Wie viel Strom ist mit Sicherheit für den Menschen ungefährlich?

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9 Antworten

Deine Fragestellung geht erheblich an der Sache vorbei. Darauf komme ich im letzten Absatz zurück.

Bei Stromunfällen kommt es hinsichtlich der Wirkung auf die am menschlichen Körper anliegende elektrische  Spannung an, auf die Stromart
(Gleich- oder Wechselstrom), auf den Widerstand des unfallträchtigen
Stromkreises, auf den Stromweg durch den menschlichen Körper und auf die
Einwirkungszeit.

Bei den üblichen Stromunfällen im Alltag wird über den menschlichen Körper ein Stromkreis geschlossen durch die Berührung eines Leiters, der 230 Volt Wechselspannung gegen Erde führt, bei gleichzeitiger elektrischer Verbindung mit der Erde (z.B. Boden, Wand, Heizkörper, Wasserrohr). Die Stärke des dabei entstehenden Körperstromes (d.h. des Stromes, der über den menschlichen Körper führt) ist gleich dem Quotienten aus der am Körper anliegenden Spannung und dem Widerstand des Stromkreises, der über den menschlichen Körper führt (gemäß Ohms’schem Gesetz). Dieser setzt sich
zusammen aus dem Körperwiderstand und dem äußeren Widerstand. Letzterer ergibt sich in aller Regel fast ausschließlich aus der Verbindung des Körpers mit der Erde. Der Erdungswiderstand entfällt völlig, wenn das Unfallopfer anstelle eines Leiters und der Erde gleichzeitig beide wechselseitig Spannung führende Leiter berührt. 

Die Größe des Körperstromes ist im konkreten Einzelfalle unbekannt und selbst für Fachleute schwer einzuschätzen und somit eine ziemlich  theoretische Größe, die nicht dazu geeignet ist, mögliche  Unfallfolgen einzuschätzen. Damit sind in praktischer Hinsicht alle allgemeinen Fragen nach der „tödlichen Stromstärke“, der „tödlichen Amperezahl“ und dergl. falsch gestellt!

Zur Einschätzung möglicher Unfallfolgen taugen neben den in aller Regel bekannten Größen Spannung und Stromart (üblicherweise 230 V Wechselspannung am öffentlichen Stromnetz) und der beobachtbaren Einwirkzeit somit ausschließlich die Qualität der Körpererdung , d.h. die elektrisch leitende Verbindung zwischen Körper und Erde, z.B. über Holzboden, Steinboden, Wände, Leitungsrohre oder dergl.

Nun erst kurz zu den rein theoretischen Größen aus Wiki (Siehe „Stromunfall“) „Bei Wechselstrom können bei Kindern Körperströme ab 8 Milliampere tödlich sein.“ – „Bei Gleichstrom sind Körperströme ab 130 Milliampere lebensgefährlich.“

Und dann zu den lebenspraktischen Größen aus Wiki (Siehe „Stromunfall“) „In Deutschland darf die maximale Berührungsspannung laut Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik 50 V Wechselspannung oder 120 Volt Gleichspannung nicht übersteigen.“


Zum Verständnis ein Vergleich: Die Fahrschienen von elektrischen Eisenbahnen führen gegen die Oberleitung der Trasse Spannungen von bis zu 25_000 Volt und sind gelegentlich mit Stromstärken von über tausend Ampere (Das sind eine Million Milliampere!) belastet. Die Berührung bleibt völlig harmlos, weil dabei kein Stromkreis über den menschlichen Körper geschlossen wird, solange nicht gleichzeitig die Oberleitung berührt wird. Deshalb geht Deine Fragestellung an der Sache vorbei.

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Es kommt auf verschiedene Faktoren an.

Generell sagt man das ein Strom von unter 30mA ungefährlich ist, weshalb FI-Schutzschalter auch bei dieser Grenze abschalten.

Bei der Spannung gilt alles unter 42V als "Schutzkleinspannung". Aufgrund des Körperwiderstandes sind die Ströme, die bei einer Spannung von maximal 42V fließen, so gering, dass der Körper keinen Schaden erleidet.

Jetzt kann der Körper aber auch mit größeren Strömen und Spannungen klarkommen, es kommt drauf an wie die Ströme fließen. Fließt der Strom über das Herz, also über die linke Körperhälfte, dann wird es eher gefährlich als wenn er nur innerhalb einer Hand fließt.

"jede Art ,solange Du keine Erdung hast." wie jemand schreibt ist NICHT richtig! Eine Isolation erhöht zwar die Sicherheit, aber schon die Luftfeuchtigkeit der Umgebungsluft reicht aus um einen Gegenpol darzustellen, und der Körper bildet auch einen Kondensator so dass durchaus höhere Ströme fließen können, zumindest für einen kurzen Moment.

Man sollte mit elektrischem Strom NIE zu leichtfertig umgehen.

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Es kommt nicht nur auf den Strom , sondern auch auf die Dauer an. Wenn man die Spannungsquelle eine Sekunde lang berührt, ist theoretisch ein Strom von 20 mA möglich, bis die Loslassschwelle beginnt. Ab der sogenannten Loslassschwelle beginnen die Muskeln zu verkrampfen, sodass es möglich ist, dass man die Spannungsquelle nicht mehr loslassen kann. Wahrnehmbar ist auf jeden Fall Strom ab 0,5 mA. Diese Angaben gelten bei Wechselstrom.

Quelle: http://elektro-wissen.de/images/Wirkungsbreiche-bei-Wechselstrom.jpg

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Das hängt von einigen Faktoren ab:

  • Spannungsart (Wechselstrom oder Gleichstrom?)
  • Verlauf des Stroms (sprich durch den ganzen Körper oder nur an der HAnd von Finger zu Finger?)
  • Dauer des Stromschlags
  • Spannungshöhe
  • Stromstärke

Gleichstrom ist nur dann gefährlich, wenn die Stromstärke so hoch wird, dass Verbrennungen entstehen.

Wechselstrom ist immer gefährlich. Es kann nämlich unabhängig von Spannung und Stromstärke zu Herzrhythmusstörungen führen. Wäre unser 230V-Netzstrom Gleichstrom oder hätte ein paar hundert Hertz (anstatt 50Hz) wäre es absolut ungefährlich. Das einzig tödliche an unserem Stromnetz sind die 50Hz.

Wenn der Strom nur vom einen Finder zum anderen fließt und nicht über wichtige Organe oder gar das Herz sind die Verbrennungen durch hohen Strom nicht lebensgefährlich.

Die Dauer des Stromschlags ist auch ausschlaggebend. Wenn du an der Steckdose eine gewischt bekommst löst der RCD Schutzschalter aus. Das heißt dein Stromschlag war wenige Millisekunden lang. Wenn dieser RCD (oder in der Umgangssprache Fi) nicht auslösen würde und du längere Zeit am Strom hängst wirds definitiv ungemütlicher und sehr lebensbedrohlich.

Die Spannungshöhe ist auch entscheidend. 12 Volt machen dir rein gar nichts aus. Weil 12V nicht ausreichen, um deinen Körperwiderstand zu durchbrechen. Die Spannung muss also erst mal so hoch sein, dass überhaupt ein Stromfluss zustande kommt. Außerdem erhöht sich mit der Spannung auch die Stromstärke (wenn kein Strombegrenzer vorhanden ist).

Die Stromstärke bestimmt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit auf Verbrennungen ist bzw. wie stark diese ausfallen. Je höher die Spannung, desto höher der Strom. Und je länger der Stromschlag dauert, desto schlimmer werden die Verbrennungen ist ja logisch).

Im Endeffekt bestimmen alle diese Faktoren wie gefährlich der Strom ist. Bei einem Weidezaun hast du zwar bis zu 24.000 Volt, die sind aber absolut ungefährlich, da nur vielleicht ein Milliampere fließen kann. Und das nur für einen kurzen Impuls und mit Gleichspannung.

Und um deine Frage direkt zu beantworten: Wechselstrome sind lebensgefährlich, sobald sie länger als 0,1 Sekunden über den Körper (und das Herz) fließen und dabei über 30mA betragen.

Ab etwa 30mA kann Herzkammerflimmern entstehen, ab 50mA definitiv.

Der normale RCD löste am 30mA innerhalb von höchstens 25 Millisekunden aus.

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du könntest genauso gut fragen, wie viel zucker für den menschen gefährlich wird. ein gesunder erwachsener kann mal eben eine kiste cola leer saufen, einem diabetiker würde ich das lieber nicht zumuten...

lg, Anna

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Die Voltzahl kann sehr hoch sei, gefährlich sind die Ampére.

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FetterElf 07.10.2016, 08:31

und da deine haut als widerstand fungiert und i=u/r gilt, ist die voltzahl entscheident

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NightHorse 07.10.2016, 08:39
@FetterElf

Nope, so stimmt das nicht, du kannst einen elektischen Schlag mit 100kV abbekommen, aber wenn die Spannung sofort zusammenbricht, weil die Ladungsmenge sehr gering ist, bekommt du schon 100kV ab, aber nur für den bruchteil einer Sekunde.

Hochspannung und Hochfrequenz folgen nur bedingt des einfachen Regeln die man in der Schule lernt, da ist noch viel mehr dahinter.

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Siggy 07.10.2016, 09:16
@NightHorse

Genau. Bei TV-Technikern damals galt der Spruch: "Die Hochspannung an der Bildröhre bricht eher zusammen, als der Mechaniker".

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dompfeifer 07.10.2016, 17:45

Hallo Bambi201264

das ist totaler Unsinn. Die Stromstärke im menschlichen Körper (gemessen in Ampere) ist hier eine völlig unbekannte Größe. Die ergibt sich bei gegebenem Widerstand aus der Spannung. Insofern im konkreten Fall der Widerstand des unfallträchtigen Stromkreises unbekannt ist, ist auch die Körperstromstärke unbekannt. Auch Stromweg und Einwirkzeit sind daneben schwer einzuschätzen. Somit zählen von den bekannten, nachprüfbaren Größen ausschließlich die Spannung und die Stromart.

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Bei 20mA Stromfluss durch den Körper wird es gefährlich.

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Unter 34 mA sind die Auswirkungen nicht Lebensgefährlich

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