Wie viel Prozent konnte im Mittelalter lesen?

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4 Antworten

Im frühen und hohen Mittelalter war elementare Bildung, wie Lesen, Schreiben und Rechnen, nur einem ganz kleinen Kreis von Menschen zugänglich.
Die breite Masse des Volkes, selbst der Adel, besaß kaum oder nur sehr geringe Bildung. Lediglich in den Klosterschulen war es möglich, sich Bildung anzueignen, doch nur für jene, die bereit waren, sich dem Dienst im Orden zu verpflichten.
Ab etwa dem Jahr 1000 entstanden, parallel zum Aufblühen der Städte, sogenannte Kathedralschulen. Sie bildeten auch Adels- und Bürgersöhne, ja sogar Leibeigene aus, ohne sie dem Ordensleben zu unterwerfen. Die Kathedralschulen, die sich besonders stark in Frankreich entwickelten, beschränkten den Unterrichtsstoff auf die sieben „freien Künste“, deren Erlernen schon im alten Rom für freie Bürger charakteristisch war, das Trivium (Grammatik, Logik, Rhetorik) und das Quadrivium (Arithmetik, Astronomie, Geometrie, Musik).
Gelesen wurde erst nur in Latein, später gab es Abschriften von Manuskripten von wenigen anerkannte Schriftsteller der Spätantike und des frühen Mittelalters wie Boëthius, Cassiodor oder Isidor von Sevilla.
Mit den Kreuzzügen bekam das christliche Abendland Kontakt zur Geisteswelt des Islams. Viele bildungshungrige Europäer lernten arabische Mathematik, Astronomie, Medizin und Philosophie kennen. In den Bibliotheken des Orients lasen sie erstmals die griechischen Klassiker wie Aristoteles im Originaltext.

Der Anteil war bestimmt lange unter 1 % der Bevölkerung. Es ist schwierig hier gültige Werte zu notieren. Es gab eben auch viele, die etwas lesen konnten, aber nicht schrieben.

Was es aber gibt, ist eine Statistik der damals existierenden Schriften. Daran siehst du, wie sich das Lesen und Schreiben entwickelte. Den Durchbruch brauchte erst die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gensfleisch etwa 1450. Heute nennen wir ihn Gutenberg. Erst im Lauf des 16. Jh., also in der Neuzeit, verbreitete sich infolge der Massenproduktion von Texten die Lesefähigkeit in Europa auf rund 20% der erwachsenen Bevölkerung.

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Kommentar von lucylucy
27.03.2012, 19:23

Vielen Dank für den Text und die Bilder! Hast du den Text selber geschrieben oder wo raus kopiert? Wenn ja, wo hast du ihn her, ich muss nämlich immer die Quellen angeben... Wenn du die Quellen von den Bilder noch hast, wäre es auch sehr nett, wenn du mir die sagen kannst. Es war auf jeden Fall sehr hilfreich! lucylucy

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es kommt drauf an: WO?

Es ist bewiesen, dass im Mittelalter bzw. in der frühen Neuzeit 61 % der Venezianischen Bevölkerung des Lesens und Schreibens kundig war. (z.B. "Venezianische Buchkultur - Bücher - Buchhändler und Leser in der Frührenaissance" - von Anselm Fremmer)

Die kann man generell jedoch weder auf Deutschland der damaligen Zeit noch auf Europa (ein Wahnwitz!!) umsetzen... In -generell- Europa darf/muss man den Prozentsatz mit maximal 20 % ansetzen. http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D10394.php

LG

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Kommentar von lucylucy
26.03.2012, 17:21

Vielen Dank! Ist zwar viel zu Lesen aber du hast genau das gefunden was ich gesucht habe =D

LG

lucylucy

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nur adel und klerus unter den bauern eher selten also schau dir das feudalsystem mit den prozenten an und dann kannste selbst schauen

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Wieviele von was, von den Bürgern allgemein, oder nur von den Gelehrten???

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Kommentar von lucylucy
26.03.2012, 17:05

Von den Bürgern allgemein, also alle, arm und reich

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