Wie viel Prozent der Energie, die Deutschland herstellt, nutzen wir eigentlich?

6 Antworten

Hier hast Du einen Überblick wie unser täglicher Strombedarf aussieht und wie er produziert wird. Über die Filter kannst Du auch anschauen wieviel Strom wir exportieren und wieviel wir importieren. Wir exportieren deutlich mehr Strom als wir importieren.

Energieträger wie Gas, Öl, Kohle, Uran importieren wir derzeit fast vollständig für ca. 50-100Mrd€ pro Jahr.

https://www.energy-charts.de/power_de.htm?source=all-sources&year=2019&month=10

Mit dem Kursor über den Verlauf fahren und Du siehst, welcher Anteil zu welcher Zeit, aus dem jeweiligen Kraftwerkstyp stammt. Wenn Du mehr wissen willst, die Anleitung auf der Startseite lesen.

Wir reden aber von Energiewende, nicht von Stromwende.

Hier erkennst Du, dass der Strom an unserem Gesamtenergiebedarf derzeit nicht mal ein Drittel ausmacht :

https://www.umweltbundesamt.de/daten/energie/energieverbrauch-nach-energietraegern-sektoren

Wenn wir den Verkehr z.B. auf Strom umstellen (e-Fahrzeuge / BEV) reduziert sich der Gesamtenergiebedarf für den Verkehr auf ca. 25%, da e-Autos viel effizienter sind als Verbrenner (90% Wirkungsgrad zu 30% Wirkungsgrad)und der hohe Strombedarf in den Raffinerien entfällt.

Daher muss eine sogenannte Sektorenkopplung stattfinden.

Vorteil dabei: Wir können die Wärmespeicher und die e-Auto - Batterien ebenfalls als Speicher nutzen. Wir müssen jedoch deutlich Wind und Photovoltaik ausbauen. Bei PV haben wir noch viel Potenzial auf unseren Dächern, denn derzeit sind erst ca. 5% unserer Dächer mit PV-Ziegeln, oder mit PV-Panels belegt.

Wir können mit geschicktem Ausbau und vernünftiger Aussteuerung z.B. Biogas nicht auf Strich laufen lassen sondern das gespeicherte Gas nach Bedarf einsetzen und die Sektoren intelligent koppeln, problemlos die Kohlekraftwerke ersetzen, ebenso Benzin / Diesel für die Autos und Heizöl für Heizungen.

Beispiele wie das geht:

https://www.next-kraftwerke.de/

Hintergrund zu Sektorenkopplung (auch in den enthaltenen Links):

https://www.unendlich-viel-energie.de/themen/strom/sektorenkopplung

https://www.bee-ev.de/publikationen/argumente-fuer-die-energie-der-zukunft

25% der Kraftwerke heißt ja noch nicht 25% des Stromes. Bei Strom wird prinztipiell alle Energie, die hergestellt wird, auch verwendet, oder eigentlich andersrum, es muß so viel eingespeist werden wie abgenommen wird.

Es gibt aber (aus gutemn Grund) in Deutschland eine große Überkapazität an Kraftwerken. Das bedeutet, das es mehr Kraftwerkskapazität gibt, als selbst in Spitzenzeiten an Strom abgenommen wird. Das ist wichtig, damit bei Ausfällen von Teilen des Übertragungsnetzes oder von Kraftwerken das Netz immer noch stabil gehalten werden kann.

Nun kann man natürlich an diese Reserve herangehen und ein paar der umweltschädlichsten Kraftwerke stillegen. Man muß dabei natürlich bedenken, dass dadurch nicht weniger Strom verbraucht wird. Er wird nur von den anderen, hoffentlich moderneren, Kraftwerken erzeugt.

Kritisch wird die Sache, wenn aufgrund der Stillegung Strom aus dem Ausland gekauft wird (was durch das Übertragungsnetz kein Problem ist und auch ständig passiert), und dieser Strom von vielleicht noch umweltschädlicheren Kraftwerken erzeugt wird. Gefordert ist hier schnell, ich würde mir aber eine genaue Analyse wünschen, bevor Schnellschüsse gemaucht werden. (Das ist aus meiner Sicht etwas ganz anderes als die Stillegung der AKW. Ein hochgehendes AKW (GAU) schädigt sehr große Gebiete als direkte Folge des Unfalles. Ein Kohlekraftwerk fügt dem schon bestehenden CO2 nur weiteres hinzu, was nicht sofort und direkt zu einer katastrophalen Situation führt.)

Nur einen Teilaspekt:

In den Statistiken werden immer die installierten Kapazitäten von Stromerzeugungsanlagen angegeben.

Bei den konventionellen Kraftwerken macht das Sinn, da je nach Bedarfssituation diese Kapazität gesteuert AKTIV genutzt werden kann. Anders bei Wind und Voltaik: Dort ist eine Auslastung abhängig vom Angebot an den Primärenergien Wind, bzw. Sonneneinstrahlung, also eine PASSIVE Auslastung der installierten Kapazität.

Da ergibt sich für Onshore-Wind eine Auslastung von im Durchschnitt 26%, off-shore ca. 50%, Photovoltaik 11%.

Wie die anderen Foristen richtig beschreiben ist die Stromproduktion abhängig von der Abnahme und der Netzstabilität ZU JEDEM ZEITPUNKT.

Insofern haben bei der Beurtelung, ob wir die richtigen und ausreichenden Kapazitäten haben die Angaben, ob wir Strom Exporteure sind keine Aussage.

Denn wir brauchen trotz des Verbundes die Erzeugungskapazität ZU JEDEM ZEITPUNKT, nicht nur im Durchschnitt.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Was möchtest Du wissen?