Wie viel sollte ich in die Rentenversicherung einbezahlen, damit es im Alter mir reichen würde?

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6 Antworten

Hallo Daniel,

tatsächlich wäre es zunächst gut zu wissen, welche Art Rentenversicherung Sie meinen. Da jedoch die meisten sowohl in die gesetzliche RV einzahlen und außerdem privat vorsorgen, gehe ich auf beide Formen kurz ein.

  1. Einzahlen in die Gesetzliche Rentenversicherung: Wie der Name schon sagt, ist diese Einzahlung gesetzlich geregelt. Es besteht die Pflicht für jeden, für sein Alter vorzusorgen. Dazu wird vom Gesetzgeber ein prozentualer Betrag vom Bruttoeinkommen festgelegt, der dann von Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleichen Teilen an die Rentenstelle gezahlt wird. Diesen Betrag kann man nicht selbst bestimmen, er richtet sich nach dem Einkommen: Je mehr man verdient, desto mehr Rentenbeitrag wird abgeführt. Allerdings ist man sich einig, dass diese Beträge kaum ausreichen werden, um ein vernünftiges Rentnerdasein zu fristen.
  2. Daher sorgen immer mehr Menschen auch noch zusätzlich vor. Dafür gibt es die verschiedensten Varianten. Des Deutschen liebstes Kind ist nach wie vor die Kapitallebensversicherung oder private Rentenversicherung, auch wenn sie immer mehr in der Kritik stehen. Das Hauptproblem ist dabei die extrem lange Laufzeit, die die Mehrheit nicht durchhält und vorzeitig kündigt. Danach erst sehen sie aber, wie unrentabel die Versicherung wirklich ist, denn vorher wird nichts über die hohen Abschluss- und Verwaltungskosten gesagt. Selbst nach zehn Jahren Einzahlung bekommt man teilweise nicht einmal zurück, was man an Beiträgen eingezahlt hat. Und auch wenn man wirklich durchhält, sind die Ablaufleistungen eher gering im Gegensatz zu den Versprechungen, die einem gemacht wurden. Der Garantiezins beträgt derzeit gerade einmal 1,75 %. Legt man das Geld jeden Monat unter sein Kopfkissen, hat man tatsächlich mehr davon.
  3. Dann gibt es noch die vom Staat geförderte so genannte Riesterrente: Eigentlich das gleiche Prinzip wie die Kapitallebensversicherung, nur dass der Staat einen gewissen Betrag zusteuert. Wenn man diesen Betrag vom Staat als Rendite betrachtet, ist das sicher eine feine Sache. Allerdings besteht auch hier das Problem der Abschluss- und Verwaltungskosten, so dass ein Großteil dieser Zulagen bereits dafür aufgebraucht wird.

Eine Studie von uns ergab, dass lediglich 57 % der untersuchten Verträge die Garantiesumme mehr als 110 % der eingezahlten Beiträge betrug. In 17 % der Fälle betrug die Garantiesumme nicht einmal 90 % der Beiträge und 25 % der Verträge garantierte eine Ablaufleistung zwischen 90 und 110 %. Diese Ergebnisse nach teilweise 30 Jahren Beitragszahlung ist eher nicht anzustreben.

Abschließend sei aber noch gesagt, dass es selbstverständlich auch viele andere Anlagemöglichkeiten gibt (Festgeldkonten, einfaches Sparbuch, Sparbriefe…). Und je eher Sie beginnen, desto besser werden Sie es später haben. Wie viel Sie investieren, ist natürlich abhängig von Ihrem Einkommen und den Kosten, die Sie jetzt ja auch schon haben.

Beste Grüße proConcept AG

Hallo goodresponder,

die „Deutsche Rentenversicherung“ informiert in regelmäßigen Abständen über die Höhe der zu erwartenden Altersrente. Obwohl die gesetzliche Rente eine wichtige Säule der Altersvorsorge ist, sollte jeder rechtzeitig prüfen, wie viel Geld er für seinen Ruhestand braucht.

Generell ist zu sagen, dass der Abschluss von Versicherungen von der allgemeinen Lebenslage und von persönlichen Bedürfnissen abhängt. Bei vielen privaten Rentenanbietern erhalten Sie einen kostenlosen Vorsorgecheck. Durch eine persönliche Beratung oder Online-Vorsorgeberater kann der individuelle Bedarf einfach ermittelt werden, so dass man anschließend passende Lösungen für die individuelle Altersvorsorge findet.

Wenn man schon frühzeitig mit dem Sparen fürs Alter anfängt, kann man bereits mit geringen Beträgen eine gute Grundlage für eine Altersvorsorge schaffen. Hierfür bieten viele Gesellschaften eine private Rentenversicherung an. Bei Ablauf des Vertrages können Sie zwischen einer lebenslangen Rente und einer einmaligen Kapitalauszahlung wählen. Wenn Sie eine dynamische Anpassung vereinbaren, können die monatlichen Sparbeiträge jährlich erhöht werden.

Gerade für Berufseinsteiger ist die Riesterrente besonders interessant, weil man auf Grund des geringen Einkommens und demzufolge geringen Beiträgen (Mindesteigenbeitrag (Zahlbeitrag) = 4% des rentenversicherungspflichtigen Brutto-Vorjahreseinkommens abzüglich Zulagen) in den Genuss der o. g. Zulagen u. Steuervorteile kommt.

Alle in der gesetzlichen Rentenversicherung Pflichtversicherte gehören zu dem unmittelbar geförderten Personenkreis. Die Förderung teilt sich auf in jährliche Zulagen: (max. Grundzulage 154 EUR, Kinderzulage 185 EUR bzw. für ab 2008 geborene Kinder 300 EUR, sowie auch eine evtl. Förderung von bis zu 154 EUR durch den Ehegatten) und einem evtl. zusätzlichem Steuervorteil (zusätzlich zu der Zulagenförderung können die Beiträge im Rahmen des Sonderausgabenabzugs steuerlich geltend gemacht werden, was im Einzelfall u.U. noch zu einem zusätzlichen Steuervorteil führen kann).

Berufseinsteiger die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, erhalten zusätzlich einmalig 200 EUR Berufseinsteigerbonus.

Um jederzeit kurzfristig auf einen Teil seines Vermögens zugreifen zu können, sollte ein finanzieller Grundstock flexibel angelegt werden z.B. auf ein Tagesgeldkonto.

Zu einem späteren Zeitpunkt sind weitere Bausteine (z.B. eine betriebliche Altersvorsorge über den Arbeitgeber) sinnvoll.

Viele Grüße

Frank Torbing, CosmosDirekt

Hallo, goodresponder

das mit der Rente ist wirklich eine kritische Geschichte. Bin nun schon ein bisschen näher an der Rente dran und habe mich deshalb näher damit beschäftigt.

Aus der Frage denke ich, es geht Dir zunächst um die gesetzliche Rente. So wie ich das kenne (bin aber kein absoluter Fachmann - bitte z. B. bei der Rentenversicherung die genauen/aktuellen Regelungen nachfragen) sieht das so aus:

  • Der Beitrag zur Rentenversicherung wird prozentual vom Lohn abgezogen.
  • bis zu einem gewissen Betrag (des Lohns) bekommst Du einen Rentenpunkt pro Jahr gutgeschrieben.
  • liegst Du über dieser Grenze (besserer Verdienst), bekommst Du einen Zusatzpunkt
  • Ausbildungszeiten, Arbeitslosigkeit werden gesondert dazugerechnet; es gibt auch Bruchteile von Punkten.
  • bei Rentenbeginn erhält man pro Rentenpunkt einen gewissen Betrag (derzeit unter 30 EUR), d. h. wenn man 40 Jahre überdurchschnittlich verdient, käme man gerade auf 40x2x30 EUR pro Monat = 2.400. Aber - wer soll soviel verdienen ?
  • wenn man vor Erreichen des Rentenalters in Rente geht, bekommt man pro Monat einen Malus abgezogen (ich glaube, 0,3%); geht man später, gibt es pro Monat einen Bonus von 0,5%. Bloss: wer soll solange arbeiten können, bis das reicht um die Inflation auszugleichen ?

Hoffe, ich habe richtig gerechnet - alles ohne Gewähr.

Kernfrage: hätte man jetzt (im Moment) einen Rentenanspruch von 1500,-, was ist der dann in z. B. 15 Jahren Wert (Inflation etc.). Geht man mal von nur 2% jährlicher Inflation aus, fällt man dann schon in einen Bereich, der keinen Spass macht.

Ratschlag:

  1. Berechnung evtl. von der Rentenversicherung erklären lassen

  2. daraus kann man ablesen, wie hoch die sog. "Deckungslücke" ist, d. h. was man irgendwie zusätzlich absichern muss. Auch solche Sachen erfährt man von der RV

  3. Riester etc. kann man sich mal anschauen (finde ich aber für das zu erzielende Ergebnis nicht unbedingt interessant)

  4. Wenn man Glück hat, "erwischt" man einen Arbeitgeber, der eine Zusatzversicherung bezuschusst - unbedingt frühzeitig (!) dranbleiben und z. B. vermögenswirksame Leistungen da reinschiessen.

  5. Unbedingt (!) eine Berufsunfähigkeits-/Erwerbsunfähigkeitsversicherung mit berücksichtigen (denkt man im jungen Alter nicht dran, kann aber böse ins Auge gehen - habe ein Beispiel in der eigenen Familie)

Fazit: wenn man das Thema noch jung in Angriff nimmt; hat man einfach noch ein paar Optionen mehr/günstiger.

Hoffe, ich konnte ein bisschen klären - viel Spass bei der Ausbildung und - früh am Thema dranbleiben; mit der staatlichen Rente hat man nicht viel Spass.

Die Beiträge in die Rentenversicherung kannst du nicht selbst bestimmen. Was du darüber hinaus sparen willst, kann man so nicht sagen. Warte erst einmal ab (bzw. lass dir ausrechnen) wieviel Netto dir von der Ausbildungsvergütung bleiben wird.

Kommt drauf an ob du dich mit 70 von den Früchten des Waldes oder von Geld ernähren möchtest. Wir wissen doch nicht, wie du mal leben willst.

Je früher, desto besser ;-)

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