Wie war der Humor und typische Witze im 18. Jahrhundert?

9 Antworten

Ich empfehle mal die Lektüre der sog. "Sudelbücher" des Georg Christoph Lichtenberg.

Zum Autor:

Zu seinen "Sudelbüchern" und den im Internet vorhandenen kostenlosen Downloads:

MfG

Arnold

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ich arbeite als Historiker.

Zwischen etwa 1450 und 1750 kursierte eine Vielzahl von so genannten Schwank- oder Volksbüchern mit Streichen, Witzen und schlagfertigen Antworten als Munition für kurzweilige Gespräche und Stegreif-Vorträge. Der Humor der Schwänke war oft spöttisch oder gehässig und richtete sich oft gegen Außenseiter der Gesellschaft. Auch Shakespeare verarbeitete Ideen aus zeitgenössischen Schwankbüchern.

Mit den Kämpfen zwischen Reformation und Gegenreformation wurde der Humor einerseits in Dienst genommen, um den ideologischen Gegner lächerlich zu machen, andererseits fürchtete die jeweilige Kirche, selbst Opfer des Lachens der anderen Seite zu werden, und bemühte sich um Kontrolle und Mäßigung. Daher diskutierten auch Theologen, ob und welche Witze von der Kanzel erlaubt wären und ob Jesus jemals gelacht haben könnte.

In der Aufklärung wurde Humor anfangs als Vergehen gegen das Ideal der Ernsthaftigkeit und logischen Argumentation aufgefasst. Lachen war daher zunächst in der französischen Nationalversammlung verboten, wurde aber zunehmend als ein Mittel der politischen Auseinandersetzung akzeptiert.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Humor#Geschichte

In dem Buch "Kontingenzformen: Realisierungsweisen des fiktionalen Erzählens bei Nashe, Sterne und Byron" wird auch ausgiebig das Thema des Humors und des Witzes im 18. Jahrhundert behandelt.

Humor ist auch nicht immer Humor, wie wir ihn uns heute vorstellen: Sehr gut in diesem Artikel hier erläutert...

https://www.unibas.ch/de/Forschung/Uni-Nova/Uni-Nova-118/Uni-Nova-118-Musikalischer-Humor.html

Allgemein findet man viel im Internet! ;-)

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Bachelor in Sinologie (HF) und Geschichte (NF)

Naja, ich glaub nicht das im 18 Jahrhundert die Menschen sehr viel "gewählter" gesprochen haben.

Ansonsten ist das 18 Jahrhundert Lang auch regional dürfte das sehr unterschiedlich ausfallen und nicht zu letzt dürfte es auch sehr unterschiedlich ausfallen wen man sich die verschiedenen Kasten ansieht und sozialen Sichten ansieht.

Ich kann mir aber durchaus vorstellen das auch der derbe Humor schon damals recht beliebt war. Grade das 18te Jahrhundert waren Orgien z.B. unter den Feinen Leuten keine Seltenheit.

http://www.welt-geschichte.de/html/das_18__jahrhundert.html

Viel Humor ist nicht dabei im 18.Jahrhundert. 20 Kriege sagen das schon aus, das keiner etwas zum lachen hatte,

300 Kleinstaaten alleine in DE, Knigge in DE wollte den Leuten ein bisschen Benehmen beibringen.

In England war Newton zu Gange, um die Leute ein wenig aufzuklaeren.

Ansonsten war die Karikatur eine beliebte Kunst um Monarchen bloss zu stellen.

Die meisten Leute konnten zu dieser Zeit weder schreiben noch lesen.

Warum du gerade das oede 18. Jahrhundert angetan hat, das frage ich mich hier?

https://www.google.co.za/search?q=karikatur+18.+jahrhundert+deutsch&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ved=2ahUKEwir5JTU_KbcAhWGDMAKHQxeB3UQ7Al6BAgGEA8

Ich kann mich an folgendes erinnern:

Der französische Philosoph Voltaire und der deutsche Mathematiker Gauß trafen sich zu einem öffentlichen Streitgespräch über die mögliche Existenz Gottes. Es sollte in Französisch diskutiert werden. Voltaire war Atheist, Gauß gläubiger Katholik.

Gleich zu Beginn des Gesprächs behauptete Gauß, er könne die Existenz Gottes beweisen, denn (a-b)² wäre a² - b² . (Was bekanntlich falsch ist. Ob Gauß da irgendwie mit imaginären Zahlen rumtricksen wollte und Gottes Existenz mit imaginären Zahlen vergleich wollte - man weiß es heute nicht mehr.) Darauf sagte Voltaire, das Französisch von Gauß wäre zu schlecht, als dass man miteinander diskutieren könne und verließ den Ort.

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