Wie viel Macht hat die Wirtschaft?

12 Antworten

Ja sicher hat die Wirtschaft die Politik in der Hand. Mit der alten Drohung das Arbeitsplätze verloren gehen, wenn dies oder das von der Politik durchgesetzt wird.

Der Witz an der ganzen Sache ist, das die Arbeitsplätze sowieso über kurz oder lang wegfallen, denn die Automatisierung schreitet immer weiter voran. Wo es geht wird die Wirtschaft Menschen durch Roboter ersetzen. Die Menschen als Mitarbeiter sind für die Wirtschaft ein notwendiges Übel.

Es gibt mit Sicherheit auch Unternehmen, denen die Mitarbeiter wirklich am Herzen liegen und wichtig sind. Aber ob sie diese soziale Schiene so weiter durchziehen können ist fraglich. Denn dieses Wirtschaftssystem verlangt Wachstum, immer wieder Wachstum. Wichtig ist nicht nur das man Gewinn hat, nein, der Gewinn muss auch noch größer sein als im Vorjahr.

Und hintendran stehen tausende Aktionäre die für wenig Arbeit viel Geld kassieren wollen. Die wollen ihren Anteil und dafür müssen notfalls Mitarbeiter gehen. Die Politik macht da gar nichts und hat da nur wenig Einfluss drauf.

Na klar ist die Wirtschaft das Machtinstrument schlechthin. Oder hast du etwa ein armes Land ohne eine richtige Industrie gesehen, das eine Spitzenpolitik und somit viel Macht hat ? Wirtschaft bedeutet Geld und Geld bedeutet Macht. Du brauchst Geld als Staat, um Waffen kaufen zu können, wenn du dich verteidigen möchtest oder selber herstellen können, was wiederum Wirtschaft ist. Deine Wirtschaft bringt dir Geld. Es wird in diesem Zusammenhang auch gerne über "die Elite" gesprochen. Der Kreis der einflussreichen, mächtigen Persönlichkeiten, deren Arme tief in die Politik greifen. Nicht mal Mr. Obama, der damalig "mächstigste Mann der Welt" konnte die Waffengesetze in der USA verschärfen. Und wie konnte Donald Trump, der von Politik nicht wirklich die Ahnung hat, nur Präsident werden? Ich hoffe du überlegst nicht zu lange, um an die Antwort zu kommen. Du kannst schlecht jemanden aus deinem Club werfen, wenn er dir Unmengen an Steuern bringt und in deinem Land den Wohlstand sichert oder besser gesagt dir deine Politik und Wohlstand erst ermöglicht. Warte mal, wer sagt überhaupt, dass es dein Club ist ? Verstehst du ? Politik  regelt sicherlich viele Dinge, steuert also in verschiedenen Bereichen, doch auch nur im Einklang mit der Wirtschaft/Banken. Hast du dich mal je gefragt, warum Politiker bei kritischen Fragen oft um den heißen Brei herumreden und dann geschickt mit der Redekunst das Thema wechseln, anstatt eine direkte Antwort zu geben ? Eben weil sie da keinen Einfluss haben und nicht einfach sagen können, wie es wirklich ist oder etwas Grundlegendes ändern können, denn sie möchten sicherlich nicht wie Kennedy enden.

Wie viel Macht hat die Wirtschaft? 

Viel zu viel. Was Du in Deiner Frage formuliert hast, stimmt vollkommen. In Deutschland traut sich die breite Masse nur leider nicht, den Kapitalismus in Frage zu stellen. Dafür gibt es zwei Hauptgründe: Einmal die unrühmliche DDR-Vergangenheit (die trotz allen berechtigten Kritikpunkten insgesamt noch negativer dargestellt wird, als sie es tatsächlich war). Und zum anderen dieses deutsche Selbstverständnis als "Wirtschaftsmacht" und "Exportweltmeister", symbolisch dafür stehen die deutsche Automobilindustrie und Kanzler Helmut Kohl mit seinen "blühenden Landschaften". Der Deutsche hat Angst, auch nur darüber nachzudenken, ob der Kapitalismus vielleicht doch nicht das richtige Wirtschaftssystem ist. Denn man hat ihm ja jahrzehntelang eingetrichtert, die Wirtschaft müsse wachsen und jenseits des Kapitalismus gäbe es nur Kommunismus, der ja sowieso nicht funktioniert.

Und so kommt es, dass auch im Jahr 2017 - wo doch jeder Depp begriffen haben müsste, dass ein System, das auf Profitstreben und grenzenlosem Wachstum basiert, dessen Triebwerke die Gier und die Angst sind, nicht gut für die Menschheit und den Rest des Planeten sein kann - trotzdem 85% der Wählerstimmen auf neoliberale (kapitalismuskonforme) Parteien fielen.

Worin besteht die Alternative zum Kapitalismus? Gibt es da als einzige Auswahlmöglichkeit Sozialismusversuche, die dann realpolitisch scheitern? Mitnichten! Sahra Wagenknecht skizziert in ihrem Buch "Reichtum ohne Gier", das sogar die wirtschaftsliberale FAZ mit einer positiven Rezension gewürdigt hat, praktikable Auswege aus dem Kapitalismus: http://www.campus.de/buecher-campus-verlag/wirtschaft-gesellschaft/wirtschaft/reichtum_ohne_gier-10240.html

Und Niko Paech schlägt mit seiner "Postwachstumsökonomie" ein Wirtschaftsmodell vor, in dem soziale Gerechtigkeit im globalen Maßstab innerhalb ökologischer Grenzen stattfinden soll:
 

https://youtube.com/watch?v=jv7EgsjT3f0

(In dem Video ist leider der Ton leise und es werden Fachtermini benutzt, aber es ist absolut sehenswert!!)

LG

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