Wie wichtig sind Kopfhaare in Bezug zu spirituellem Werdegang? Bsp Sonne, altes Ägypten & Indien

5 Antworten

Kahlschädel: Das Scheren des Kopfes ist in vielen Kulturen ein Zeichen der Trauer und der Abkehr von der normalen Alltagswelt - und sei es auch nur zeitweise, etwa im Rahmen einer Trauerperiode.

Ein Beispiel für langfristigen Frisurverzicht ist die Tonsur christlicher Mönche, oder die Glatze vieler buddhistischer Mönche - auch wenn letzere teilweise einer Kurzhaarfrisur gewichen ist und nur noch zu besonderen Anlässen vollständig geschoren wird.

Im alten Rom gab es komödiantische Schauspieler, ich denke sie hiessen "Mimunculus" (Angabe unter Vorbehalt), die sich mit ihrer Glatze bewusst der Lächerlichkeit Preis gaben - ähnlich wie dies ein moderner Clown mit seinen riesigen Schuhen tut.

Haarpracht: Haar hatte schon immer eine gewisse Faszination und galt unter anderem als Zeichen von Stärke und Männlichkeit - man denke etwa an den biblischen Samson, der seine Kraft verlor, als die Philister ihm den Kopf schoren.

Auch viele der Sadhus genannten indischen Asketen - insbesondere die Anhänger des Gottes Shiva - lassen ihre Haare zu wilden Mähnen wachsen.

Diese scheinbare "Verwahrlosung" ist auch ein Zeichen der Abkehr von der materiellen Welt, da man keinen Wert mehr auf Äußerlichkeiten legt.

Was also? Sowohl das Scheren, als auch das wachsen lassen der Haare haben teilweise symbolische Bedeutung, bei der es oft darum geht, sich von der Masse der Bevölkerung abzuheben und einen Sonderstatus innerhalb der Gesellschaft deutlich zu machen.

Um detailliertere Angaben zu den kulturhistorischen Hintergründen machen zu können, fehlt mir allerdings die Sachkenntnis.

Also finden wir überall die Form der Ego-losigkeit, die Abkehr des Weltlichen - die unterschiedlich interpretiert wird: Einmal Wachsenlassen und das andre mal eben Scheren. Beides Bedarf sicher gleichviel/wenig Pflege. Die Hauptsache ist, so schlicht wie möglich. Nur den nötigstwichtigen Fokus auf den Körper, so dass keine Fixieren entsteht.

Vielen Dank.

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In verschiedenen Spirituellen Lehren wird den Haaren eine Art Antennenfunktion unterstellt und zugleich eine Schutzfunktion. Denn am Kopf / Hals befinden sich die 3 oberen Chakren welche dazu dienen sich geistig und spirituell weiter zu entwickeln. Je nach der Länge der Haare sei zu erwarten gewesen dass sich die damit erreichten Charkren verbinden. Das war allerdings erst ab einem gewissen Entwicklungsstand möglich.Je länger das Haupthaar je mehr Chakren waren verbunden und ausgeglichen.Also wenn die Haare schulterlang waren zählten 5, 6 und 7 Chakra als verbunden u.s.f. Eine andere Art von Spiritualität und Glauben scherte sich den Kopf um direkt mit dem 7 Chakra Verbindung mit dem Universum über das 8te Chakra , ca.30cm über dem Kopf aufzunehmen.

“Haare machen Leute” Das Haupthaar lang zu tragen, ist eine alte Tradition der Menschen. In den unterschiedlichsten Regionen und Kulturen wurden dem Kopfhaar eine besondere Bedeutung zugesprochen. Hierbei spielten vor allem mythologische und soziale Bedeutungszuschreibungen bzw. Abgrenzungsmechanismen eine Rolle. Allerdings hat es, wie in allen Lebensbereichen, nie eine homogene Haartradition zu einer bestimmten Zeit in einem Gebiet gegeben.

Nach dem Motto “Haare machen Leute” symbolisierte im alten Ägypten etwa 1500 v. Chr. das äußerliche Erscheinungsbild mitsamt den Haaren die gesellschaftliche Stellung einer Person. Aufwendig erstellte Perücken halfen, die Schönheit der Haare zu betonen. Die legendenumwobene Königin Cleopatra ist das wohl schillerndste Beispiel beeindruckender Haarpracht. Langes Haar galt bei Männern der Ägypter, Assyrer, Babylonier und Perser als Zeichen von körperlicher Vitalität.

In der griechischen Mythologie werden unter anderem Poseidon und Zeus mit langen Haaren und Bart dargestellt. Im antiken Griechenland galten lange Haare als Geschenk der Götter für die freien Menschen. Daher durften nur Sklaven kurzes Haar tragen. In der griechischen Epoche von 500 - 400 v. Chr. symbolisierte langes Haar eine lebensbejahende und freiheitsbetonte Einstellung. Seit Konfuzius galten in China die Haare als ein Geschenk und Zeichen hoher Moral. Sie sollten geachtet und sorgfältig zurecht gemacht werden. Einem Ehrenmann war es geboten, bis zum Tode eine Kopfbedeckung zu tragen. Aus dieser Tradition heraus entwickelte sich später auch eine Form der Bestrafung. Vergehen wurden dadurch geahndet, dass den Tätern die Haare abgeschnitten wurden. Dies galt als öffentliche Demütigung. Noch in der chinesischen Tang-Dynastie von 618 bis 907 galten die Haare als Zeichen von Würde.

Etwa im 8. Jahrhundert v. Chr. trugen die Kelten in Nordeuropa langes Haar. Bei Männern galt dies als Ausdruck von Stärke, bei Frauen von Fruchtbarkeit. Die Männer einiger germanischer und keltischer Stämme trugen Bärte und langes Haar, das über der Schläfe zum so genannten "Suebenknoten" zusammengebunden wurde. Kurz geschnittene Haare galten als Zeichen von Sklaverei und Unterwürfigkeit und war daher bei Leibeigenen besonders verbreitet. Bei den Franken war es dem König vorbehalten, langes Haar zu tragen.

Auch in der biblischen Zeit spielten die Haare immer wieder eine besondere Rolle. Samson, Richter im Alten Israel vor der Königszeit, wird im Alten Testament der Bibel als auserwählter Gottes beschrieben. Sein Haar durfte, gemäß dem Eid der Nasiräer, nicht geschnitten werden. Darin äußerte sich die innige Bindung an Gott. In den Haaren wurde aber auch die Ursache der ungewöhnlichen Stärke Samsons gesehen. Als die Philister Samsons Haare abschnitten, soll er der Legende nach seine Kraft verloren haben und konnte gefangen genommen werden.

Im 8. Jahrhundert führten christliche Orden den Brauch ein, die Aufnahme in ihren Kreis durch eine kreisrunde Rasur zu symbolisieren. Gleichzeitig diente die Frisur als Zeichen der Gottverbundenheit. Samurai Krieger betonten ihre besondere Stellung nicht nur durch ihre Kleiderwahl, sondern auch durch ihre Frisur. Sie rasierten sich ihr Kopfhaar bis zur Mitte und banden das verbliebene lange Haar sorgsam zu einem Knoten. Der Rang eines Samurai konnte von der Haartracht abgeleitet werden.

Im Zeitalter der Gotik, verbot die Kirche verheirateten Frauen, ihre Haar öffentlich zu zeigen. Frauen begannen, ihre Haare mit verschleierten Hüten zu bedecken. Während der Barockzeit waren bei Männern lockige lange Haare und Spitzbärte beliebt. In der Renaissance trugen unverheiratete Frauen ihr Haar offen, während verheiratete es hoch steckten und es mit einer Haube bedeckten.

Ende des 17. Jahrhunderts wurden in Europa Perücken populär. Die Perückenmode wurde maßgeblich von den französischen Königen Ludwig XIII und XIV salonfähig gemacht. Infolge begannen auch Frauen Perücken zu tragen. Ein weiterer berühmter Perückenvertreter war Johann Sebastian Bach. Heute tragen in verschiedenen Ländern Richter als Amtstracht Perücken, in Großbritannien Sprecher im Parlament. Vor allem Frauen, die aufgrund einer Chemotherapie ihre Haare verlieren, behelfen sich mit einer Perücke.

http://www.sikh-religion.de/html/haare-turban033.html

Hallo,

ich denke es ist immer nur ein Ausdruck einer religiösen Interpretation von Gesellschaft, Umwelt, Ethik, usw.. Man könnte es auch Tradition nennen, da diese Begründungen sicherlich über lange Zeit gewachsen sind. Wichtig ist dies bestimmt nicht. Nimm Dir zehn x-beliebige Leute, die eine tiefe spirituelle Erfahrung in ihrem Leben gemacht haben - ich wette die haben alle eine unterschiedliche Haartracht.

Vielen Dank Kemroy.

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Es soll Untersuchungen geben, wonach Indianer mit ihrer Haarpracht bestimmte Fähigkeiten verloren. Siehe http://pravdatvcom.wordpress.com/2012/10/09/die-wahrheit-uber-haare-und-warum-indianer-ihr-haar-lang-tragen/

Inwieweit der Haarverlust mit dem Verlust von Fähigkeiten tatsächlich mit den Haaren zu tun hat, oder "nur" psychologisch bedingt ist, kann man bisher eigentlich nur spekulieren.

Soweit ich das ersehen kann, haben die Haare wirklich etwas mit der geistigen Entwicklung zu tun. Da gibt es zwei ganz gegensätzliche Richtungen. Beispiel Hinduismus: Die Shivaiten lassen sich die Haare wild wachsen. Die entsprechen in etwa unseren Esoterikern und Hippies. Die Vishnuiten rasieren sich ihre Köpfe oder tragen Kurzhaarschnitt. Die entsprechen hierzulande den Christen, man denke an die Tonsur.

Generell bedeutet Glatze sich vom Weltlichen ab und dem Geistigen zuzuwenden, oder sich gegen zeitweilige oder generelle negative oder unerwünschte geistige Einflüsse abzuschotten. Die Vishnuiten begründen es praktisch, durch die Glatze weniger attraktiv zu sein, was nützlich ist bei der Weltabkehr. Frauen finden Glatzen weniger attraktiv.

Bei den Shivaiten scheint es im Grunde dasselbe zu bedeuten. Die langen, ungewaschenen Haare sind auch recht abstoßend, niemand will mit so jemandem freiwillig ins Bett. Dennoch gibt es gerade unter denen so ein olles Tantra-yoga, wo es um reichlich perversen Sex geht.

Auch unter den Hindus herrscht die Ansicht, die Haare würden einem mystische Fähigkeiten verleihen, sozusagen als Antenne wirken. Da gibt es eine ganze Reihe von Samson-Geschichten, auch neueren Datums von vertrauenswürdigen Personen. Zum Beispiel der Richter, der später als Bhaktivinoda Thakura bekannt wurde, hatte mit einem Yogiverbrecher zu tun, dem nur beizukommen war, indem man ihm die Haare abschnitt. Tatsächlich sind ja auch die Gurus oder Yogis, die durch allem möglichen Hokuspokus bekannt wurden, man denke an Sai Baba, Shivaanhänger mit entsprechender Haarpracht.

Was die Frauen betrifft, hat ihr Haar auf jeden Fall eine verlockende Wirkung auf Männer, dazu brauchen wir keine Untersuchungen. Daher auch Kopftuch oder Schleier. Allerdings sind mir keine Geschichten oder Aussagen bekannt, wonach Frauen durch ihr Haar besondere mystische Fähigkeiten hätten, das bezieht sich eigentlich immer nur auf Männer. Auch die Vishnuitenfrauen rasieren sich so gut wie nie den Kopf, genausowenig wie die Nonnen bei uns, sie tragen Tuch oder Zöpfe. Auf jeden Fall gibt es - zumindest hierzulande - mehr Frauen als Männer, die seherische Fähigkeiten haben oder es zumindest behaupten. Vielleicht hat das ja mit dem Haar zu tun?

Auf jeden Fall ein interessantes Thema.

Vielleicht ist der Haare auch eine Art Leitbarkeit zugeschrieben. Alles ist ja bekanntlich Energie und wenn man eben kosmische Energie als Quelle für sich entdeckt hat, so könnte eine im Turban spiralförmig aufgerichtete Haarform, wie viele Sadhus es tragen, als eine Art Anziehungsquelle dienen.

Eine Glatze hingegeben, welche Sadhus meines Wissens im Anfangsstadium immer tragen, signalisiert ein Art Übergang.

Ein Guru meinte, dass ein ständiges Glatze gen Sonne "verrückt" machen würde. Welche Art von Ungleichgewicht er damit gemeint hat, kann ich mir nicht so recht erklären. Da spirituelle Menschen sicher schon im frühen Anfangsstadium gelernt haben, sich regelmäßig zu erden. So herrscht auch bei Glatzenträgern immer der Ausgleich, barfuß auf der Erde zu stehen.

Auf jedenfall sehr interessant, ja. Danke auch Dir für deinen Beitrag.

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