wie viel mal schlimmer ist fokuschima nach chernobyl im thema verstrahlung geworden?

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4 Antworten

Tschernobyl war, was die Verstrahlung angeht, viel schlimmer. Nachdem was ich gehört habe, kann Fukushima noch in einer viel größeren Katastrophe enden, wenn die instabile Situation da voll außer Kontrolle gerät. Und das betrifft dann nicht nur Japan.

Ich meine mich erinnern zu können, dass in den Nachrichten mal gebracht wurde, dass etwa 40% der Menge an radioaktiver Strahlung freigeworden ist (Japan in Vergleich zu Chernobyl)

Ganz klar, die Reaktor-Unfälle im KKW-Fukushima-Daiichi-Japan waren bei weitem nicht so schlimm, wie z.B. der KKW-Unfall von Tschernobyl. Das liegt daran, dass die Ursache in beiden Fällen eine andere war. Weiter kam es beim KKW-Unfall von Fukushima nicht zu ernsthaft Strahlenerkrankten oder sogar zu Strahlen-Toten, wie das beim KKW-Unfall von Tschernobyl der Fall. (www.morgenpost.de/printarchiv/wissen/article1910366/Um-den-Reaktor-von-Fukushima-hat-es-keine-Strahlentoten-gegeben.html, ww.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,812992,00.html )

In Tschernobyl kam es aufgrund von Fehlkonstruktion zu einer Leistungsexkursion, welche den Reaktor-Kern von Innen heraus zerstört hat. Somit lag nun der Reaktor-Kern frei und fing durch das vorhandene Graphit sofort an zu brennen. Durch den brandbedingten Kamineffekt wurden die radioaktiven Stäube bis weit in die oberen Luftschichten transportiert, und von dort auch in die BRD geweht. (siehe Wiki-“Katastrophe von Tschernobyl“)

In Fukushima-Daiichi kam es zu einem Nachzerfalls-Unfall. Die eigentliche Kettenreaktion wurde ordnungsgemäß mit Eintreten des Erdbebens abgeschaltet und die Nachzerfalls-Kühlung lief an. Durch den Tsunami wurden jedoch die Notstromdiesel und auch die letzten Kraftwerkszuleitungen zerstört, so dass das KKW keinen Strom für die aktive Nachkühlung mehr hatte. Der Grund ist hier wieder bei Fehlkonstruktion, Schlamperei und in der alten Anlagen-Strategie zu suchen (moderne KKW können die Nachzerfallswärme z.B. auch passiv, also ohne Strom zu brauchen, kühlen). Als Folge erhöhte sich der Druck im Reaktor. Damit dieser nicht platzt, entlässt man normalerweise Wasserdampf aus dem Reaktor, erst ins Reaktorgebäude und dann in die Umwelt (in Europa gefiltert, hier leider ungefiltert) . Beginnt man mit dieser Prozedur rechtzeitige, also bevor die ersten Brennelemente beschädigt sind, kann man so die Nachzerfallswärme relativ sicher abführen. Natürlich muss dann auch Wasser nachgefüllt werden, welches man z.B. mittels eines tragbaren Notstromaggregates + Pumpe oder mittels Feuerwehrwagen macht. Leider hat man in Fukushima Daiichi viel zu spät mit dem Druckablassen (siehe Wiki „Venting“, „Wallmann-Ventile“) begonnen, so das bereits erste Brennelemente beschädigt waren. Verschlimmert kam hinzu, dass keine Filteranlagen und Knallgas-Rekombinatoren im KKW-Fukushima-Daiichi installiert waren (in der BRD Standart). Somit war der Dampf, welcher abgelassen worden ist, relativ hoch radioaktiv kontaminiert und durch das Knallgas recht explosiv, was zur Zerstörung der Reaktorhaus-Außenwände führte. (siehe Wiki-“Chronik der Nuklearkatastrophe von Fukushima“)

Beim klassischen Druckwasser-Reaktor erzeugt alleine die natürliche Konvektion des Wassers im Primärkreislauf eine 5% Wasserumwälzung. Diese 5% reichen natürlich nicht für den Lastbetrieb, jedoch dürfte es für die Nachzerfallswärme ausreichen. Man muss dann natürlich genug Wasser im Sekundärkreis haben, welches die Wärme des Primärkreises aufnimmt und einfach in die Atmosphäre als problemlosen Dampf entlässt. Hier reicht jedoch schon ein tragbares Stromaggregat oder ein Feuerwehrwagen aus, um das sicher zu stellen. Beschädigte Brennelemente wären beim Druckwasser-Reaktor egal, da der Primärkreis ja weiter geschlossen bleibt.

Das Risiko eines Nachzerfalls-Unfall ist bei gut konstruierten Kernreaktoren nicht mehr relevant, da sie über passive Systeme verfügen, oder wie beim Flüssigsalzreaktor (siehe Wiki.) keinen festen Kern mehr haben (also keine Brennelemente), somit kann jeder Zeit das hoch radioaktive Reaktor-Inventar in passiv zu kühlende Gefäße ablassen werden (siehe ww.energyfromthorium.com).

In Tchernobyl ist der Reaktor hochgegangen, in Fukushima nur das Gebäude drum herum.

Die Kernschmelze ist nach dem was wir wissen, nicht stark nach außen gekommen.

Also bislang nur ein Schatten von Tchernobyl.

Ich glaube, man sollte die Aussagen von Tepco sehr kritisch betrachten.

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@pantilo

drum auch meine Umschreibung im zweiten Satz, die Japaner sind wie alle Politiker bzw. Menschen insgesamt wenn es um was geht: SIE LÜGEN

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@spaceflug

das sowiso wie viel 1986 zb prypjat nach dem unglück in chernobyl erst gar nichts gesagt haben und sowas erst 3 oder 4 tage nach dem unglück (3km entfehrnt) - heftig!

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@HotJoppieDog

Sag ich doch, in Frankreich hat sich angeblich die Luft so schön im Kreis gedreht, das nix über die Grenze rein kam

und

in Deutschland wurde gelogen, das es nur so krachte, dafür haben die Politiker später schöne Job´s bei den Kernkraftbetreibern bekommen.

Erst kommt das fressen, dann die Moral

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