Wie weit darf ich als atheist eim kritisieren von religionen gehen?

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18 Antworten

Ich bin ein religiöser Mensch und habe kein Problem mit sachlich vorgetragener Kritik und vernünftiger Argumentation.

So lange keine herabwürdigenden Formulierungen genutzt werden, keine persönlichen Angriffe erfolgen und eine gewisse Achtung vor den religiösen Überzeugungen gewahrt bleibt, sehe ich kein Problem.

Es gibt Fakten und persönliche Meinungen. Beide können in einem Gespräch sinnvoll sein und deshalb akzeptiere ich beide Elemente.

Ich habe schon mit Menschen verschiedener Konfessionen und Weltanschauungen gesprochen, ohne dass es böse Worte gab.

Was ich allerdings nicht mag sind offensive Streitgespräche mit Bekehrungscharakter, die an einen Missionierungsversuch erinnern.

Wenn ich mit jemandem über meine Religion spreche, dann ist das aus meiner Sicht eine Möglichkeit, die Gedanken einer anderen Person zu erfahren, vielleicht welche Erfahrungen sie gemacht hat usw.

Vielleicht bringt die Person auch einige Fakten oder Ideen vor, die ich mir in einer ruhigen Minute mal vergegenwärtigen und mein eigenes Glaubenssystem damit prüfen kann.

Außerdem lerne ich aufmerksames zuhören und wie ich meine Meinung für unterschiedliche Menschen verständlich vermitteln kann.

Ich sitze allerdings nicht mit einer Person zusammen, um mich von einem übermotivierten Möchtegern-Messias maschinengewehrartig mit Propaganda für eine bestimmte Weltanschauung zutexten zu lassen.

Auch Selbstdarsteller und Egomanen, die meinen, mich für intellektuelle Fingerübungen nutzen zu können, haben schlechte Karten bei mir.

Früher oder später gibt es in religiösen Diskussionen aber ohnehin Punkte, an denen man als religiöser Mensch nur noch sagen kann "das glaube ich eben" oder "das halte ich für wahr".

Dann glaubt man - oder eben nicht.

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Da gibt es keine objektive Regel, das muss jeder für sich selber entscheiden. Meine Einstellung ist die:
Für Kritik an der Religion an sich sowie ihren Institutionen und Glaubenssätzen darf es keine Grenzen geben.
Die Grenze liegt da, wo Kritik persönlich wird und den Gläubigen an sich herabwürdigt.

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Du darfst nicht nur, Du solltest an Religionen alles kritisieren (dürfen), was die einfällt. Von bizarren Ritualen im Alltag über Widersprüche in Heiligen Schriften bis hin zu den Grausamkeiten für die Religion(en) verantwortlich sind. Du darfst das mit allen Mitteln, von Argumenten bis Humor. Religion verdient keinen Respekt, einfach nur "weil es eine Religion ist". Schlechte Ideen müssen kritisiert werden!

Du solltest aber immer unterscheiden zwischen der Religion (der Idee, dem Regelwerk) und dem (einzelnen) Menschen. Der Mensch mit dem Du redest hat im Zweifelsfall ganz andere Gründe zu glauben als Du vielleicht denkst und leider identifizieren sich Leute mit dieser Art von Idee so weit, daß Sie häufig Kritik an der Idee als Kritik an ihnen selbst sehen. Da mußt Du dann aufpassen und langsam machen!

Es geht bei der Religionskritik nicht darum, sich überlegen zu fühlen, indem man andere runter macht, sondern darum anderen zu helfen indem man ihnen zeigt wie irre diese Idee und wie schlecht diese Regeln sind. Das solltest Du nie als Ziel aus den Augen verlieren.

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Soweit du willst.

Meinugs- und Redefreiheit sind hier in Europa Grundrechte, von daher darfst du nach Lust und Laune kritisieren. Gläubige werden sich so gut wie immer beschweren, wenn du ihren Glauben kritisierst, aber solange du ein paar Grundregeln einhältst, muss dir das nichts ausmachen.

1.) Höflichkeit. Versuch von Kraftausdrücken abzusehen, es sei denn du willst unbedingt provozieren.

2.) Sachlichkeit. Wenn du von Tatsachen sprichst, forsche nach ob die so gestützt sind. Nichts ist peinlicher als wenn du etwas als Tatsache verkaufen willst, was so nicht stimmt.

3.) Subjektivität. Wenn du von deiner Meinung sprichst, bleib subjektiv. Die Objektivität ist den Tatsachen vorbehalten.

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Als Atheist vertrittst du eine Meinung bzw. Überzeugung und ein religiöser Mensch vertritt ebenfalls eine Meinung bzw. Überzeugung.

Eine Kritik oder Diskussion ist solange in Ordnung, wie die Person, die einen Standpunkt vertritt, außen vor bleibt. Es wird grundsätzlich immer nur über den Standpunkt diskutiert, nie über die Person, die ihn vertritt.

Eine solche Diskussion erfordert ebenbürtige Diskussionspartner, die sich in ihrem Standpunkt auskennen und argumentieren können, und sie erfordert ein Gespür dafür, wann man damit aufhören muss, bevor es doch persönlich wird.

Das ist ein sehr reizvolles aber auch schwieriges Unterfangen.

Also: sobald sich dein Gegenüber persönlich angegriffen fühlt, musst du aufhören.

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Ich frage immer nach dem Warum . Warum sollte ein Gott , der ja angeblich schon immer existiert ausgerechnet jetzt die Erde die Menschen usw erschaffen haben ? Wurde ihm Langweilig ? Was hat er vorher gemacht , warum existierte er vorher ? Warum existiert er überhaupt ? Was hat die Erschaffung des Lebens für einen Sinn ? Würde es im gesamten Universum kein Leben geben , was macht das für einen Unterschied ? Was war eigentlich so schlecht an der Zeit vor meiner Geburt ? 

Dann kommt die Frage nach dem Grund unserer Existenz . Und genau dafür gibt es keinen Grund , es ist einfach nur Zufall , der sich unendlich oft wiederholt .

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Kommentar von 0815Interessent
01.02.2016, 16:03

Mit dieser Überlegung und Argumentation implizierst du aber, dass wirklich alles im Rahmen des menschlichen Verständnisses und der menschlichen Logik passiert und existiert.

Woher will man als Mensch wissen, ob es nicht etwas gibt, das außerhalb unserer Logik ist? Wie können wir uns sicher sein, dass alles im Universum und davor menschlicher Logik folgt?

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Wozu soll das gut sein? Wirst du klüger dadurch, das die anderen dümmer erscheinen?

Auch ist Religion und Wissenschaft durchaus vereinbar. Wenn Gott die Natur ist (und nicht etwas Übernatürliches), ergibt alles einen Sinn. (Pantheismus)

Evolution ist viel mehr als nur Selektion und Mutation. Mutation bei einem Neugeborenen bedeutet Gendefekt, Behinderung. Die Natur versucht genau das zu vermeiden. Mutation ist also keine Triebfeder, sondern eine Krankheit.

Unterscheidet sich der heutige Mensch vom Steinzeitmensch durch Gene, oder durch erworbenes Wissen? Die Gene sind nicht der Motor der Evolution, sondern das was im Leben erworben wird.

"Vater unser im Himmel"

Himmel = Sonnenlicht, CO2, Regen

Photosynthese: Licht+CO2+Wasser -> Pflanze

Nahrungskreislauf -> Mensch kommt aus dem Himmel

Umso länger man sich mit Wissenschaft und Religion beschäftigt, umso mehr entdeckt man das sie nur eine Wirklichkeit beschreiben aus verschiedenen Blickwinkeln. Und das die Zersplitterung in verschiedenste Wissenschaftsfächer blind macht für das große Ganze, für Natur = Gott = Leben = Ewig.

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Kommentar von matmatmat
31.01.2016, 22:28

Pantheismus, Deismus... das sind aber auch so ziemlich die einzigen Formen von Religion die mit Wissenschaft kompatibel sein könnten und nun wirklich nicht das übliche, was man so trifft.

Evolution ist Mutation, Vermehrung, Selektion. Sonst nichts. Sie hat keine Richtung, kein Ziel, niemanden der sie steuert.

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Sieh es mal so: Religion ist für viele eine emotionale Sache. Immerhin "löst" sie die Frage nach dem Sinn des Lebens und dem Leben nach dem Tod. Keine Kleinigkeiten.

Religion anzuzweifeln ist also das Anzweifeln eines kompletten Lebensgefüges.

Und: Frage dich: Bist du religionskritisch, oder kirchenkritisch? An der katholischen Kirche gibt es vieles zu kritisieren, die Kernbotschaft des Christentums ist aber: liebe deinen Nächsten, deine Feinde usw.

Der Islam, trotz vieler Gewalttätigkeit, will das Reich des Friedens errichten (Dar-al-salam).  usw.

Und vor allem: Warum sollte man Religion kritisieren? In dem Sinne ist Atheismus dein Glaube, auch den kann man letztlich nicht beweisen. Glaub was du willst, und wenn dich jemand belehren oder bekehren will: Geh/schick ihn weg.

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Kommentar von matmatmat
31.01.2016, 22:29

Keine schlechte Grundeinstellung, aber: Wer die Existenz von etwas behauptet muß diese auch beweisen (wenn er möchte, das andere ihm das abnehmen). In diesem Sinne: Atheismus ist die "natürliche" Position und hat nichts zu Beweisen.

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Kommentar von Hamburger02
01.02.2016, 15:24

"Immerhin "löst" sie die Frage nach dem Sinn des Lebens und dem Leben nach dem Tod."

Das sind keine Lösungen, das sind nur Scheinlösungen ohne jeglichen Bezug zur Realität.

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Es gibt keinen Gegensatz von Wissenschaft und Religion.
Kritisieren darfst du alles. Boshaft verachten führt uns nicht näher zur Wahrheit.

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Kommentar von Hamburger02
01.02.2016, 15:32

Kommt wohl drauf an, wie genau man hinguckt. Ich erkenne jede Menge Widersrpüche sowohl im Ansatz, in der Methodik als auch inhaltlich.

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habe mich aber für die seite der wissenschaft entschieden

es gibt viele Menschen, die der Meinung sind, dass Wissenschaft und Glaube sich nicht gegenseitig ausschließen. Auch ich glaube an Gott, Gründe/Argumente, warum ich das tue findet man einfach wenn man sich mal meine Antworten auf die letzten paar Fragen durchließt.

Wenn du aber der Meinung bist, dass du Religionen unbedingt kritisieren möchtest, dann mach dich doch bitte nicht über die Religionen lustig. Mach das bitte konstruktiv, das Wort hast du ja in deiner Frage auch schon mal erwähnt. Aber mal eine Frage an dich: Was hast du davon, wenn du Religionen kritisierst? Du bekommst doch keine Belohnung dafür.

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Kommentar von matmatmat
01.02.2016, 07:59

Warum sollte man sich nicht über Religion lustig machen? Ich finde es gibt Bereiche, da ist das ein angebrachtes Mittel der Kritik. Nicht bei so ernsten Themen wie der Kinderverstümmelung / Beschneidung aber Satire ist durchaus eine Form der Kritik die etwas bewirken kann. Sie hält humorvoll den Leuten den Spiegel vor, bricht Tabus und bringt dinge ins Gespräch. Da finde ich Humor sehr wichtig.

Und mal ehrlich, manchmal lacht man auch aus Verzweifelung. Das ist dann nicht böse gemeint, aber geht in dem Moment nicht anders...

Was hat man davon, wenn man Religion kritisiert? Das fängt damit an, das man als nicht religiöser Mensch auch als Mensch mit sinnvollem Standpunkt wahrgenommen wird (wo uns auch in diesem jahrtausend Bischöfe mal was erzählen wie "ohne waren Glauben gibt es kein menschsein") und hört da auf, wo religiöse Diskriminierung am Arbeitsmarkt die Jobchancen schmälert.

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Zu welchem Anlass? 

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Solange Du nicht persönlich wirst oder Menschen wegen ihres Glaubens kritisierst, ist das okay.

Bedenke vor allem, wie oft gerade Wissenschaft schon angeblich Unumstößliches revidieren mußte ;-)

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Kommentar von matmatmat
31.01.2016, 21:54

Ich wüßte jetzt nichts, was in der Wissenschaft je unumstößlich gewesen ist? Das ist doch gerade der Unterschied...

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Kommentar von PWolff
31.01.2016, 22:23

Ich hatte Wissenschaft auch mal als "Zweitreligion".

Bis ich auf die Erkenntnistheorie gestoßen wurde. (Schule, Philosophieunterricht)

Und dann ist da noch das Gödel-Theorem. Und "Die Mathematik ist eine Wissenschaft auf Hoffnung hin" (Physikprofessor Günter Ludwig)

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Kommentar von Hamburger02
01.02.2016, 15:29

"Bedenke vor allem, wie oft gerade Wissenschaft schon angeblich Unumstößliches revidieren mußte ;-)"

Nach meinem Wissen ist das noch nie passiert, weil die Wissenschaft von vornherein davon ausgeht, dass es gar keine unumstößlichen Wahrheiten geben kann. Das behaupten nur Religionen und tischen dann Märchen auf.

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Sehr komische Frage. Soweit es eben Deinem Geprächspartner Spaß macht.

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So weit wie du willst, musst es aber nicht allen unter die Nase reiben. Die religiösen Leute musst du auch respektieren.

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Kommentar von matmatmat
31.01.2016, 21:55

Natürlich muß er religiöse Menschen - wie alle Menschen - nett behandeln. Aber Respekt ist doch etwas, daß man sich mit irgend einer positiven Leistung verdienen muß, oder?

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du darfst genauso weit gehen, wie die gläubigen es auch tun........das problem ist nur, dass fast jeder gläubige ab einem bestimmten punkt zum fanatiker wird, weil er nicht mehr weiter argumentieren kann..........

so lange du niemanden bedrohst, nicht zu gewalt aufrufst oder beleidigend wirst, so lange machst du alles gut und bist besser als der grösste teil der gläubigen selbst.................:)

das schöne ist ja, dass wir echte fakten bringen, die von gläubigen aber immer nur mit dummen zitaten aus dem märchenbuch dann beantwortet werden, in wahrheit geht fast niemand auf fakten ein, was sollen sie auch dagegen schreiben?.............*g*

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Sky is the limit

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Kommentar von Theatheist
31.01.2016, 21:45

Den himmel als solchen gibt es aber nicht, das ist eine reine illusion des sonnenlichtes

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Solange  bis jemand auf dich losgeht

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