Wie viel und was haben die Bauern und Webern im 19. Jahrhundert gegessen?

2 Antworten

Schau mal nach der Ernährung der "frühen Neuzeit" (zB https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Ern%C3%A4hrung_(Sp%C3%A4tmittelalter/Fr%C3%BChe_Neuzeit))

Als Veranschaulichung müsstest du schon fast eingrenzen, ob Anfang oder Ende (Industrialisierung!), welche Bauern und in wie weit bevölkerten Raum (Stadt, Land, ...), ...
Durch die Industrialisierung veränderte sich in den Küchen sehr viel, auch das Gefälle arm/reich sowie Stadt/Land verstärkte sich. Entsprechend fielen verfügbare Essmengen und auch Art der Lebensmittel aus. Hier musste zB in ärmeren, starkbevölkerten Schichten ein halbes Brot (Pfund Mehl) für über 4 Familienmitglieder reichen, in leichtbevölkerten Gegenden kamen schon mehrmals die Woche auch Fleisch und Fisch mit auf den Tisch (zB Wildfang).

Als Anhaltspunkt für die Menge kannst du aber in etwa noch immer von 2 Hauptspeisen pro Tag in dieser Zeit ausgehen und von wesentlich größeren Familien sowie Mehrgenerationenhaushalten als in der modernen Neuzeit.

Danke, aber wie kann man das anschaulich darstellen mithilfe von unseren aktuellen Lebensmittel (Mehl, Zucker), also ein normal Verdiener pro Woche im 19 Jahrhundert zu Verfügung hatte?

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@Skiller4Ever

Heutige Lebensmittel, normal Verdiener, pro Woche, zur Verfügung, ... die Begriffe sind nicht so einfach umzusetzen. Alleine heutige Grundnahrungsmittel sind nicht vergleichbar mit denen damals - damals waren es Gemüse und Kartoffeln, erstviel später wurden daraus Mehl und Zucker.

Zur Verständnis: Zucker wurde zwar im 19. Jahrhundert günstiger, war dennoch im ländlichen Bereich sehr selten und in ärmeren Schichten einfach nicht leistbar; Mehl war in der Stadt sehr knapp und sogar Milch wurde gestreckt.

Bei ländlicheren Bauern war es damals noch üblich einen größeren Nutzgarten z.B. mit Kohl- und Wurzelgemüse zu haben, neben ihren eigenen Anbau- und Zuchtprodukten standen also diese Saisonabhängig zur Verfügung.
Sofern in der Stadt die Möglichkeit eines Gartens vorhanden war, wurde auch dieser vornehmlich zu Nutzzwecken bzw. zum Gemüseanbau genutzt.

Nimmst du die Winterzeit wären das Kohl- und Wurzelgemüse, Lagerkartoffeln (kamen erst im 19.Jahrhundert bei uns auf die Felder) sowie Fleisch und Fisch aus der Zucht bzw Wildfang (selbst hier jedoch nur noch rund 100kg pro Kopf im Jahr also weniger als 2kg pro Woche).

Beschränken wir uns mal auf das Gemüse, so mussten teils z.B. ein Kohlkopf sowie Kartoffeln je nach Erntesaison und Anbauplatz pro Tag für die Familie reichen.
Bei den Kartoffeln (zunächst noch als Mus/Brei/Suppe) konnte man deutlich zugreifen, da hier einfach auf kleineren Platz wesentlich mehr Ertrag abfiel als beim Kohl. Von 4-8 + Kartoffeln pro Person pro Tag könnte man hier schon gut ausgehen.

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Na ja, die Bauern saßen ja an der Quelle und die hatten immer am ehesten was zu futtern. 

Arbeiter und später auch die arbeitslosen Weber mußten sich meist bescheiden auf Brot, Kartoffeln und günstigen Falls etwas Quark, selten ein Ei.

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