Wie wandere ich nach Japan aus wenn ich das leben auf dem land suche?

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2 Antworten

Anbei ein kleiner Auszug aus einer Antwort, die ich vor zwei Tagen gegeben habe. Man sollte übrigens nicht davor scheuen, seine Beweggründe mit zu beschreiben. Damit kann man ganz gut abschätzen, wie die Chancen der Person sind.

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Wie lernst du denn Japanisch? Doch hoffentlich in einem vernuenftigen Sprachkurs, mit ausgebildeter Lehrkraft und gut durchdachtem Curriculum.

Fuer gesellschafts- und berufstaugliches Japanisch sollte man so 8-10 Jahre einplanen. Voraussetzung sind qualitativ hochwertige Sprachkurse (in den ersten 4-5 Jahren, z.B. an einer Universitaet), Fleiss (bis man tot ist) und ein gut genutzter Auslandsaufenthalt (nach den ersten Lernjahren). Dieser sollte dann angesetzt werden, wenn man dazu in der Lage ist, sich mit gutem Willen des Gespraechspartners in Lehrbuchsprache zu verstaendigen. Nur dann hat man die passenden Werkzeuge an der Hand, um sich entsprechend weiterzuentwickeln -- sich einfach berieseln zu lassen ist naemlich der denkbar schlechteste Weg, um als Nicht-mehr-Neugeborenes eine Sprache zu lernen.

Was auch immer ganz gerne vergessen wird, ist, dass es nicht einfach reicht ein Grammatikbuch und ein Woerterbuch auswendig zu lernen, sondern, dass zur Kommunikation weitaus mehr gehoert. Man hat nicht ploetzlich ausgelernt, nur weil die gewaehlte Lehrbuchreihe zu Ende ist. Und selbst wenn die zu Ende ist, ist man noch lange nicht gut, denn Lehrbuecher decken nur einen minimalen Prozentsatz von dem ab, was eine Sprache ausmacht.

Erlernen der Kultur, ueberhaupt der Umgang mit Einheimischen, das Kennenlernen von natuerlichem Japanisch (dadurch, dass man im Land damit in Kontakt kommt), sowie eine gewisse Gewoehnung nehmen den groessten Teil des Spracherwerbs ein (wenn man beabsichtigt da irgendwann mal mit arbeiten zu wollen) und sind gleichzeitig der Teil, an dem ein Grossteil der Lerner scheitert.

Anime sind uebrigens alles andere, als eine einfache Quelle. Das Sprachverstaendnis sollte schon entsprechend hoch sein, um aus diesen Quellen das meiste herausholen zu koennen.

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Du kannst nur in Japan arbeiten, wenn deine Arbeitserlaubnis auf diesen Job anwendbar ist, bzw. der Arbeitgeber (den du vorher von dir ueberzeugen konntest) Visaunterstuetzung anbietet, damit du dann eine entsprechende Arbeitserlaubnis bekommst. Diese Unterstuetzung bietet allerdings nicht jeder Arbeitgeber an und kann auch nicht jeder Arbeitgeber anbieten (beispielsweise weil die Firma zu klein ist).

Die verschiedenen Visa-Typen sind zum Beispiel hier aufgelistet:

http://www.mofa.go.jp/j_info/visit/visa/long/index.html

Fuer fast alle Visa-Typen, die sich auf Vollzeitanstellung beziehen, ist mindestens ein Bachelor-Abschluss von einer Universitaet von Noeten, bzw. jahrelange Berufserfahrung. Auch muss der Arbeitgeber begruenden koennen, warum man ausgerechnet diesen Auslaender moechte und nicht auf einen Japaner ausweichen kann.

Solche Jobs haben beispielsweise damit zu tun, dass der gewuenschte Auslaender neben berufstauglichem Japanisch auch noch Englisch und mindestens eine weitere Sprache (in der Regel die Muttersprache) beruflich anwenden kann, weil die japanische Firma vernuenftig Business mit dem Ausland machen kann. Neben diesen Sprachfertigkeiten sollte man sich als in Japan arbeitssuchender Auslaender noch mit Wirtschafts- oder IT-Fertigkeiten ausweisen koennen, um moeglichst gute Chancen auf einen Job zu bekommen.

Kellnern, Regale aufraeumen oder putzen ist in der Regel nicht drin (es sei denn man hat ein Visum ohne Beschraenkungen -- z.B. Ehepartnervisum). Dafuer braucht man aber keine Auslaender.

Du musst dich also immer fragen: Kann ich etwas, was kein Japaner kann? Als Auslaender geht man nicht wie ein Japaner auf Jobsuche. Man geht in die Nieschen, wo am Ende das Auslaender-sein mit den dadurch verbundenen Faehigkeiten zählt.

Ich würde übrigens nicht davon ausgehen, dass ein Japaner von einem örtlichen Landwirt Güter beziehen wollen würde.

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Zur Wohnungssuche:
Wenn jemand an einen Auslaender vermieten moechte, dann steht dem nichts im Wege. Chancen darauf sind aber eher gering.

Denk daran, dass du einen Buergen brauchst, ein festes Einkommen nachweisen solltest, sowie einige Monatsraten, Dankesgeld (an den Vermieter) und Vermittlungsgeld (beispielsweise an das Immobilienbuero) im Voraus bezahlen musst. Ich musste da umgerechnet knapp 1500Euro bezahlen, bevor ich ueberhaupt einen Schritt in die Wohnung setzen konnte. Ich lebe aber auch spottbillig -- umgerechnet knapp 300 Euro fuer ungefaehr 16m2. In Grossstaedten und mit Extrawuenschen betreffend der Groesse sollte man mit sehr viel mehr rechnen -- sowohl bei der Miete selbst, als auch bei den Einmalzahlungen.

Die Vermittlungsgespraeche solltest du auf Japanisch fuehren koennen, um deine Chancen ueberhaupt ueber 0 bringen zu koennen. Der Buerge sollte jemand sein, den man ernst nehmen kann (beispielsweise weil er Geld hat oder einen ansehbaren Beruf).

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Also:
Fang doch erstmal dein Studium an. Wenn sich dann der Master dem Ende zuneigt, machst du einen Auslandsaufenthalt an einer Universitaet in Japan. Dort kannst du dann schonmal deine Fuehler ausstrecken und vor allem auch Wichtiges fuer deine Sprachkenntnisse tun (siehe oben).

Bis 30 kann auch das Working Holiday eine gute Alternative sein, denn kaum ein Arbeitgeber kuemmert sich um ein Visum fuer jemanden, der nicht im Land ist.

Ausserdem muss man bei vielen Arbeitgebern meist bereits ein Visum nachweisen, um dann nur noch eine Verlaengerung, bzw. Umschreibung zu beantragen. Das ist fuer alle weniger Stress

Ansonsten koennte man die Touristenvisa fuer so ein Vorhaben nutzen. Da muss man aber intensiv planen, viel Geld haben und dann noch das Glueck haben rechtzeitig jemanden zu finden, der dann im Eilverfahren fuer ein komplett neues Visum buergen wuerde.

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Kommentar von keichi1
13.01.2016, 10:13

Geklaute Antworten kannst du dir ersparen... Nicht jeder der nach Japan ziehen möchte hat diese Antwort nötig...

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Kommentar von keichi1
13.01.2016, 10:19

Nehm ich zurück mit geklauter Text, aber trotzdem trifft deiser text nicht jedem so der sich für Japan interessiert

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Kommentar von Arca96
13.01.2016, 14:36

zunächst einmal bedanke ich mich der Mühe , jedoch fühle ich mich als ob an meiner Frage vorbei Geschrieben wurde. Mir sind die Konditionen und Möglichkeiten bewusst falls ich ein Aufenhalt in einer Großstadt möchte. Auch nach dem Studium und den besten Vorraussetzungen rede ich von einem leben auf dem Land. Ich erstellte selbst eine frage weil jede Antwort mit dem vorgeführten Inhalt Bestückt ist.

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Du schreibst offenbar bei allen Antworten, die dir nicht zusagen, dass sie an deiner Frage vorbeigehen.


Glaub mir, was M1603 geschrieben hat stimmt und trifft auch auf Dich und deine Frage zu.

Nur weil es auf dem Land weniger junge Menschen gibt, heißt das nicht, dass die Japaner dafür Ausländer aufnehmen.

Keiner wartet dort auf dich, mich oder irgendeinen amderen Ausländer, der langfristig bleiben will.

Klingt hart, ist allerdings meist die Realität.

Und wenn du nicht der Superlandwirt mit technischen Neuerungen, oder besonders wohlhabend bist, kommst du nur schwer an den genannten Punkten vorbei.


Ganz vergessen habe ich noch den Fakt, dass du als Ausländer auf dem Land noch mehr auffällst und das ist leider nicht oft sonderlich positiv, vor Allem, wenn du kein Tourist bist

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Kommentar von M1603
14.01.2016, 09:22

Danke fuer die Ergaenzung. Am Ende muss halt jeder seine eigenen Erfahrungen machen. Ist halt bloss schade, denn die Gescheiterten hinterlassen dann immer ein negatives Bild bei den Japanern mit denen sie in Kontakt gekommen sind. Und das wirkt sich dann natuerlich auch negativ auf andere Auslaender aus.

Ganz vergessen habe ich noch den Fakt, dass du als Ausländer auf dem Land noch mehr auffällst und das ist leider nicht oft sonderlich positiv, vor Allem, wenn du kein Tourist bist

Hier noch ein paar ganz praktische Ergaenzungen zu diesem Problem:

Als Auslaender Wohnraum (insbesondere auf dem Land) zu bekommen, ist schon sehr schwierig und oft nur unter Mithilfe von einflussreichen Buergen zu bekommen, die sich auch erstmal finden und auf den Deal einlassen muessen. Wer sollte also direkt ein ganzes Stueck Land an einen Auslaender vermieten, bei dem noch nicht einmal klar ist (aufgrund der Aufenthaltserlaubnis, die am Anfang nicht laenger, als ein Jahr sein wird), dass dieser laenger, als ein paar Monate bleibt? Ganz davon abgesehen, wird es hier noch sehr viel mehr Auflagen geben, als bei einer Wohnvermietung.

Kein Japaner wird einfach so mit einem Auslaender Geschaeftsbeziehungen knuepfen wollen, die fuer einen Landwirt aber ganz sicherlich notwendig sein werden. Es muessen Dinge eingekauft werden, Transport organisiert und Verkaufsflaeche gefunden werden. Ein Auslaender ist zunaechst einmal alles andere als vertrauenswuerdig und wenn man nicht gerade bereits sein Netzwerk hat, wird man hier so seine Probleme bekommen. Man sollte also auf jeden Fall in der Lage sein, auf Japanisch Geschaeftsgespraeche fuehren zu koennen und Vertragsstuecke aufsetzen zu koennen, wo wir direkt wieder bei meinem Einschub zu den Japanischkenntnissen waeren, die auf dem Land noch tausend mal wichtiger sind, als in der Stadt.

Am Ende wird wohl kaum jemand etwas von einem kaufen wollen, da man als Auslaender auch beim Kunden nicht wirklich vertrauenswuerdig wirkt. Im direkten Gespraech wird man sich insbesondere durch Formfehler den ein oder anderen Kunden vergraulen. Darueberhinaus ist der Regionalstolz in Japan sehr ausgepraegt. Man wird heimische Marken foerdern und Fremdem zunaechst einmal kritisch gegenueber stehen.

Rein formell duerfte es kein Landwirtschaftsvisum geben und wenn es doch ein passendes gaebe, haette es aehnliche Voraussetzungen (Studium, lange Berufserfahrung, kein Japaner kann die Stelle uebernehmen), wie die anderen auch. Man koennte sich versuchen selbststaendig machen, aber vermutlich wird ein solcher Plan von einem Neuling nicht gefoerdert werden und wenn doch, ist ein solches Visum dann nochmal um einiges schwerer zu bekommen, als die anderen es eh schon sind. Eine japanische Ehefrau (und das dadurch verbundene Ehevisum) wird ein solches Experiment auch nicht unbedingt lange mitmachen (Druck von Eltern, Umwelt, etc.).

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