Wie viel Urlaub steht mir noch zu, wenn ich mitten im Jahr kündige?

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2 Antworten

Da Du seit mehr als 6 Monaten im Betrieb arbeitest (die Zeit der Ausbildung wird mitgezählt, es sei denn, sie ist vertraglich ausdrücklich nicht als Zeit eines Arbeitsverhältnisses definiert!) und das Arbeitsverhältnis in der 2. Jahreshälfte endet, hast Du nach dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 4 "Wartezeit" in Verbindung mit § 5 "Teilurlaub" durch Ausschluss der dort genannten Fälle, in denen nur Teilurlaub zu gewähren ist (Abs. 1 Buchstaben a-c), Anspruch auf den gesamten Urlaub.

Dieser Anspruch betrifft zunächst nur den gesetzlichen Urlaub von 24 Werktagen (Montag bis Samstag, entsprechend 20 Arbeitstagen bei einer 5-Tage-Woche).

Für den über den gesetzlichen Anspruch hinaus zusätzlich gewährten Urlaub gilt der Anspruch dann, wenn es keine arbeits- oder tarifvertragliche Regelung zu einer anteiligen Berechnung (Zwölftelung) bei Ausscheiden vor dem Jahresende gibt oder wenn es in der Formulierung zum Urlaubsanspruch keine Unterscheidung zwischen gesetzlichem und zusätzlichem Urlaub gibt.

Bei einer anteiligen Berechnung bleibt aber auf jeden Fall der Anspruch auf den gesamten gesetzlichen Mindesturlaub bestehen.

Gibt es keine Vereinbarung zu einer Zwölftelung (und/oder keine Formulierungstrennung), dann hast Du auch Anspruch auf den gesamten vertraglich zusätzlich vereinbarten Urlaub.

Kannst Du den Urlaub aus dringenden (betrieblichen oder persönlichen) Gründen bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr nehmen, muss er ausgezahlt werden (BUrlG § 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs. 4).

Bei einem neuen Arbeitgeber hast Du in diesem Kalenderjahr jetzt keinen Urlaubsanspruch mehr - es sei denn, er wäre dort höher als beim jetzigen "Noch"-Arbeitgeber (bei jetzt 30 Tagen eher unwahrscheinlich): dann hättest Du auf den zusätzlichen Urlaub dort einen anteiligen Anspruch.

Ergänzung:

Selbstverständlich sind von Deinem Urlaubsanspruch die Tage abzuziehen, die Du vom Urlaubsanspruch in diesem Kalenderjahr bereits genommen hast.

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@Familiengerd

Vielen vielen Dank! Restliche antworten werde ich dann wohl in meinem Arbeitsvertrag finden! 

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Habe im Netz von einem Unterschied zwischen Kündigung vor und nach dem 31.06.2016 gelesen.

Das ist richtig, allerdings muss dein Vertrag dann schon länger als 6 Monate bestehen. Da du drei volle Monate beschäftigt bist, bevor du den Betrieb verlässt, stehen dir 3/12 des Jahresurlaubs zu, also 30*3/12 = 7,5. Das ist aufzurunden auf 8.

Die Frage ist aber, ob du überhaupt kündigen darfst. Denn befristete Verträge können laut § 15 Abs. 3 TzBfG nur dann vorzeitig ordentlich gekündigt werden, wenn das arbeits- oder tarifvertraglich ausdrücklich vorgesehen ist.

Da du drei volle Monate beschäftigt bist, bevor du den Betrieb verlässt,

Das ist hier nicht richtig!

Die Zeit des Ausbildungsverhältnisses ist mit zu berücksichtigen! Das Arbeitsverhältnis besteht also länger als 6 Monate, weshalb Anspruch auf den vollen Jahresurlaub (usw. usw.) besteht, ...

..., es sei denn, die Zeit des Ausbildungsverhältnisses ist vertraglich ausdrücklich nicht als Zeit eines Arbeitsverhältnisses definiert!

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ich darf kündigen, dass wurde so eingebaut, sonst hätte ich den vertrag nicht angenommen.

es zählen also nur volle Monate? für die 15 Tage im Oktober steht mir dann kein Urlaub zu?

das Ausbildungsverhältnis hat 3 Jahre gedauert , dann muss ich mal in mein Arbeitsvertrag gucken, vielen Dank!

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@SlyderQ

es zählen also nur volle Monate? für die 15 Tage im Oktober steht mir dann kein Urlaub zu?

So ist es.

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@DarthMario72

Das spielt aber allenfalls und eventuell nur dann eine Rolle, falls es - bei einem mehr als dem gesetzlichen Urlaubsanspruch - zu einer vertraglich vereinbarten anteiligen Berechnung kommen sollte!

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