Wie wird der Branchenzuschlag bei der Lohnabrechnung gewertet?

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2 Antworten

Zunächst wäre interessant, zu welcher Branche das Kundenunternehmen zuzuordnen ist, in dem Du eingesetzt bist. Danach richtet sich, welcher Branchenzuschlag zur Anwendung kommt. Der Branchenzuschlag ist auf die Differenz zum laufenden regelmäßig gezahlten Stundenentgelt eines vergleichbaren Arbeitnehmers des Kundenbetriebs beschränkt. Die Obergrenze für den Branchenzuschlag liegt grundsätzlich bei 100% des Vergleichsentgeltes im Kundenbetrieb. Auf Wunsch des Kunden kann eine Obergrenze von 90% angewendet werden (Deckelungsregelung). Wozu das gut sein soll, vermutlich möchte man hier nach wie vor doch einen kleinen Unterschied in der Wertung zw. Stamm- und temporären Mitarbeitern beibehalten. Abschließend möchte ich Dich noch auf deinen Auskunftsanspruch nach § 13 AÜG hinweisen. D. h. mit dem Branchenzuschlag soll dein Entgelt (nach Tarifvertrag Zeitarbeit) an das eines vergleichbaren Mitarbeiters im Kundenbetrieb angeglichen werden. D. h. wenn Du zu 100 % das selbe verdienst wie ein vergleichbarer Stammmitarbeiter des Entleihers, ist Schluss!. Es kann aber auch schon Schluß sein, wenn Du 90 % des Entgeltes eines vergleichebaren Stammmitarbeiters des Entleihers verdienst, da der Kunde einen Deckelungsanspruch hat. Sollst also nicht mehr verdienen als die Stammmitarbeiter des Entleihers....

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Kommentar von keg80
11.08.2016, 15:12

Zuerst einmal, danke schön für die Antwort.

Der Kundenbetrieb ist aus dem Bereich Maschinen- und Anlagenbau, genauer gesagt stellen sie Druckmaschinen her. Die bezahlen für die Stammbelegschaft nach IGM ERA (NRW).

Das mit dem Branchenzuschlug leuchtet mir ein. Das der externe Mitarbeiter nicht mehr verdient als die Stammbelegschaft macht doch etwas Sinn. Aber die Sache mit dem Deckelungsanspruch verstehe ich ja mal gar nicht? Warum den Branchenzuschlag um auf 100% zu kommen und dann kürzen die es wieder auf 90%? Das ganze System ist doch vorne bin hinten eine ganz große Verar***e?

Mein Arbeitgeber (der Verleiher) sagt, ich würde gleiches Gehalt bekommen, wie die Stammbelegschaft. Ich bin schon drei Jahre dort und trotz diverser Tarifanpassungen der IGM wurde mein Gehalt bist jetzt nur minimal erhöht (max.1%).

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Das sieht in der Tat sehr konstruiert aus, halt so, dass Du genau auf die 3.100,00 EUR kommst. Um aber überhaupt herauszufinden, was denn nun dein Anspruch wäre, kannst Du über deinen Arbeitgeber oder den Entleiher um die Auskunft bitten, was denn ein vergleichbarer Mitarbeiter im Entleiherbetrieb verdient. Neben dem Auskunftsanspruch, hast Du Anspruch auf eine nachvollziehbare Entgeltabrechnung.

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Kommentar von keg80
12.08.2016, 11:42

Ich habe mich schon ein wenig bemüht um etwas schlauer zu werden:

Habe eine Auflistung von meinem Arbeitgeber erhalten, die angeblich vom Kundenbetrieb stammt. Dort ist aufgelistet: Entgeltgruppen (von 1-12/1, bei mir ist es 8), das regelmäßig gezahlten Stundenentgelt (19,58€) und gedeckeltes Stundenentgelt (17.62€).

Um mir ein genaueres Bild zu machen was meine Entgeltgruppe für ein Arbeitsniveau hat, habe ich beim Betriebsrat des Kundenbetriebs um eine Aufschlüsselung der Entgeltgruppen erbeten, habe aber bis jetzt noch keine Antwort erhalten.

Zu einer Gehaltsentwicklung: Habe als ich begonnen habe vor 3,5Jahren 3000€ bekommen, nach einem Jahr 50€ mehr nach dem Zweiten ebenfalls 50€, so daß ich jetzt bei 3100€ liege

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