Wie werden die Tage bei längeren Krankschreibungen gezählt?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Zu Grunde zu legen ist das Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG. Dort heißt es in § 3 ("Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall") Abs. 1:

"Wird ein Arbeitnehmer durch Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit an seiner Arbeitsleistung verhindert, ohne daß ihn ein Verschulden trifft, so hat er Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bis zur Dauer von sechs Wochen. Wird der Arbeitnehmer infolge derselben Krankheit erneut arbeitsunfähig, so verliert er wegen der erneuten Arbeitsunfähigkeit den Anspruch nach Satz 1 für einen weiteren Zeitraum von höchstens sechs Wochen nicht, wenn

1. er vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit mindestens sechs Monate nicht infolge derselben Krankheit arbeitsunfähig war oder

2. seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit infolge derselben Krankheit eine Frist von zwölf Monaten abgelaufen ist."

Angewendet auf Deine Frage:

  1. Es wird nach Wochen-/Kalendertagen gezählt, also 4 Wochen = 28 Wochen-/Kalendertage.

  2. Fehlzeiten wegen ein und derselben Erkrankung (auch Erkrankungen, die in einem ursächlichen Zusammenhang mit einander stehen) werden addiert, wenn zwischen den Erkrankungen weniger als 6 Monate verstrichen sind.

  3. Kalendergrenzen (altes Jahr - neues Jahr, Monat April - Monat Mai) spielen keine Rolle; nach den gesetzlichen Bestimmungen geht es um "Zeiträume"; 4 Wochen im Dezember 2013 und 2 Wochen im Februar 2014 (bei ein und derselben Erkrankung) sind also 6 Wochen.

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"30 Kalendertage"

Anrechnungzeit beginnt ab neuer AU

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@BluePapillion

Und was heißt das nun in meinem Beispiel:
4Wo AU 2013 - 2 Wo arbeiten - 4WoAU 2014?

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@merrypotter

In Deinem Fall heißt das:

Wenn Du in 2013 für 4 Wochen erkrankt warst (und das nicht die Folgeerkrankung einer vorherigen Erkrankung war) und nach 2 Wochen in 2014 wieder erkrankst für 4 Wochen wegen der gleichen Krankheit (das gilt auch, wenn sie mit der ersten Erkrankung in unmittelbarem Zusammenhang steht), dann erhältst Du nach der 2. Erkrankungswoche in 2014 keine Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber mehr, sondern Krankengeld von der Krankenversicherung.

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1) Ein Arbeitnehmer wird 4 Wochen krankgeschrieben. Zählt man 4x5, 4x6 oder 4x7 Tage?

Jeder Kalendertag zählt.

2) Der AN arbeitet danach wieder 2 Wo, merkt aber, dass es doch noch nicht geht --> wird wieder krankgeschrieben. Zählt diese erneute Krankschreibung als Fortsetzung der ersten oder beginnt die Tageszählung durch die Unterbrechung wieder neu?

Bei so kurzem Zeitraum und gleicher Diagnose wird das zusammengerechnet; also nicht nochmal 6 Wochen Lohnfortzahlung.

3) Und weil es gerade so schön passt: Spielt dabei der Wechsel eines Kalenderjahrs eine Rolle? Z.B. 4 Wo AU im alten Jahr, 2 Wo arbeiten, 4 Wo AU im neuen Jahr.

Nein, spielt keine Rolle.

Folgendes spielt eine Rolle:

Wiederholte Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit

Wird ein Arbeitnehmer erneut wegen derselben Krankheit arbeitsunfähig, für die er bereits Entgeltfortzahlung erhalten hat, so kommt innerhalb eines einheitlichen Arbeitsverhältnisses eine Anrechnung der früheren Bezugszeiten in Betracht. Dabei stehen stationäre medizinische Vorsorgemaßnahmen sowie ambulante und stationäre Rehabilitationsmaßnahmen einer Arbeitsunfähigkeitszeit gleich.

Ein einheitliches Arbeitsverhältnis wird auch dann angenommen, wenn zwischen zwei eigentlich rechtlich selbstständigen Arbeitsverhältnissen ein enger sachlicher Zusammenhang besteht. Dies ist jedenfalls dann der Fall, wenn der Arbeitnehmer aus betrieblichen Gründen mit der Zusage der Wiedereinstellung nach Besserung der Auftragslage entlassen wurde und er seine Beschäftigung zu unveränderten Bedingungen fortsetzen konnte.

Die Frage, ob die Ursache der wiederholten Arbeitsunfähigkeit „dieselbe Krankheit“ oder zumindest dieselbe Krankheitsursache war, ist aus medizinischer Sicht zu beurteilen. Dabei ist als „dieselbe Krankheit“ auch eine solche zu verstehen, die zwar nicht ununterbrochen bestand, aber auf derselben Krankheitsursache beruht oder zumindest in einem inneren Zusammenhang mit ihr steht. Ohne Rücksicht hierauf gilt allerdings der Ursachenzusammenhang nach Ablauf bestimmter Fristen (6-Monats-Zeitraum; 12-Monats-Zeitraum) als gelöst.

Auch wenn die Entgeltfortzahlung nicht zusammenhängend verläuft, besteht der Anspruch für 42 Kalendertage. Die Zahl der Arbeitstage ist ohne Bedeutung.

http://www.aok-business.de/fachthemen/sozialversicherungsrecht/entgeltfortzahlung-und-ausgleichsverfahren/dauer-der-entgeltfortzahlung/

Im Grunde ist es ganz einfach, Du arbeitst (wie die meisten Menschen) 5 Tage in der Woche und das mal vier, dafür bekommst Du ein Gehalt. Die Krankenkasse zahlt Dir jedoch kein Gehalt sie zahlt Dir Kranken"tage"geld, dessen Bemessungs-Grundlage ist dein Gehalt, Es wird also "nur" das Gehalt (Arbeitsentgelt) von 22 Arbeitstagen pro Monat auf 30 Krankentage pro Monat umgelegt, um so das Kranken-tage-geld zu ermitteln.

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