Wie vorgehen beim "Pflichtteil"?

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3 Antworten

Selbst einem Kind, das Miterbe geworden ist (weil es nicht enterbt wurde) können aufgrund lebzeitiger Schenkungen sog. Pflichtteilsergänzungsansprüche zustehen, wenn diese höher sind als der Erbteil (siehe http://www.pflichtteilrechner.de/008\_kann\_einer\_person\_die\_erbe\_geworden\_ist\_dennoch\_ein\_pflichtteilsanspruch\_zustehen.html).

Wichtig ist auf alle Fälle, jetzt die Verjährung im Auge zu behalten und die Ansprüche notfalls klageweise (mit Anwalt) geltend zu machen, um die Verjährung zu stoppen. Wenn nämlich der Nachlass nicht ausreicht, um die Pflichtteilsergänzungsansprüche aus lebzeitigen Schenkungen zu bedienen, liegt ein Fall der sog. Beschenktenhaftung vor und bei dieser beträgt die Verjährungsfrist exakt 3 Jahre ab Todestag!

Als erstes muss jedoch die Erbfolge geklärt werden, z.B. durch Nachfrage beim zuständigen Nachlassgericht.

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Vermutlich sind Sie ja - es liegt kein Testament der Eltern vor ? -  Miterbin beim Tod ihres letzten Elternteils geworden. Sie sollten sich unbedingt deswegen mit dem Nachlassgericht in Verbindung setzen, feststellen von welchem Sachstand das Gericht ausgeht. Dann ggf. durch ihre Geburtsurkunde Ihren Mierbenanspruch melden und einen Erbschein beantragen, der sie neben Ihrem Bruder als Miterbin zu 1/2 ausweist. Wenn aufgrund falscher Angaben des Bruders ihm ein Alleinerbschein erteilt worden sein sollte, sofort die Einziehung dieses Erbscheins beantragen und  sofern sie das wollen - ihren Bruder wegen zu vermutender Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung über das Vorhandensein weiterer Erben bei der Staatsanwaltschaft anzeigen.  Wenn Sie das nicht wollen, sollten Sie ihn zur Erstellung eines Nachlassverzeichnisses auffordern und die Ihnen zustende Nachlasshälfte einfordern. DAZU WÄRE SICHER ANWALTLICHE HILFE NÜTZLICH ODER NOTWENDIG:   Wenn Sie Miterbin geworden sind, stellt sich die Frage eines Pflichtteils nicht; denn nur wer nicht Erbe geworden ist, weil der Erblasser testamentarisch einen anderen eingesetzt hat, wäre als Abkömmling und Ehepartner des Erblasser pflichtteilsberechtigt, hätte also Anspruch auf Geld in Höhe der Hälfte des Wertes seines gesetzlichen Erbanteils.  Wenn durch lebzeitige Schenkungen der Nachlass unter Ihre Pflichtteilsquote entwertet worden wäre , häötten Sie einen sog. Pflichtteilsergänzungsanspruch bezüglich der Differenz. wenn die Schenkungen allerdings schon vor mehr als 10 Jahren erfolgt sind, entfällt der Anspruch, er mindert sich in diesen n10 Jahren p.a. um 10%


D

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Erst einmal vom Bruder ein bewertetes Nachlassverzeichnis einfordern und in diesem Schreiben, geschickt per Einschreiben mit Rückschein, den Pflichtteil fordern. Das ist wichtig, denn wenn du gleich einen Anwalt einschaltest, zahlst du ihn, kommt er seiner Verpflichtung nicht nach und gerät damit in Verzug, du schaltest dann einen Anwalt ein, wird dieser aus dem Nachlass bezahlt.

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