Was gibt es für Suffixe bei deutschen Nachnamen?

4 Antworten

Namensendungen gibt es unzählige, da lässt sich kaum eine Liste aufstellen.

-ska, -ski, -sky, schek deuten auf einen slawischen Ursprung hin

-borg, -sen, -son, datter, dotter, dottir, haben meist einen skandinavischen Ursprung

-wijk, -huis, -echt -acht, stammen möglicherweise aus (Flandern) Belgien und den Niederlanden.

z.B. war meine Großmutter eine geborene Johansonsdottir (Tochter des Johanson, (Sohn des Johan), die als Kind mit ihren Eltern 1898 nach Deutschland kam. Dann hat sie einen Deutschpolen geheiratet, ihren Geburtsnamen damit aufgegeben. Hätte sie einen Bruder gehabt, würde der seinen schwedischen Nachnamen Johanson (Sohn des Johan) an künftige Generationen weitergegeben haben.

Mein Großvater hieß mit Nachnamen Hennig und war Deutschpole. Er wurde in Polen als Deutscher zu einer Zeit geboren, als seine Heimat gerade deutsch war. (Polen wurde immer wieder zerstückelt, kam unter Fremdherrschaft, und verschwand sogar einmal ganz von der Landkarte) Die Stadt Thorn war bei seiner Geburt deutsch, als er zur Schule kam polnisch, als er das Abitur machte deutsch, und als er studieren wollte dann wieder polnisch. So verschlug es die Familie nach Königsberg, seinerzeit deutsche Enklave, von wo er nach dem ersten Weltkrieg nach Schleswig-Holstein kam.

Es kam in der Geschichte immer wieder vor, dass es besonders Männer in fremde Länder verschlug. Man denke an Siedlungsprogramme in den Osten seit dem ausgehenden Mittelalter, den Dreißigjährigen Krieg, die Feldzüge Napoleons Österreich und Ungarn waren lange Zeit eine Doppelmonarchie usw. Dadurch finden sich bei uns Nachnamen aller Couleur. Die Familien können aber schon seit Generationen Deutsche sein.

das mit dem "Deutschpolen" ist ja sehr interessant. Kann man denn seine Nationalität mehrfach wechseln und das noch im Kindesalter?

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@adelaide196970

Deutschpole bedeutet: In einem Gebiet geboren, das zum Zeitpunkt der Geburt Deutsch war, dann aber polnisch wurde. Mein Großvater wechselte nicht seine Nationalität, sondern das Land gehörte abwechselnd zu Deutschland und Polen.

Polendeutsche dagegen sind Personen, die als Nachfahren ursprünglich Deutscher Eltern in Polen geboren sind. Sie sind also deutschstämmige Polen.

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@adelaide196970

Diese sprachlich Unterscheidung wird ja auch eher amtlich verwendet. Es hat nichts mit dem Empfinden der Betreffenden Personen zu tun. Mein Großvater empfand sich nicht als Pole, für ihn selbst war seine Nationalität nie wichtig. Heutige Polendeutsche leben nun einmal in Polen, können aber nach Deutschland umsiedeln, wenn sie wollen. Auch für sie hängt es allein davon ab, wie sie das für sich selbst sehen. Alles aufgeben und in einem anderen Land neu anfangen, nur weil der Ur-Urgroßvater aus dem Land stammte, ist sicher nicht für jeden ausreichende Ambition.

Nach der Besatzungszeit Napoleons 1794 bis 1815 sind z.B. etliche Franzosen in Deutschland geblieben. Sollen diese Familien nun alle wieder nach Frankreich zurück gehen? Da macht man diese Unterscheidung erst gar nicht.

Die Doppelmonarchie Österreich - Ungarn bestand zwischen 1867 und 1918. Dazu gehörten die Länder bzw. Teile der heutigen Länder
Österreich
Ungarn
Tschechien (mit Ausnahme des Hultschiner Ländchens),
Slowakei,
Slowenien,
Kroatien,
Bosnien und Herzegowina
sowie Teile des heutigen Rumäniens (Siebenbürgen, Banat, später Kreischgebiet, östlicher Teil von Sathmar, Südmarmarosch, Südbukowina)
Montenegros (Gemeinden an der Küste)
Polens (Westgalizien), der Ukraine (Ostgalizien, Karpatenukraine und Nordbukowina)
Italiens (Trentino-Südtirol und Teile von Friaul-Julisch Venetien) und
Serbiens (Vojvodina)

In der Zeit hat es viele Menschen aus diesen Ländern nach Österreich verschlagen. Auch hier machte man später keine Unterscheidung.

Meine Tochter ist mit einem Italiener verheiratet und lebt mit ihm in Italien. Damit hat sie die italienische Staatsbürgerschaft angenommen. Mein Sohn ist seit über 25 Jahren mit einer Engländerin verheiratet und lebt in Großbritannien. Nicht einmal der Brexit wirkt sich darauf aus.

Nur wir Deutschen haben da diese Betulichkeit mit der Nationalität; sind wohl noch Nachwirkungen der NS-Zeit. Ich empfinde mich weder als Schwede noch Pole von Seiten meiner Mutter, oder Franzose oder Däne von Seiten meines Vaters. Ich bin Europäer, ein Mopsgedackelter-Windhundspitz.

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Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man an den Namensendungen hier in Deutschland nicht immer erkennen kann, ob es sich um deutsche Namen handelt. Deutsche haben viele Endungen im Nachnamen, die auf deutsche Nachnamen hinweisen, aber es gibt auch einige, die eben nicht darauf hinweisen. Die Endung -Mann beispielsweise gibt es in Holland auch sehr häufig. -Er für Müller, Bauer, Meier Möller oder Bäumler hingegen weist auf deutsche Herkunft hin. Daher empfiehlt es sich, die Nachnamen insgesamt anzusehen und nicht nur auf die Endungen zu schauen, um rauszufinden, welchen Länderursprung sie haben.

Deutsche Nachnamen sind deutsche Wörter. Beispiel: Bauer, Richter, Vogt, Beil, Becker, Kahl, Lessig, Bäumel, Emmerich, Kunze, Harm, Wille, usw.

Unendich viele!

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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