Wie werden meine Krankheits-Schichten abgerechnet?

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3 Antworten

Hier gilt das Lohn-/Entgeltausfallprinzip:

Du hast im Krankheitsfall dasjenige an Entgelt zu erhalten, das Du erhalten hättest, wenn Du nicht krank geworden wärst.

Wenn Du also an 4 Tagen für 12-Stunden-Schichten eingeteilt warst, dann aber erkrankt bist, dann bist Du auch für diese 12-Stunden-Schichten zu bezahlen - und nicht nur für 8-Stunden-Schichten; zum Anspruch gehören auch Zuschläge, die eventuell für diese Schichten gezahlt werden.

Das besagt die etwas komplizierter formulierte Regelung des Entgeltfortzahlungsgesetzes EntgFG § 4 "Höhe des fortzuzahlenden Arbeitsentgelts" Abs. 1:

Für den in § 3 Abs. 1 oder in § 3a Absatz 1 bezeichneten Zeitraum [Anmerk.: gemeint sind Zeiten unverschuldeter Erkrankung und wegen Organspenden] ist dem Arbeitnehmer das ihm bei der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit zustehende Arbeitsentgelt fortzuzahlen.

Daran ändert auch nichts, wenn der Arbeitgeber nach Kenntnis von Deiner Erkrankung Dich aus dem Schichtplan streicht.

Genau so hättest Du im umgekehrten Fall Pech gehabt, wenn Du für Überstunden frei bekommen/genommen hättest und wärst dann an den entsprechend freien Tagen krank geworden. Hier wird dann nicht verfahren wie im Fall, dass bei einem Urlaubstag eine Erkrankung eintritt und der Urlaubstag wieder gutgeschrieben wird.

Danke! Ich habe sie gesehen!

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Entgeltfortzahlung erfogt so als wenn du gearbeitet hättest. Sind 12 Stunden vorgesehen müssen auch 12 bezahlt werden. Minusstunden dürfen nicht entstehen.
Es wird nach dem Ausfallprinzip gerechnet. Hättest du frei gäbe es nix.

es werden immer Arbeitstage genommen und diese sind 8 Stunden. Die Überstunden sind ja nicht angefalllen also können Sie auch nicht zusätzlich gewertet werden. Das ist ähnlich den Zuschlägen. Diese gibt es bei geleisteter Nacht oder Sonntagsarbeit, aber nicht für eingeteilt, aber nicht gearbeitet....

Es gibt zwar keine Zuschläge aber dafür den Durchschnitt. In dem sind die Zuschläge enthalten. Und wenn im Schichtplan 12 Stunden stehen gibt es auch für 12 Stunden Lohn bzw Entgeltfortzahlung

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@Maximilian112

Es gibt zwar keine Zuschläge

Doch, Maximilian!

Wenn für die fraglichen Schichten Zuschläge vorgesehen sind, dann hat der Fragesteller auch Anspruch auf sie, denn sie fallen genau so unter das Lohn-/Entgeltausfallprinzip, wenn sie in unmittelbarem Zusammenhang mit der Erbringung der Arbeitsleistung stehen.

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Die Antwort ist falsch, tapri!

Nach dem anzuwendenden Entgelt- oder Lohnausfallprinzip (Entgeltfortzahlungsgesetzes EntgFG § 4 "Höhe des fortzuzahlenden Arbeitsentgelts" Abs. 1) hat der Arbeitnehmer dasjenige an Entgelt zu erhalten, das er ohne die Erkrankung erhalten hätte!

Wenn er also in 12-Stunden-Schichten eingeteilt war und dann erkrankt ist, dann ist er auch für diese 12 Stunden zu bezahlen, nicht nicht nur für 8!

Dazu zählen weiterhin entgegen Deiner Meinung auch Zuschläge, sofern sie für diese Schicht gewährt werden und in unmittelbarem Arbeitszusammenhang stehen.

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Ich gebe dir Recht. Den Denkfehler hatte ich schon einmal....

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@Maximilian112

bei uns steht im Vertrag, nach TATSÄCHLICH geleisteter Arbeit....

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@tapri

bei uns steht im Vertrag, nach TATSÄCHLICH geleisteter Arbeit....

Das ist in Bezug auf die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall irrelevant, denn das würde ja bedeuten, dass - da bei Erkrankung tatsächlich ja nicht gearbeitet wird - damit die unabdingbare Entgeltfortzahlung "ausgehebelt" würde.

Die Entgeltfortzahlung und ihre Berechnungsgrundlagen (Geld- oder Zeitfaktor, Lohn-/Entgeltausfallprinzip) sind von dieser Klausel also nicht betroffen!

Durch diese Formulierung wird allerdings die Anwendung des Bürgerlichen Gesetzbuchs BGB § 616 "Vorübergehende Verhinderung" (als gesetzliche Grundlage für z.B. den Anspruch auf Sonderurlaub) ausgeschlossen, leider erlaubterweise.

Genau so könnte es wegen dieser Klausel zu Problemen bei der Anwendung von § 615 "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko" (das den Arbeitnehmer davor schützt, dass der Arbeitgeber das Arbeitgeberrisiko auf ihn abwälzt) kommen, allerdings geht die herrschende Rechtsmeinung davon aus, dass dieser Paragraph nicht über eine solche Klausel abbedungen werden kann

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