Wie war Großbritannien dem Völkerbund gegenüber gestellt?

1 Antwort

1. Großbritannien war zunächst einmal mit Frankreich eine Siegermacht im Ersten Weltkrieg und nutzte den Völkerbund nach dem Nicht-Beitritt der eher gemäßigten USA als Instrument der Durchsetzung ihrer Interessen.

2. 1923 machten sie dann aber nicht mehr mit, als Frankreich ausstehende Reparationen durch Besetzung des Ruhrgebiets durchsetzen wollte.

3. Wie sehr sich Großbritannien von der Versailles-Diktat-Politik entfernte, zeigte sich nach der Machtergreifung Hitlers: Da taten sie nur wenig, als Hitler 1935 die Wehrpflicht wieder einführte, und kurz darauf schlossen sie sogar ein zweiseitiges Flottenabkommen mit Deutschland, entließen damit also praktisch Deutschland aus seiner Verliererrolle nach dem Ersten Weltkrieg.

4. Später war Großbritannien Zentrum der sog. Appeasement-Politik (Beschwichtigungspolitik), bei dem man Hitler möglichst durch Zugeständnisse vor noch schlimmeren Dingen, also Krieg, abhalten wollte. Höhepunkt war das Münchener Abkommen, bei dem man - ohne die Regierung der Tschechoslowakei einzubeziehen, den westlichen Teil dieses Landes Hitler übergab (Sudeten) - übrigens ein Gebiet, das für die Verteidigung des Landes sehr wichtig war.

5. Erst Hitlers Bruch der Münchener Vereinbarungen durch Besetzung der "Rest-Tschechei" führte dann zum Umdenken in London und zur Abgabe einer Garantieerklärung für das als nächstes bedrohte Polen.

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