Wie / Warum erkennt das Gehirn "Spaß"?

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6 Antworten

Wie das Gehirn Humor "verarbeitet"

Trotz aller Komplexität gibt es doch erstaunliche Übereinstimmungen, was den Humor und seine organische Ausgangslage anbelangt.

Dabei scheint es aber nicht das "Humor-Gebiet" zu geben wie ursprünglich vermutet, sondern mehrere Beteiligungen.

Das ist auch nötig, denn der Humor ist ungleich vielschichtiger als man gemeinhin annimmt.

Um ihn zu erkennen, zu durchschauen, seine einzelnen Anteile einzuordnen und dann doch wieder zu einem Ganzen, einer emotionalen Reaktion zusammen zu fügen, das bedarf mehrerer Hilfestellungen, und damit auch mehrerer Gehirn-Areale mit ihren spezifischen Aufgaben.

So gibt es beispielsweise ein (zumindest) zwei-stufiges Modell der Humor-Perzeption (Aufnahme).

Danach muss erst einmal in einem Witz die Inkongruenz wahrgenommen werden, d. h. da stimmt irgendetwas nicht überein, da deckt sich etwas nicht, da ist ein Haken, aber was für einer? Schließlich geht der Witz ja auch auf eine Pointe aus, einen Knalleffekt, wenn man so will. Einem Witz kann man offensichtlich nicht mit logischen Überlegungen beikommen, er verblüfft ja oftmals regelrecht durch seine Unlogik.

Eine gezielte, bewusst eingesetzte Unlogik zu erkennen ist aber fast noch schwieriger als einen logischen Ablauf zu durchschauen.

Ein Witz ist gleichsam die logische Fortführung eines bewusst unlogischen Ablaufs. Und das braucht offensichtlich mehrere Schritte bzw. mehrere spezialisierte Gehirn-Areale:

Zum Beispiel die hintere Schläfenlappen-Rinde und das linksseitige Stirnhirn. Und wenn das Ganze schließlich noch in ein Lächeln oder gar Lachen münden soll, dann wird der mediale basale Temporallappen (mittlere untere Schläfenlappen des Gehirns) und das so genannte mesolimbische Belohnungszentrum aktiviert (das limbische System ist - grob gesprochen - ein vielschichtiger Gehirnteil zwischen Hirnstamm und Hirnrinde, der u. a. die Gemütslage und das Triebverhalten regelt und mit vielfältigen Organfunktionen verknüpft).

(ausführlich s. http://psychiatrie-heute.net/bb/07bloedeln.html)

Wow, das muss man Hirn auch erst mal "verarbeiten" g Danke!

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Die Lust auf Spaß ist wohl ein - im wesentlichen - biochemischer Vorgang. Unser Körper belohnt uns mit einem angenehmen Gefühl.
Und das Lachen eine positive Wirkung hat ist ja ebenfalls hinreichend erwiesen.
"Spaß" im Sinne positiver Gefühle ist also evolutionstechnisch verankert. Siehe auch unser entfernten Verwandten, die Affen, wenn die sich amüsieren.
Zur Übermittlung der spaßmachenden Signale gibt es verschiedene Kommunikationswege: direkt und unmittelbarer Körperreiz, wie Kitzeln, oder beispielsweise Sprache und Bidler.
Sprache und Bilder müssen zunächst verarbeitet werden. Die Beurteilung unterliegt, aufgrund eines wesentlich vom Bewustsein bestimmten Prozesse, der Bemessung anhand erlernter Maßstäbe (Erfahrung, Kultur, Normen etc.).
Somit ist das Empfinden für "Spaß" beides: angeboren und antrainiert.
Denn wer möchte sich nicht ab und an mit eine biochemischen Hormonausschüttung belohnen?

du hast schon recht, vieles ist antrainiert! was wir als kinder vorgelebt bekommen, wird gespeichert und bei bestimmten gelegenheiten abgefragt. aber auch angeborene dinge lassen uns erkennen, ob z.b. unser gegenüber lustig ist, oder etwas freundlich meint, am gesichtsausdruck erkannten schon steinzeitmenschen die stimmung ihrer artgenossen, wie durch lächeln, stirn kraus ziehen usw.

Also scheint es wirklich nur instinktiv zu sein, das man verschiedene Dinge lustig findet. Faszinierend! DH!

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Ich denke, dass hier Dinge wie Mimik, Gestik und Klang der Stimme zusammen kommen...

Wenn ich davon ausgehe, dass Du Deinen Beruf erlernt hast, dann ist die Frage wohl nicht Dein ernst - oder ?... Sinnnesorgane ???? Madame, das solltest Du wissen.

Meinen Beruf verstehe ich wohl auszuüben ;-)

Mir ist schon klar, das ich durch das Aufnehmen bestimmter Reize (Sehen, hören, fühlen) eine Reaktion im Körper bekomme - aber WORAN merkt mein Hirn, das es "lustig" ist, wenn ich z.B. einen Witz in der Zeitung lese?

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@Senselessways

Ich wollte Dich nich angarren... Nur fragte ich mich doch so ... Naja... In etwa so: Das Hirn verarbeitet Reize, so, wie wir der Meinung sind, sie zu deuten. Die Natur hat uns die Gestik gespendet und die wissen wir vom Säuglingsalter an zu deuten.

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Spaß ist das subjektive Erleben einer Emotion:

http://de.wikipedia.org/wiki/Emotion

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