Wie viel Urlaubstage stehen mir noch zu?

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Bei einer 6 Tage Woche betraegt der gesetzliche Mindestanspruch 24 Tage/Jahr. Ueber die kann nicht verhandelt werden. Auf diese hat man bereits einen vollen Anspruch, wenn man nach mindestens sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhaeltnisses in der 2. Jahreshaelfte ausscheidet.

Du hast aber 2 Tage mehr. Auf die hast du unter den gleichen Voraussetzungen wie oben einen vollen Anspruch, wenn arbeits- oder ggf. tarifvertraglich nicht ausdruecklich etwas anderes vereinbart wurde. Oft wird vertraglich vereinbart, dass man bei Beendigung des Arbeitverhaeltnisses nur einen Anspruch auf 1 Zwoelftel des Jahresanspruchs pro vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhaeltnisses im betreffenden Kalenderjahr hat. Dies ist aber nach mindestens sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhaeltnisses bei Ausscheiden in der 2. Jahreshaelfte (also nach dem 3. Juni) nur dann zulaessig, wenn dadurch der gesetzliche Mindestanspruch von 24 Werktagen nicht unterschritten wird.

Du hast also mindestens einen Anspruch auf 24 Tage, je nach Vertrag moeglicherweise sogar auf 26. Davon sind die bereits genommenen 8 Tage abzuziehen und es verbleiben somit mindestens 16, moeglicherweise aber auch 18.

Solltest du allerdings vorher schon von einem vorherigen Arbeitgeber UIrlaub fuer das Jahr 2019 erhalten oder ausgezahlt bekommen haben, ist dies auf deinen Anspruch beim aktuellen Arbeitgeber anzurechnen. In dem Fall wuerde sich dein Restanspruch von 16 oder 18 Tagen entsprechend reduzieren.

Bei einem neuen Arbeitgeber wirst du in diesem Jahr allerdings keinen Urlaubsanspruch mehr erwerben sondern erst wieder im naechsten Jahr.

Wie viele Urlaubstage bleiben mir noch?

Vom 1. April bis 30. November sind es acht volle Monate. Nach dem Bundesurlaubsgesetz steht Dir nach sechs Monaten der volle gesetzliche Mindesturlaub von vier Wochen zu.

Bei einer Sechs-Tage-Woche sind das 24 Urlaubstage.

Ich vermute, in Deinem Arbeitsvertrag gibt es eine "Zwölftelregelung". Das bedeutet, Du hast für jeden vollen Monat des Arbeitsverhältnisses Anspruch auf 1/12 des Jahresurlaubs.

In den Arbeitsverträgen ist dazu i.d.R. vermerkt, dass im Übrigen die gesetzlichen Bestimmungen gelten.

Für Dich bedeutet das, Du hast einen Anspruch auf 24 Urlaubstage. Bei einer Zwölftelung würde Dein Anspruch 17,33 Urlaubstage betragen. Da Du dieses Jahr aber bei keinem anderen AG Urlaub gehabt hast und länger als sechs Monate beschäftigt warst, muss man Dir den gesetzlich vorgeschriebenen Mindesturlaub von vier Wochen geben.

Dein Urlaubsanspruch beträgt daher nach Abzug der acht genommenen Urlaubstage noch 16 Urlaubstage.

Sollte es keine "Zwölftelregelung" geben, hast Du noch Anspruch auf 18 Urlaubstage, da Dir alle 26 Tage zustehen würden.

So habe ich es eigentlich auch verstanden. Mein Arbeitgeber will mir allerdings nur den Anteiligen Urlaub geben

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@Torbenn

Was Dein AG will oder nicht, spielt keine Rolle. Hier zählen die gesetzlichen Bestimmungen. Dein AG soll Dir mal zeigen, auf welcher rechtlichen Grundlage er Dir anteiligen Urlaub geben will. Das wird er nicht können.

Sag ihm doch, dass Du Deine Ansprüche beim Arbeitsgericht geltend machen wirst, wenn er Dir Deinen Urlaub nicht nach den Bestimmungen des Bundesurlaubsgesetzes gibt. Das wird ihn evtl. zum "Umdenken" bewegen.

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Hallo,

die Urlaubstage zählen bei jedem Arbeitgeber neu. Da wird nichts mit rüber genommen. Ausnahme: öffentlicher Dienst evtl.

Dir stehen in der Regel 1/12 vom Urlaub je vollem Arbeitsmonat zu.

Beim neuen Arbeitgeber 1/12 von was auch immer.

Beim alten Arbeitgeber 8/12 von 26 = gerundet 17 Tage. Da 8 genommen bleiben noch 9 beim alten über.

So würde ich es sehen.

Gruß

Das dachte ich auch bis ich gelesen habe dass man nach Vollendung von 6 Monaten im Betrieb den Anspruch auf den vollen Jahresurlaub hat und eben nicht nur Anteilig. Aber da streiten sich die Geister.

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@Torbenn

Ich würde sagen, nur wenn im Vertrag so etwas stehen würde, könnte es vielleicht sein. Sonst doch wohl eher die anteilige Variante.

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@Jogi2016

Das hier habe ich so im Bundesurlaubsgesetz gefunden

Mindesturlaubsgesetz für Arbeitnehmer (Bundesurlaubsgesetz)

§ 4 Wartezeit

Der volle Urlaubsanspruch wird erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben.

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@Torbenn

Ich verstehe das so, dass du in der Probezeit (6 Monate) nur anteilig deinen Urlaub nehmen kannst und erst danach Anspruch auf deinen vollen Urlaub hast. Heißt aber nicht, dass du den vollen Urlaub trotzdem bekommst, wenn du vorzeitig kündigst. Da bekommst du m. M. n. anteilig 1/12 deines vertraglich vereinbarten Urlaub pro geleisteten Monat.

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@Topses

Hat nichts mit einer eventuellen Probezeit zu tun und verhaelt sich genau so, wie von Hexle2 und mir beschrieben. In diesem Fall also nichts mit anteilig. Es besteht bereits der volle Jahresanspruch.

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@DerCaveman
Hat nichts mit einer eventuellen Probezeit zu tun und verhaelt sich genau so, wie von Hexle2 und mir beschrieben.

So ist es!

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@DerCaveman

OK, danke. Als ich geschrieben habe, war eure Antworten noch nicht da. Danke für die Erklärung :-)

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Die Antwort ist falsch.

Da das Arbeitsverhältnis im Kalenderjahr länger als 6 Monate bestanden hat, besteht Anspruch auf den vollen Jahresurlaub (selbstverständlich abzüglich in diesem Jahr bereits genommener Urlaubstage).

Wurde - da hier ein zusätzlicher Urlaub gewährt wurde - eine anteilige Berechnung bei unterjährigem Ausscheiden vereinbart, darf der Urlaubsanspruch zwar gezwölftelt werden, der anteilige Anspruch muss aber mindestens den gesetzlichen Urlaubsanspruch betragen!

Mit anteiliger Berechnung bleiben also noch 16 Urlaubstage, ohne anteilige Berechnung 18!

Siehe dazu die richtigen Antworten von Hexle2 und DerCaveman!

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