und wurde vom Erzbischof von Mainz durchgeführt. So blieb es bis zum Ende des Heil. Röm. Reiches deutscher Nation 1806. – Der Hauptgrund, weshalb die deutschen Könige sich nicht mehr vom Papst in Rom krönen ließen, lag in der Schwierigkeit, nach Rom durchzukommen. Der Kaisertitel hatte seine Substanz (Herrschaft über das ehemalige römische Gebiet, vor allem Italien) verloren. Dann auch wollte man die Unabhängigkeit vom Papst demonstrieren. - Die Krönung zum römischen Kaiser fand in der Tradition Karls des Großen statt. Sie bedeutete, dass der deutsche König (früher der fränkische König) Beschützer der römischen Kirche ist. Als Gegenleistung verlieh der Papst dem Kaiser mit der Kaiserkrone die Herrschaft über die Gebiete des ehemaligen römischen Reiches (in der Praxis die Herrschaft über Italien). Das war notwenig, andernfalls hätte der deutsche Kaiser die Schutzfunktion nicht wahrnehmen können. Dar Papst war seit Karls des Großen Vater Pippin Herrscher über ein damals bedeutendes Gebiet in Mittelitalien (später Kirchenstaat; sog. Pippinische Schenkung) und konnte also kraft seiner weltlichen Macht den deutschen Monarchen in das ehemalige Herrschaftsgebiet der römischen Kaiser einweisen.

sehr gute antwort hat mir sogar bei meiner frage weitergeholfen :)

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Ja, so ist (war) es. Nachdem das römische Reich (genauer: das weströmische Reich) untergegangen, bzw. im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation aufgegangen war, versuchte man die Linie der römischen Kaiser fortzusetzen. Das weströmische Reich war zuvor christianisiert worden. Staatsreligion war der römisch katholische Glauben. Demzufolge, und aufgrund einiger gefälschter Dokumente, maßten es sich die Päpste alleine an, den Kaiser als weltliches Oberhaupt des römisch katholischen Herrschaftsgebietes zu krönen.

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