Wie war es in der DDR zu leben?

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3 Antworten

Ich weiß noch ganz genau wie ich meinen ersten Farbfernseher in der DDR gekauft habe. Man konnte damals nicht einfach in einen Laden gehen und so ein Gerät kaufen, es gab schlicht keine. Deshalb habe ich eine Verkäuferin gefragt an welchem Tag sie Ware bekommt. Sie hat mir das Datum genannt und mir gesagt, dass ich rechtzeitig da sein soll. Die ersten Leute standen schon immer um 5.00 Uhr früh vor dem Laden. Um 9.00 Uhr wurde der Laden aufgemacht. 

Weil ich unbedingt so einen Fernseher haben wollte, war ich bereits um 4.00 Uhr dort, war jedoch nicht der Erste, sondern nur der Zehnte in der Warteschlange. Bis der Laden öffnete, hatte es an diesem Tag zwei Mal geregnet und ich war klitsch nass weil ich keinen Schirm mitgenommen hatte. 

Als ich endlich dran war, habe mehr als 4000 Mark auf den Tisch gelegt. Den genauen Preis weiß ich nicht mehr, ich glaube es waren 4200 oder so. Jedenfalls waren es mehr als 5 Monatslöhne. Mit meiner "Beute" auf den Knien habe ich mich im Taxi nach hause fahren lassen. 

Auf mein Auto musste ich nicht nur ein paar Stunden, sondern 10 Jahre warten. Als die 10 Jahre vorbei waren, hat man mir gesagt dass ich noch ein weiteres Jahr warten müsste. Also habe ich noch ein weiteres Jahr gewartet. Aber auch nach 11 Jahren habe ich meinen Wartburg nicht bekommen. 1989 hatte ich bereits 13 Jahre gewartet und noch immer war kein Auto in Sicht. 

Dann war plötzlich die Grenze offen und kurz darauf bekam ich eine Karte. Darauf stand dass ich mein Auto jetzt abholen könnte. Aber da hatte ich bereits ein richtiges Auto. Einen 2 Jahre alten Dreier 6 Zylinder. Keine Ahnung ob der Wartburg noch einen anderen Käufer gefunden hat.

Es ist bezeichnend für viele bisherige Antwortgeber hier, dass in ihren Beiträgen immer zuerst die Möglichkeiten zum Erwerb von schnöden Alltagswaren genannt werden.

Damit bestätigt sich faktisch, dass die Einheit nicht wegen "Diktatur", "Stasi", "Reisebeschränkung" usw. erzwungen wurde, sondern wegen fehlender Bananen und D-Mark.

Fülle den Leuten den Bauch, befriedige ihre Ur-Triebe und Gelüste, verdumme sie ordentlich -  und es ist ihnen egal, wer gerade herrscht!

Beschreibungen über das Leben in der ehemaligen DDR findest Du massenhaft über die Suchmaschinen. Jeder Bericht hier kann immer nur die subjektive Reflexion des einzelnen auf seine konkreten Lebensumstände sein. Deswegen ist keiner dieser Beiträge objektiv und allumfassend (auch meiner wäre es nicht!)..

Mein Tipp: glaube nicht alles, was hier erzählt wird, v. a. nicht von den selbst-ernannten DDR-"Kennern", die in der Regel nur ihren persönlichen Frust ablassen und einem ehemals völkerrechtlich anerkannten Subjekt, das seit langem nicht mehr existiert und sich damit auch nicht mehr wehren kann, noch im Nachhinein seine Existenzberechtigung absprechen wollen. 

Bei der Berufswahl wurde einem nicht vorgegeben, welchen Beruf man erlernen soll, das konnte man schon selbst entscheiden. Die Noten waren schon wichtig, aber anders als heute. Jeder bekam damals eine Lehrstelle, Arbeitslosigkeit gab es offiziell nicht in der DDR.  

Der Alltag war mühsamer, anstrengender als heute. Es gab ein miserables Warenangebot, auch bei Lebensmitteln. Oft gab es die einfachsten Sachen nicht wie Apfelmus oder Orangensaft. Ketchup war schon sowas wie Luxus, wenn es den gab, dann stand da ein Schild: Bitte nur eine Flasche nehmen.  Wir haben uns damals auf der Arbeit immer gegenseitig geholfen. Wenn einer in seiner Kaufhalle (DDR-Wort für Supermarkt) etwas entdeckt hat, was die anderen gerade nicht kaufen konnten, dann hat er das für die anderen mitgebracht.

Für vieles brauchte man Beziehungen, z.B. um Autoersatzteile oder Material zum Haus bauen zu bekommen oder  damit man einen Handwerker bekam,der etwas reparierte.  

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