Wie wichtig ist euch Demokratie?

Das Ergebnis basiert auf 44 Abstimmungen

Demokratie ist mir sehr wichtig 68%
Demokratie ist mir eher wichtig 11%
Demokratie ist auf Dauer eher schädlich 11%
Demokratie ist mir egal 9%

17 Antworten

Demokratie ist mir sehr wichtig

Meiner Ansicht nach ist Demokratie ein Fortschritt in der Menschheitsgeschichte. Dabei spielen die Regeln eine wichtige Rolle. Die Regeln in Deutschland halte ich für verbesserungswürdig. Denn es wird von Oben nach unten regiert, so, wie es nicht sein sollte. Klar sind die Abgeordneten die Repräsentanten der Wahlkreise. Durch Rechennodelle (Überhang- und Ausgleichsmandate) blähte sich unser Bundestag auf 711 Sitze auf, wo regulär 598 vorgesehen waren. Nun kommt man auf die Idee, Wahlkreise zusammenzulegen, anstatt auf die überflüssigen Mandate zu verzichten. Das ist demokratisch gesehen natürlich ein falsches Signal. Da solche Maßnahmen einen wesentlichen Eingriff an unserer Demokratie darstellen, wäre hier sicherlich eine Volksabstimmung eher im Sinne des Souverän.

Nach über 70 Jahren konnten wir so einige Verbesserungsvorschläge unseres Systems der repräsentativen Demokratie in den Medien nachlesen. So manche Sau wurde durch die Medien getrieben. Verbessert wurde allerdings wenig zugunsten des Volkes. Hier wäre meiner Ansicht nach eine Verbesserung nach schweizer Vorbild angebracht. Die direkte Demokratie.
Es wird zwar oft gegenargumentiert, dass die meisten eh keine Ahnung von Politik hätten und dass es sogar gefährlich sei, komplizierte Themen dem Wählerwillen zu überlassen. Aber genau solche Aussagen halte ich für demokratiefeindlich. Wir sind gegenüber den Schweizern doch keine Politik-Deppen. Natürlich wissen wir doch am besten, ob der Bundestag gerade eine gute oder schlechte Entscheidung für unser Leben getroffen und verabschiedet hat. Jemand, der behauptet, wir könnten komplexe Themen mehrheitlich nicht als Volk entscheiden, traut uns nur keine Kompetenz zu und will verhindern, dass wir mit Volksentscheiden das letzte Wort in einer Sache hätten. Das wäre ja ein Machtverlust für Abgeordnete. Sowas geht natürlich gar nicht...
Doch, geht. Denn auch im Parlament wird letztlich jede Entscheidung zu jedem Thema auf ein JA oder NEIN heruntergebrochen.

Und genauso wäre es richtig. Was das Parlament beschließt (quasi der Vorstand), sollte durch den Souverän (quasi wir alle als Aufsichtsrat) nochmal gegengeprüft werden, bevor wir alle rumjammern, dass "die da oben" nur scheiß Politik machen. Ich hatte mich diesbezüglich schon mehrfach mit schweizer Usern hier unterhalten. Natürlich wird niemand durch direkte Demokratie zum Politik-Genie. Aber man befasst sich grundsätzlich mit einem Thema und bildet sich eine fundiertere Meinung, wenn man selbst betroffen ist, eine Entscheidung fürs Land mittragen zu können. Ich bin mir sicher, dass auch der Bund der Steuerzahler eine direkte Demokratie befürworten würde. Dann gäbe es sicherlich nicht so viele Steuerliche Massengräber.

Diese Volksentscheide, die man aus dem Grundgesetz, Artikel 20, Absatz 2, Satz 2

Sie [die Staatsgewalt] wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung [Legislative], der vollziehenden Gewalt [Exekutive] und der Rechtssprechung [Jurikative] ausgeübt.

ableiten kann (auch wenn es uns von der Politik nicht gewährt wird), sollte es auf allen politischen Ebenen geben, also Bund, Länder, Kommunen. Denn wer, außer dem Souverän sollte über die Entscheidungen der Entscheider entscheiden?

Doch es stellt sich natürlich unweigerlich die Frage, warum werden wir an der Staatsgewalt durch sachbezogene Abstimmungen grundsätzlich nicht beteiligt? Wer verfügt darüber, dem Souverän einen Maulkorb zu geben?
Wir alle verfügen über einen mehr oder weniger gesunden Menscheverstand. Wer uns nicht zutraut, eine kollektive Entscheidung zu einem Thema zu fällen, der darf uns erst recht keine Entscheidung zutrauen, Menschen zu wählen, die für uns entscheiden sollen (die uns sogar bevormunden, obwohl sie uns repräsentieren sollten...?).
Zudem würde der Druck erhöht, Versprechen, die zur Wahl gemacht werden, auch einzulösen.
Eine Umsetzung von Volksentscheiden wäre technisch einfach realisierbar, da die meisten mit Online-Medien umgehen können. Allen anderen kann man mit Briefwahl entgegenkommen.
Wichtig wäre auch, dass ein Ausschuss aus Regierung und Opposition Volksentscheide gemeinsam formulieren, damit sich niemand benachteiligt fühlen muss.

Auch die berufliche Zusammensetzung der Parlamente sind ein wichtiges Indiz dafür, dass die wenigsten Volksschichten vertreten sind. Gabe es in der Weimarer Republik noch Meister unterschiedlichster Handwerks-Gilden, Landwirte, Adlige, Gutsbesitzer, Akademiker, Apotheker etc, setzen sich die Abgeordneten heute überwiegend aus Juristen zusammen. Und trotz ihrer beruflichen Ausbildung als Juristen werden immer noch viele Entscheidungen von Gerichten kassiert und die gewählten Juristen müssen nachsitzen.

Aus meiner Sicht gibt es an unserer aktuellen Demokratie also noch viel zu verbessern Das Optimum für alle wurde noch nicht erreicht, lediglich das für Politiker..

Art. 38 GG

(1) Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.

Ich stimme dir zu, allerdings gehe ich leider davon aus, dass nicht nur o. g. Gesetzestext den Willen des Volkes verhindert.

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Merkels Partei-Disziplin-Politik führte dazu, das Sie jeden der Ihr gefährlich werden könnte, stutenbissig aus der Union drängte. Sie führte eine demokratische Partei wie eine Patriarchin. machte immer das was Merkel will.

Ob bei der €-Griechenland-Rettung oder der Grenzöffnung...Wir schaffen das.. weil Merkel das so anordnet.

Demokratie geht anders !

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@stormy

Ich denke, da sind wird als Volk gefordert. Welche Möglichkeiten haben wir, damit es zu mehr Demokratie bzw. direkter Demokratie wie in der Schweiz kommt? (wie Amtsschreck schreibt) Wir brauchen Volksbegehren, damit es zu Gesetzesänderungen kommt und dass Gesetzeslücken geschlossen werden. Wir brauchen Gesetze, die den Willen des Volkes nicht übergehen, sondern der Wille des Volkes muss bindend sein!

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@amrita1

Merkel hat mit dem Spahn-deal Laschet die Parteiführung (hauchdünn) ermöglicht, der nun ihr imho Thronfolger wird. Das ist deutsche Demokratie !

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@stormy

Vor allem ist ja auch festgelegt, dass der Souverän keinen Vertreter selbst für ein hohes Amt bestimmen kann.
Der Bundespräsident [Staatsoberhaupt] wird von der Bundesversammlung gewählt. Diese setzt sich lediglich aus Volks-Vertretern zusammen.
Der Bundeskanzler [Exekutive] und der Bundestagspräsident [Legislative] werden vom Bundestag gewählt.
Der Bundesratspräsident (auch Stellvertreter des Bundespräsidenten) wird im Prinzip gar nicht gewählt, sondern die Mandatschaft rotiert jährlich durch die Bundesländer und der jeweilige Ministerpräsident wird dann auch Bundesratspräsident.
Und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts [Jurikative] wird abwechselnd von Bundesrat oder Bundestag bestimmt.

Somit wählt der Souverän schonmal nicht direkt eine der 5 protokollarisch höchsten Ämter unserer Republik, von denen 3 auch noch unsere Gewaltenteilung darstellen. Darauf können wir als Wähler also gar keinen Einfluss nehmen. Ein durch und durch demokratisches System. (Achtung Ironie!)

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@stormy

Ich finde, dass unsere Bundeskanzlerin uns bisher gut durch die Pademie geführt hat. Ich kann nur wiederholen, dass, wenn wir, das Volk Kritik an der Regierung haben, auch konstruktive Vorschläge machen sollten.

Trotzdem habe auch ich schon eine Weile das Bedürfnis, dass wir uns an dem schweizer Demokratie-Modell orientieren. 

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@stormy

Die Meldung hatte ich gestern schon gelesen. Von der Bremer AfD war ich überrascht, dass sie sich überhaupt wieder aufstellt.
Und was die Grünen da fabriziert haben, reicht ja nicht mal für die Kreisliga.

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@Amtsschreck

Man sollte erwarten, da es für keine Partei die erste BuWa ist, das man weis, was zu machen ist.

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@stormy

Nun ja, wenn man andere Menschen, in diesem Fall Parteimitglieder, ausschließt, dann ist das eben nicht demokratisch. Da müsste man sich Hintergründe genauer anschauen.

Wenn es in einem Unternehmen in einer Abteilung zu Streitigkeiten kommt, kann man ggf. einen Coach buchen, der hinter die Ursachen der Streitigkeiten schaut, um dann Frieden in die Abteilung zu bringen. Da sind manchmal einige Einzel- und Gruppengespräche nötig.

Wenn es in Familien zu Streitigkeiten kommt, vielleicht wird auch nicht mehr miteinander gesprochen wird, kann man eine Familientherapie beginnen.

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Demokratie ist mir sehr wichtig

Churchill sagte mal: Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen. Womit er meiner Ansicht nach sehr recht hat, auch wenn wie er selbst sagt: das beste Argument gegen die Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit dem durchschnittlichen Wähler.
In beidem muss ich ihm zustimmen, leider entfernen wir uns immer mehr von der Demokratie, da wir als Gesellschaft immer mehr einen Schwarz/Weiß Blick annehmen und Meinungen die gegen das offizielle Narrativ gehen direkt stigmatisieren und diskreditieren.

Demokratie ist mir egal

In der Demokratie wählt man seinen Peiniger. Verarschen tut er einen am Ende eh. Nur eben zusammen mit seiner Partei.

Wenn hier jetzt ein Kaiser, ein Oberster Sowjet oder ein King reagieren würde, dann wär das halt so. Die Menschheit hat unter vielen Monarchien und Autokratien gewohnt. Geben tut es sie immernoch..

Nur die richtig Schlimmen, Führer, Duce, 위대한 령도자, und wie sie alle heißen, die kann man sich sparen.

Und wie kannst du die richtig Schlimmen ... Führer, Duce, 위대한 령도자, und wie sie alle heißen vermeiden ohne eine Demokratie?

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@Dominus73

Hitler und Mussolini wurden gewählr. Und deren Verhalten war aus 3km Entfernung sichtbar. Ist nicht schwer die zu vermeiden. Vorallem heute mit dem Internet.

Kim-Jong-Un, das ist natürlich ne andere Sache. Den hätte man vor 60 Jahren vermeiden können. Ne Koreakrieg war 70, oder ? Egal.

Mir geht es in der Aussage nur darum, dass in Demokratien so viele Schweinereien gemacht werden, dass es für mich persönlich keinen Unterschied mehr macht, wenn jetzt nur eine Partei regieren würde. Nur eben sollte sie nicht menschenverachtend sein.

Aber wenn so eine Partei regiert, haben sich ja genug demokratische Bananen gefunden, die sie wählten.

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@Aromapflege

Desweiteren sagte mal ein kluger Mann, dass jede Staatsform irgendwann in einer Oligarchie endet. Also am Ende von einer handvoll regiert werden. 16 Jahre das selbe Staatsoberhaupt.. sie konnte auch hier und da machen, was sie wollte. Und war und ist immernoch von einem nicht unerheblichen Teil des demokratischen Volks gedeckt. Die anderen 70% haben nur eben keinen Bock mehr.

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Man sieht, dass Du bisher nur Demokratie kennen gelernt hast!

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Demokratie ist mir sehr wichtig

Logisch gibt es andere Modelle, du nennst ja selber zwei. Aber wenn es um den Kampf für die Freiheit und Demokratie geht, wäre ich ganz vorne mit dabei. Glücklicherweise müssen diesen Kampf noch nicht führen. Noch.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Abitur 2020 an einem Gymi (math.-naturwiss. Vertiefung) | SN

Noch... ich mit meinen Rückenschmerzen wäre da eh nur ein Etappenhengst :D

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@Dominus73

Auch Einzelpersonen mit Einschränkung können sich im Extremfall am Kampf beteiligen.

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@LeProblemo

Ich meinte damit, dass ich kämpfen würde, wenn auch nur an de Etappenfront.

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Demokratie ist mir eher wichtig

Demokratie ist nur dann sinnvoll, wenn sie auf der einen Seite gleiche Freiheit für jeden umsetzt und auf der anderen Seite aber auch dafür Sorge trägt, dass keiner aufgrund dieser Freiheit zu Schaden kommt. Es ist kontraproduktiv, wenn jemand, so wie seit geraumer Zeit in unserer Pandemie, auf seine demokratischen Grundrechte pocht und es als Folge davon anderen wiederum schlecht geht. Da muss schon ein gegenseitiges Abwägen geschehen können.

"Die Demokratie ist nur die zweitbeste Staatsform - die beste ist noch nicht erfunden."

(Helmut Kohl)

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