Wie widerrufe/reklamiere ich etwas,das unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zustande kam?

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8 Antworten

Auf jeden Fall binnen 14 Tagen wiederrufen. Verfasse einen schriftlichen Brief, wo du dich ja auch auf das BGB §255 berufen. Und bevor du es abschickst, mache ein Foto davon, so dass, wenn die dort etwas verändern, du etwas in der Hand hast. Anzeigen kannst du den Verein leider nicht, weil du es ja unterschreiben hast, die Leute in deine Wohnung gelassen hast und blind unterschreiben hast. Und wenn ich das richtig verstehe, steht in dem Vertrag ja groß das du den Anbieter wechseln möchtest. Kannst du mir mal bitte verraten, welcher Anbieter mit sochen Machenschaften kommt? Würde mich echt interessieren, mit freundlichen Grüßen Anton

Leelith 05.11.2014, 17:06

Lieben Dank für die Antwort. Ich hab Dir den Namen der Firma geschickt hier auf GF. Fängt mit U an. :D Weil man darf doch in solchen Fällen hier keine Firmen nennen oder? Ich hab übrigens gerade bei der Firma angerufen und die meinten, die haben da keinen Einfluss drauf, wie die Leute, die solche Verträge werben und dann die Provisionen dafür kassieren, arbeiten. Das hat sich für mich so'n bissl so angehört, als könnte da jeder Hinz und Kunz bei denen anrufen um sich solche Verträge schicken zu lassen und dann um die Häuser rennen und für die Firma Verträge abschliessen. Ob's stimmt?

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antonjakob 06.11.2014, 18:53
@Leelith

Naja, natürlich kann ich dir einfach einen Vertrag schreiben, das Logo der unten drauf setzen, und fertig. Logisch ist allerdings auch, dass sie am Telefon erst mal alles abblocken. Klar. Aber, was würde es mir bringen, dir jetzt einen moralisch verwerflichen Vertrag aufzusetzen, der dich "zwingt" zu den Verien zu wechseln? Ich als Privatperson hätte davon nichts. Also glaube ich schon, dass "der Verein" davon gewusst hat ;)

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Sofort widerrufen bei der Internetfirma, und zwar per Einschreiben mit Rückschein. Anruf hilft gar nichts (du hast dafür keine Beweise), und bei einer Mail fehlt deine Unterschrift.

Und für die Zukunft gebe ich dir einen Spruch mit, den ich von einer alten Dame kenne: "Ein wahrer Esel ist und bleibt, wer ungelesen unterschreibt." Wenn du etwas unterschreiben sollst, ohne zuvor das Kleingedruckte lesen zu können, dann lass die Finger davon. Aber zum Glück gibt es ja ein Widerrufsrecht.

Claud18 05.11.2014, 19:36

PS.: Den Widerruf kannst du vorab per Fax schicken, das erhöht die Beweiskraft (und den Sendungsbericht unbedingt aufheben).

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Ich würde BINNEN ZWEI WOCHEN (Zugang beim Vertragspartner, nicht Abgabe bei der Post!) den Widerruf des Haustürgeschäftes und außerdem hilfsweise die Anfechtung des Vertrages wegen Täuschung erklären. Mail oder Telefon ist wegen der Beweisproblematik zu unsicher. Den Brief am besten vor einem Zeugen eintüten und absenden.

Da du dir schon gehörig viel Zeit zum Schreiben deiner Geschichte genommen hast, investiere davon auch etwas in ein formloses Kündigungsschreiben. Dann bist du auf der sicheren Seite.

a. Ich hätte die ohne Rücksprache mit der Hausverwaltung erst nicht in die Wohnung gelassen.

b. Ich hätte nichts unterschrieben. Warum auch, wenn die Hausverwaltung etwas in Auftrag gibt.

c. Anzeige bei der Polizei.

Gruß Nino

kluetje 05.11.2014, 16:41
Anzeige bei der Polizei

Dann stehen 2 Aussagen gegen 1 ...

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chanfan 05.11.2014, 16:44
@kluetje

Aber nicht, wenn sich noch andere melden. falls du etwas schriftliches hast, dann kannst du es doch widerrufen. Da gab es doch mal was zum Thema Haustürgeschäfte.

Gruß Nino

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LeonardNeun 05.11.2014, 16:45

"Hätte" hilft der Fragestellerin nicht. Und die Anzeige bei der Polizei löst sie nicht vom Vertrag.

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Du hast ein Widerrufsrecht von 14 Tage nach § 355 BGB, wie du schon richtig erkannst hast.

Bitte sende in dem Fall den Widerruf schriftlich und per Einschreiben mit Rückschein, denn nur damit kannst du einen sicheren Beweis im Streitfall führen. Zusätzlich/Vorab kannst du das Dokument ja auch gerne noch als Scan per Email senden.

Bei solchen Machenschaften immer ganz sicher gehen.

Die Firma würde ich doch auch einfach mal an die zuständige Verbraucherschutzzentrale melden.

LeonardNeun 05.11.2014, 16:43

Das Einschreiben beweist leider nur, dass ein Briefumschlag versandt wurde, aber leider nicht den Inhalt der Erklärung.

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OneShad 05.11.2014, 16:48
@LeonardNeun

Das ist mir durchaus bewusst, aber reine Theorie. Denn in der Praxis würde sich der Sachverhalt wie folgt verhalten:

Im Streitfall stützt sich das Gegenüber klassischerweise darauf, dass überhaupt kein Brief gekommen ist. Diese Behauptung wird durch das Einschreiben entkräftet. Damit verbleibt dem Gegenüber nur die Möglichkeit zu sagen, dass in dem Einschreiben kein Widerruf enthalten war-->DAFÜR ist aber er beweispflichtig!

Darum ist das Einschreiben der stärkste und wichtigste Beweis im Streitfall. Idealerweise verbunden mit nem Zeugen.

Hilfsweise gerne vorab das Ganze noch per Email!

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LeonardNeun 05.11.2014, 17:26
@OneShad

Wie schön, jemand vom Fach! Dann mal eine Nachfrage unter Kollegen: Wie beweise ich als Betroffener eine Nichterklärung? Wenn ich ein entsprechendes Schreiben vorlegen kann, dann gut. Aber wenn tatsächlich ein leerer Umschlag kommt - was dann? Prima facie könnte alles dafür sprechen, dass der Brief nicht leer war. Aber bei den automatischen Sortiermaschinen der Post kommt es durchaus vor, dass Briefumschläge aufgeschlitzt werden und ihr Inhalt verloren geht. Deshalb müsste die Beweislast doch beim Absender liegen.

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Goofy62 05.11.2014, 19:50
@LeonardNeun

Das mit dem angeblich leeren Umschlag würde ich nur als sehr theoretische Gefahr ansehen. In Verbraucherrechtsfällen kann man davon ausgehen, dass der Richter das als billige Schutzbehauptung ansehen wird. Wenn man auf Nummer sicher gehen will: einen Zeugen mit zum Postamt nehmen, dort vor dem Zeugen den Brief eintüten und am Schalter aufgeben. Man kann auch zusätzlich per Fax mit Sendeprotokoll zustellen. Beides zusammen kriegen die nie entkräftet. So machen es die meisten Anwälte.

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OneShad 06.11.2014, 09:32
@LeonardNeun

Also der Sachverhalt wäre derart lebensfremd, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass dieser eintritt.

Sortiermaschine hin oder her, aber am Ende des Weges hat immernoch ein Postbote den Brief in der Hand und übergibt diesen beim Einschreiben ja persönlich.

a) Hierbei würde ein beschädigte Umschlag sicherlich auffallen b) Der Empfang und Erhalt wird quitiert. Wird mir ein beschädigter Umschlag ausgehändigt, dann werde ich wohl kaum einen korrekten Empfang bestätigen.

Wird im Nachhinein diese Behauptung aufgestellt, so ist derjenige auch in der Beweispflicht. Ich befinde mich in dem Fall lediglich in der Beweispflicht, dass ich den Brief samt Inhalt ordentlich versandt habe. Selbst der Empfang kann belegt werden, da zugestellt mit Quittung. Alles weitere entzieht sich der Herrschaftsshpäre des Versenders, sodass ihn hier keine Beweis- und Darlegungslast trifft.

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Sogenannte Haustürgeschäfte können binnen 14 Tagen sofort gekündigt werden. Entweder per E-Mail oder Einschreiben ( Einschreiben würde ich mit Rückschein machen bei der Post ) Die E-Mail zum Beweis bitte ausdrucken und aufbewahren.

Per Einschreiben mit Rückschein widerrufen ... auf gar keinen Fall per Mail oder telefonisch.

ziege82 06.11.2014, 22:29

warum nicht per mail und dann mit post

verbietest du das oder kommt dann die polizei??

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