Wie wechselt man die erzählperspektive beim schreiben?

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5 Antworten

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Mitten in der Geschichte zu wechseln finde ich sehr ungeschickt und zeugt meiner Meinung nach von schlechtem Stil.

Für einen Epilog fände ich es gerade noch tragbar, wenn du zB den Epilog aus der Sicht der Mutter/Vater/guten Freundes schreibst (eben jemand der in der Geschichte auch wichtig war). Oder vielleicht kannst du einen Brief mit den Wünschen an die Hinterbliebenen als Epilog einbauen? Sodass du nicht einen kompletten Bruch hast, aber doch implizierst, dass es für die Figuren danach ein Leben geben wird.
Eine andere Idee: Zeig, die Szene die du für den Schluss noch hast, aus der Sicht deines Charaktes. Als ob die Seele noch da wäre und sich noch einmal versichert, dass es seinen Lieben gut geht. Wenn deine Figur einen starke Stimme hat, mit der sie das Endgeschehen kommentiert – oder die Figur einfach so von Raum zu Raum "schwebt", dann ist das ziemlich klar, dass du nicht die Perspektive gewechselt hast. Dein Charakter kann nur nicht mehr mit den anderen interagieren – oder vielleicht nur noch sehr limitiert.

Ein andere Methode: Schreib generell in der 3. Person. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass eine personale Erzählung in der 1. Person sein muss. Dazu formst du entweder deine Sätze von Ich auf Er/Sie/Es um, oder du schreibst einfach ganz normal, aber anstatt ich einfach er/sie/es. Dann wäre der Bruch am Ende auch nicht so schlimm, wenn du auf eine andere Figur "zappst". Wie gesagt, zu einer auktorialen Erzählperspektive gehört mehr als nur die 3. Person ;)

Ich fänd ja einen Bruch interessant. Vielleicht sogar ne neutrale Erzählweise. Oder du als Autor trittst plötzlich als Erzähler in Erscheinung. Das erscheint mir am geschicktesten.

Wenn es ein neues Kapitel ist, kannst du ohne Probleme wechseln. Sonst natürlich wenigstens Absatz.

Die Ich-Perspektive ist die kompliziertete, weil der Protagonist ja immer am Ort des Geschehens sein muss. Die Person muss es ja selbst erfahren, erleben, sich daran erinnern, oder es wenigstens träumen. Es kann dann auch kaum Nebenhandlungen geben, die sich auf den Charakater auswirken.

Es können nichrt einmal Meinungen und Ansichten anderer dargestllt werden, ohne einen Konflikt zu haben. Ohne Perspektiv-Wechsel wird jede Erzählung leicht eine Schmalspur-Geschichte

Wilst du deinen Charakter von außen sehen, musst du die Perspektive wechseln. Der Erzäler kann nicht reflektieren, also sich Gedanken machen über das Geschehen. Dazu müsste man im Kopf eines Beobachters gehen, der dann kommentierende Gedanken etc. hat.

Bei deinem Epilog ist es noch am einfachsten, wel Menschen, die den Protagonisten kannten sich auch untereinander kennen und irgendwo über ihn unterhaltn könnten. <kinder, Schulfreunde, Exfrau, es kann praktisch jeder sein.

Der Perspektivwechsel ist so einfach wie ein Kamerawechsel im Film.

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