Wie werden den die "Sammlerpreise" bzw."Sammlerwerte" des MICHELS für Briefmarken und Münzen

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4 Antworten

Zunächst sollte einmal abgeklärt werden, dass die Preisnotierung im Michel nur ein Faktor ist, die Hintergrundinformationen zu gesuchten Marken oder auch ein Sammelgebiet sind ebenso wichtig, will man sich nicht immer durch ein großes Spezialschrifttum hindurcharbeiten. Was die Preisnotierung betrifft, ist der Michel nur dann ein Traumbuch, wenn man nicht realistisch damit umgeht. Zunächst einmal die Erhaltung: Gemessen an den Anforderungen des Michels kann man - abgesehen von wenigen Toppraritäten - sagen, dass ein Großteil des auf dem Markt und in vielen Alben befndlichen Materials schlichtweg Schrott ist (Risse, beschädigte Zacken, unsaubere Stempel, Verfalzungen, Fester, Fingerprints, ...). Das alles muss ein Händler erst einmal aussortieren (solche Marken sollten eigentlich einen Minuswert erhalten), denn der Käufer verlangt für gutes Geld gute Qualität. Dann muss sortiert werden, dass verlangt neben Ausdauer auch Fachkenntnis (Bestimmung der Zähnung, des Wasserzeichens, der Farbe, des Papiers, ...). Diese Arbeit steckt in der Marke, die der Händler verkauft, denn er muss von dem Geschäft leben. Insofern repräsentiert der Michelwert in etwa den Handelswert der einzelnen Marken und - das Verhältnis der Werte untereinander (wichtig für Tauschgeschäfte). Will man nun eine Markensammlung verkaufen, ist es eine absolut überflüssige Arbeit, diese Einzelwerte nun zu addieren und dem Händler einen Michelwert zu präsentieren. Wenn sich dieser aus Massenware addiert wird das Produkt einer Mulktiplikation mit Null immer Null sein. Der Händler argumentiert dann oft, dass der Platz, den dieses Objekt in seinem Laden einnimmt, den Wert der Sammlung überschreitet und wird dankend ablehnen. Wichtig ist die Struktur einer Sammlung, zum Beispiel ob Spitzen vertreten sind und in welchem Zustand. Besteht überhaupt eine Nachfrage? Da fallen schon die meisten mit großem Elan aber wenig oder falsch plazierten Mitteln begonnene Objekte durch und können nur bei ebay als veredeltes Altpapier verramscht werden. Da nützen die schönsten hohen Michelnotierungen gar nichts. Ganz außen vor lassen kann man die Preise für's Album, Falzlosalben sind sehr bequem, Komfort kostet Geld. Für nahezu alles was nach 1955 herausgegeben worden ist, kann man sagen, dass der Preis des Albums nebst der Nachträge, den Wert der Briefmarken, die in ihm stecken, übersteigt. Es bedarf schon einigen Idealismus', Nachträge im Handelswert von ca. 200 € and einen ebay-Kunden, der sie für 1,50 € ersteigert hat, zu versenden. Nur wenn man all das berücksichtigt, kann man die Aussage der Michelnotierung relistisch einschätzen.

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emmme 21.05.2010, 18:38

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Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Der Katalog hat nur eine orientierende Funktion. In der Regel werden die Stücke nach Erhaltungsgrad beurteilt, dann der Katalogwert dafür ermittelt, und 50-60% vom Preis abgeschlagen. Letztendlich jedoch bestimmt den Preis, was der Käufer bereit ist dafür zu zahlen, bzw. für wieviel der Verkäufer bereit ist zu verkaufen.

Irgendwo habe ich mal gehört, das die Katalogpreise aus den höchsten erzielten Preisen auf Börsen oder Auktionen stammt.

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Woher "Welfensammler" die Angabe "MDM" hernimmt bzw. was er damit meint, ist mir schleierhaft ? Die MICHEL-Kataloge werden vom Schwaneberger-Verlag, herausgegeben ! Meisten behaupten die Katalog-Hersteller, dass sie sich "am Markt" orientieren und bei recht teuren Stücken wird es wohl stimmen - was "keinschnee" angibt - dass man sich an Auktionsergebnissen orientiert. Ich bezeichne die Kataloge meist als Traumbücher ! Wenn Du heute normale, billige Sammelware losschlagen willst, bekommst Du in einer Auktion max. 10 - 15% vom Katalogwert. Unter Sammlerfreunden , in Briefmarken-Clubs, kann es sein, dass man Dir 33 - 40% bietet, wenn einer eine Marke schon jahrelang sucht, auch mehr. Eine echte Orientierung findest Du praktisch immer durch Auktionsergebnisse.

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Der Michel wird von MDM herausgegeben, daher dürfte klar sein, woher die Phantasiepreise stammen.

Seriöse Autoren suchen sich die Preise zumeist aus den Preislisten der 5-10 größten Händler.

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Nordschrauber 21.05.2010, 12:50

Das stimmt ja nun nicht. Wo hast Du diese Weisheit denn her? MDM sitzt in Braunschweig und gehört zu BOREK. Die geben selbst einen Katalog heraus und sind damit Konkurrent von MICHEL, der vom Schwaneberger Verlag in München herausgegeben wird.

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