Wie wehrt man sich dagegen, wenn Ärzte falsche Diagnosen stellen?

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Jede Krankenkasse hat eine Rechtsabteilung, dort ist man auch daran interessiert das alles seine Richtigkeit hat. Die Krankenkasse sollte der erste Ansprechpartner in so einem Fall sein.

Und, das habe ich erlebt, die Kasse hatte einmal recht 'robust' meine Interessen vertreten.

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Zunächst einmal müsste die Frage geklärt werden, wer überhaupt der Meinung ist, dass die gestellte Diagnose falsch war. Wenn es der Patient selbst ist, ist die Beantwortung der Frage meist müßig, jeder Patient hat aber das Recht auf eine Zweit- oder auch Drittmeinung, sofern er an der zuerst gestellten Diagnose zweifelt.

Jede Diagnose ist aber zunächst einmal richtig, sofern sie fachlich nachvollzogen werden kann. Treten im Laufe der Behandlung oder Untersuchungen weitere Erkenntnisse zutage, kann und sollte man die zuvor gestellte Diagnose überdenken und ggf. auch verwerfen und durch eine andere ersetzen. Das macht die erste Diagnose jedoch nicht per se "falsch", da es 180°-Wendungen ohnehin so gut wie nicht gibt. Natürlich werden einmal gestellte Diagnosen - allen voran fachfremde - von Arztbriefen übernommen, denn kein Arzt wird diese Diagnosen erneut überprüfen können oder wollen, solange es dafür keinen Anlass gibt.

Wenn allerdings ein zweiter Arzt zur Auffassung gelangt, dass die Diagnose des Kollegen komplett falsch war, wird er diese in einem Arztbrief korrigieren. In diesem Fall wäre es auch nicht falsch, wenn der Patient seine Krankenversicherung durch die Vorlage des Arztbriefes von der vermutlichen Falschdiagnose unterrichtet, damit es für den Versicherten in Zukunft nicht zu Nachteilen kommen kann.

Allerdings stellt sich bei widersprüchlichen Diagnosen zweier Ärzte grundsätzlich die Frage, welche Diagnose denn nun eigentlich die richtige ist. Im Zweifelsfalle müsste dies gutachterlich geklärt werden, wobei sich sofort die Frage nach der Kostenübernahme für dieses Gutachten stellt. Wenn die Krankenkasse selbst ein Interesse an der Klärung hat, übernimmt dies übrigens der MdK (Medizinischer Dienst der Kassen).

Nun muss man jedoch auch konstatieren, dass es sich bei strittigen Diagnosen meist um psychiatrische Fragestellungen, oft mit forensischem Hintergrund handelt. In solchen Fällen "kloppen" sich auch mal Gutchter mit unterschiedlichen Auffassungen vor Gericht und der Richter muss entscheiden.

Du merkst also, dass die Fragestellung nach einer vermeintlichen Falschdiagnose sogar auf höchsten Ebenen nicht immer geklärt werden kann.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Gehe zu einem / lasse ein medizinischen Gutachten /machen.

Sollte dieser etwas anderes heraus finden, wie alle anderen Ärzte, kannst du je nach dem Klagen. Sollte es dadurch zu Komplikationen, oder dergleichen gekommen sein.

Aber wenn mehrere unabhängige Ärzte, alle zur gleichen Diakonisse kommen, Zweifel ich eher am Urteilungsvermögen des Patienten.

Indem man sich einen neuen Arzt sucht, der einen unabhängig von zuvor gestellten Diagnosen ganz unbefangen erneut untersucht. Du solltest Dir also eine zweite Meinung einholen, die sich nicht von den bestehenden Meinungen beeinflussen lässt, sondern so tut, als wärst Du noch nie untersucht worden.

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