Wie viel Miete zahlt das Amt?

11 Antworten

Ergänzend zur Antwort von isomatte (sie ist in Sachen Grundsicherung sehr erfahren):

Vorsorglich diese Hinweise von mir:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen). Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird (sind es mehrere Anlagen, diese mit Nummern versehen aufzählen). - Wiederum dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten). - Nicht (oder angeblich nicht) abgegebene Unterlagen kann als Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht gedeutet werden, was zu Sanktionen führen kann = Kürzung von Geld. - Und: Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit jobcenter unterlagen verloren.

Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein. Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch **Infos im Vertrauen** landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“ (wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden.

Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen. Dieser muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Der Beistand kann aber auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google mit 13 sgb 10):

     (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem
           Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene gilt als von dem
           Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht.

Für einen ehrenamtlichen Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

Ämterlotsen
Behördenlotsen
Behördenbegleiter
Hartz IV Mitläufer
Hartz IV Gegenwind e.V.
Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und (die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus. (Sag beim Amt niemals, Du hättest einen Zeugen dabei! Zeugen dürfen des Raumes verwiesen werden - Beistände dagegen nicht, auf die hast Du ein Recht.)

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft): Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

Google mit

legitimation eines beistands pdf (die Wörter genau so)

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen. - Einzig nicht mehr aktuell in der Info: Darin wird erklärt, dass Beistände sich nicht ausweisen müssen (liest Du ja dann dort). Das Sozialgericht Stuttgart urteilte unlängst: Ämter können vom Beistand verlangen, dass er sich ausweist.

In der Info erfährst Du unter anderem, dass wenn Dein Beistand für Dich etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es gesagt.

Wenn die Firma schließen muss,dann kann sie keine fristlose Kündigung bekommen haben,denn diese würde ein Fehlverhalten voraussetzen,dann wurde sie betriebsbedingt gekündigt !

Das hätte sonst nämlich Auswirkung auf ihr evtl.ALG - 1 was ihr von der Agentur für Arbeit zustehen könnte,dann würde sie nämlich erst mal eine Sperre von 12 Wochen bekommen und müsste zur Überbrückung erst mal ALG - 2 beim Jobcenter beantragen.

Da würde sie dann auch zumindest eine 30 % Sanktion bekommen und das über 3 Monate.

Wenn sie also innerhalb von 2 Jahren min.12 Monate ( 360 Tage ) versicherungspflichtig war,also mehr als 450 € pro Monat verdient hat,dann hätte sie Anspruch auf ALG - 1.

Das würde dann ca. 60 % vom durchschnittlichen Nettoeinkommen der letzten 12 Monate ( 360 Tage ) vor der Arbeitslosigkeit betragen,wenn das zu gering ausfallen würde,dann könnte sie vorrangig Wohngeld bei der Stadt ( Rathaus / Landratsamt ) beantragen ( kostenlose Rechner für Wohngeld gibt es im Internet ) und wenn sie das Mindesteinkommen nicht erreichen würde,dann eine ALG - 2 Aufstockung beim Jobcenter.

Ihr würden dann derzeit als Single,also wenn sie alleine wohnen würde,ein Regelsatz von 399 € zustehen ( ab 01.01.2016 dann 404 € ) und dazu erst mal die tatsächlichen KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ),also die 470 €.

Dann läge ihr Bedarf erst mal bei ca.869 € und die KDU - würde dann in der Regel für weitere 6 Monate vom Jobcenter in tatsächlicher Höhe anerkannt,danach nur noch die angemessenen KDU - sie müsste dann entweder in eine angemessene Wohnung umziehen oder die Differenz dann selber zuzahlen.

Wie hoch die KDU - dann bei ihr sein dürfte,dass kann sie nur genau beim zuständigen Jobcenter erfahren,um einen ersten Überblick zu bekommen,kann sie im Internet mal eingeben ,, Harald - Thome - örtliche - Richtlinien " oder ,, angemessene KDU " und dazu den Namen ihrer Stadt.

Wenn das ALG I nicht ausreicht (oder irgendwann ausgelaufen ist), zahlt das Jobcenter (notfalls ergänzend) ALG II. Darin sind auch Bedarfe für Unterkunft und Heizung enthalten.

Eine Zeitlang (in der Regel sechs Monate) werden die vollen tatsächlichen Kosten für Unterkunft und Heizung übernommen, danach nur noch die örtlich angemessenen Kosten.

Was angemessen ist, ist von Ort zu Ort verschieden - also mal dort fragen. Im Streitfall kann man darüber auch prozessieren.

In Berlin würde die Dame nach einem halben Jahr ALG II in der Regel nur noch ca. 395,- Warmmiete erstattet bekommen und den Rest selbst zahlen müssen - oder umziehen oder untervermieten.

Gruß aus Berlin, Gerd

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  • Kennt sich jemand aus, ob das Amt sowas kontrolliert?
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