Wie werden "anrechenbare Aufwendungen" bei der Unterhaltszahlung berechnet?

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4 Antworten

Zunächstmal ist bei der Berechnung zu Unterscheiden, ob es sich um den Mindestunterhalt gegenüber minderjährigen oder priviligierten Kindern handelt, oder um andere Unterhaltsansprüche bzw die höheren Einkommensstufen.

In Bezug auf den Mindestunterhalt Minderjähriger ist die private Altersvorsorge nicht abzugsfähig. Auch Schulden können nur in Ausnahmefällen berücksichtig werden. Bei den Werbungskosten ist die Notwendigkeit im Einzelnen genau darzulegen. Eine Risikolebensversicherung kann gekündigt werden. Ist das Kind selbst begünstig, wird es sich darauf aber nicht berufen.

Geht es nicht mehr um den Mindestunterhalt, dann sieht es anders aus. Für eine private Altersvorsorge kann neben der gesetzlichen Rentenversicherung bis zu 4% des Jahresbruttos aufgewendet und einkommensmindernd geltend gemacht werden. Auch Absicherung wie Riskolebensversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung können dann vom Einkommen abgezogen werden. Schulden können eher berücksichtig werden, es kommt aber auch hier natürlich immer auf den Einzelfall an.

Oder wird nur ein Anteil berechnet?

Kommt auf den Einzelfall an. Es wird aber meißt kein Anteil, sondern ein bestimmter Betrag, wie z.B. bei der Altersvorsorge 4% des letzen Jahresbrutto oder hat die angemessen Kosten angesetz.

Wenn kein Mangelfall mehr vorliegt, führt ein reduziertes Einkommen natürlich nicht 1 zu 1 zu wenige Unterhalt.







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"Vom (Netto-)Einkommen werden dann Schulden und andere Belastungen
abgezogen, so dass im Ergebnis das sogenannte unterhaltsrechtlich
relevante bereinigte Nettoeinkommen verbleibt."

Der Rest steht hier:

http://www.kanzlei-hasselbach.de/2014/unterhalt-kuerzen-mit-sonderausgaben/06/

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Kommentar von Johnbobs
08.01.2016, 13:13

Die Seite habe ich über google auch gefunden. Jedoch steht dort nicht ob die Beträge komplett addiert wird. Also bei einem Darlehen von 300 Euro/Monat und zb. einer Berufsunfähigkeitsversicherung von 50 Euro/Monat wird das eine anrechenbare Aufwendung von 350 Euro? (300+50=350Euro/Monat)

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Ausgaben, die abzugsfähig sind, werden in der Regel in voller Höhe abgezogen. Kindergeld wird nicht abgezogen, da es ja auch nicht zum Einkommen gehört.

Eine Übersicht über die abzugsfähigen Posten findest Du auf http://www.scheidung-online.de/unterhalt/einkommensberechnung/abzuege-vom-einkommen/index.php

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Kommentar von Johnbobs
08.01.2016, 13:20

Super Antwort, vielen Dank!
Wenn ich die Kilometerpauschale als anrechenbare Aufwendung dazu rechne, dann darf ich die monatlichen Kreditraten für das Auto nicht dazurechnen! Aber auch wenn es kein KFZ-Autokredit ist sondern ein Privatkredit?

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