Wie war die Meinung von der RAF zu Helmut Schmidt?

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6 Antworten

Helmut Schmidts militärische Vergangenheit in der Zeit des Nationalsozialismus goss für die selbsternannten "Kämpfer" der RAF sicherlich Öl ins Feuer ihres Feindbildes. Wer im Dritten Reich Offizier war, war für sie automatisch ein Nazi und somit ein Gegner. Dass Helmut Schmidts Vater der unehelich geborene Sohn eines jüdischen Kaufmanns war und Helmut Schmidt aufgrund dessen als sogenannter "Viertel-Jude" unter die furchtbaren "Nürnberger Rassegesetze" fiel und daher erhebliche Repressalien von Seiten der Nazis zu befürchten hatte, wenn diese Tatsache bekannt geworden wäre, hat die Terroristen mit ihrer einseitigen Weltsicht sicher nicht interessiert. Helmut Schmidts innerer Zwiespalt zwischen der von ihm erst nach und nach als verbrecherisch erkannten Naziherrschaft und seinem Offizierseid war den Mitgliedern der RAF gewiss ebenfalls völlig gleichgültig.

Der Hass der Terroristen auf den damals amtierenden Bundeskanzler war immens. Natürlich war Helmut Schmidt eine höchst gefährdete Persönlichkeit, und noch viele Jahre nachdem er sein Amt nicht mehr ausübte, wurde er von Leibwächtern geschützt. Er und seine Frau Loki reagierten darauf mit der ihnen eigenen Pragmatik: beide setzten ein Schriftstück auf, in dem sie erklärten, wenn einer von ihnen als Geisel genommen werden sollte, würde sich der andere niemals erpressen lassen. Ihre Tochter Susanne musste im Zuge der Bedrohung durch die RAF Deutschland verlassen und nahm ihren Wohnsitz in England.

Einige Klarstellungen zu einem anderen Beitrag:

Was Helmut Schmidt an der Front "getrieben" hat, ist hinreichend belegt, wobei man sich allerdings nicht auf das ebenso infame wie schlecht recherchierte Buch "Helmut Schmidt und der Scheißkrieg" von Sabine Pamperrien stützen darf sondern beispielsweise auf die brillante zweibändige Biographie über Helmut Schmidt von Hartmut Soell.

Nicht Helmut Schmidt hat die Rasterfahndung eingeführt, sondern der Chef des BKA Horst Herold in den Siebziger Jahren im Zuge der Bekämpfung des Terrors der RAF. Ebenso wenig hat Hemut Schmidt die Notstandsgesetze initiiert, das geschah 1968, als Kurt-Georg Kiesinger (dieser war übrigens - anders als Helmut Schmidt! - NSDAP- und SA-Mitglied) Bundeskanzler war. Als damaliger Fraktionsvorsitzender der SPD während der Großen Koalition hatte Helmut Schmidt jedoch die Aufgabe die dafür notwendigen Änderungen des Grundgesetzes vor dem Bundestag zu vertreten, wofür er in der studentischen Öffentlichkeit sehr angefeindet wurde.

Abschließend ein Zitat von Ulrike Meinhof aus einem Artikel, den sie für den "Spiegel" vom 15. Juni 1970 verfasste: "Wir sagen, natürlich, die Bullen sind Schweine, wir sagen, der Typ in der Uniform ist ein Schwein, das ist kein Mensch, und so haben wir uns mit ihm auseinanderzusetzen. Das heißt, wir haben nicht mit ihm zu reden, und es ist falsch überhaupt mit diesen Leuten zu reden, und natürlich kann geschossen werden." Damit dürften die Verbrecher der RAF gewiss auch Helmut Schmidt gemeint haben.

Die RAF hat zu Schmidts milititärischer Vergangenheit gar nicht gesagt.
Umgekehrt war das sicher anders.
Altkanzler Schmidt (SPD) führte die Notstandsgesetze und die Rasterfahndung ein.

Ob er ein guter Potiker war ist eine Frage des Blickwinkels und Symphatie.
Und nicht eine Frage wie und warum das mit der RAF so gelaufen ist wie es gelaufen ist.
Oder was er an Ost- und Westfront als Offizier getrieben hatte.

Maddy7 28.05.2016, 18:27

Danke :)

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Warum fragst du so etwas? Die RAF ist glücklicherweise passee. Sie hat genug Unheil angerichtet.

Maddy7 28.05.2016, 18:24

ich halte ein Referat über das Thema und mich hat die frage beschäftigt :)

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Maddy7 28.05.2016, 18:25

also ich halte ein Referat über Helmut Schmidt genauer gesagt :D und da gehört RAF natürlich auch dazu :)

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sie haben wohl nicht allzuviel über ihn gesagt, es bei einem Hinweis belassen, dass er ein Agent der Herrschenden war und damit hatte sicherlich sein Bewenden.

Das war für die RAF ein Vertreter der herrschenden Klasse.

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