Wie viele Ahnen habe ich wirklich?

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Eine sehr interessante Frage!

Der Effekt, der deine Theorie wieder relatviert, nennt sich "Ahnenschwund" oder "Ahnenverlust". (Googel mal nach diesen Begriffen!)

Kurz zusammengefasst: Die Verzweigungen, die du betrachtest, das sind NICHT alles separate Linien, die zu immer anderen Menschen führen. Es gibt viele viele viele Überschneidungen und gemeinsame Vorfahren innerhalb deiner Ahnengalerie.

In der Vergangenheit waren die Menschen deutlich weniger mobil als heute. Häufig kamen sie zeitlebens nicht über die Grenzen ihrer Stadt oder ihres Dorfes hinaus. Infolge dessen war die Auswahl an potentiellen Partnern oft sehr begrenzt. Schnell war es möglich, dass die Einwohner eines Dorfes über wenige Generationen alle miteinander verwandt waren und Personen heirateten, die gemeinsame Vorfahren hatten.

Vielen Dank. Das hilft mir im Verständnis weiter. Es passt auch zu Dogukanns Hinweis auf "Kekule-Nummer".

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Jede einzelne Antwort hier hat mir weitergeholfen. Diese scheint mir alle erhellenden Aspekte am besten zu raffen.

Und außerdem hat der Nutzer meine Frage gelobt. ::)

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Wenn Du nicht gerade einer lange Linie von Einzelkind-Familien entstammst, tauchen die meisten Vorfahren ja nicht nur in Deinem Stammbaum auf, sondern auch in mehreren anderen - wenn Du 25 Generationen zurück gehst (dann bist Du schon etwa im Jahre "0"), haben wahrscheinlich schon Tausende, wenn nicht Millionen von Menschen mindestens einen Vorfahren mit Dir gemeinsam.

Nur schaut normalerweise kaum jemand so weit zurück, so dass man das allgemein nicht mehr als "Verwandtschaft" empfindet, bzw. es gibt auch so weit zurück dann keine Unterlagen mehr, um das irgendwie schriftlich zu belegen.

Wenn man es aber genau nimmt, und in der "Ahnenforschung" weit genug zurück gehen könnte, würde man feststellen, dass die ganze Weltbevölkerung (im weitesten Sinne) miteinander verwandt ist.

Und genetisch (durch DNA-Analysen) hat man ja inzwischen auch festgestellt, dass vermutlich alle heute lebenden Menschen auf die gleichen gerade mal etwa 1.000 bis 10.000 "Urahnen" der Gattung Homo sapiens zurückschauen, die es vor etwa 70.000 bis 80.000 Jahren gab ... (https://de.wikipedia.org/wiki/Genetischer_Flaschenhals#Genetischer_Flaschenhals_beim_Menschen)

Vielen Dank für die aufschlussreiche Zusammenfassung. Gerade der Flaschenhals-Effekt (von dem ich doch eigentlich schon wusste) illustriert das Ausmaß des meiner Frage zugrundeliegenden "Rechen"-Fehlers.

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Das Problem in Deiner Annahme ist, daß alle Ahnen in Deiner Ahnenrechnung verschiedene Individuen waren. Es könnte jetzt aber z.B. sein, daß eine UrUrUrUrUrUr-Großmutter aus der Familie Deiner Mutter auch eine UrUrUrUrUrUr-Großmutter in der Familie Deines Vaters ist. Vielleicht hatte sie ja zwei Söhne, von denen einer ein UrUrUrUrUr-Großvater in der Familie Deiner Mutter und einer UrUrUrUrUr-Großvater in der Familie Deines Vaters ist.

Je weiter Du in der Geschichte zurückgehst desto wahrscheinlicher ist so eine Doppelbelegung zwei verschiedener "Ahnenplätze" durch eine Person. Sobald das auftritt stimmt Deine Formel natürlich nicht mehr.

Ich fange an, es zu verstehen. Vielen Dank.

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