Wie viel Kostet eine funktionelle Unterarmprothese und ist es möglich, eine für unter 1000€ zu bekommen?

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2 Antworten

1. Mit welcher Begründung lehnt die KV die Kostenübernahme für eine angepasste UA- Prothese ab? Gibt es eine ärztliche Verordnung?  Wurde Widerspruch eingereicht? 

2. Ich bin mir relativ sicher das eine nach Maß gefertigte Prothese nicht günstiger zu bekommen ist. 

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Kommentar von MRCherubghost
02.09.2016, 20:55

Die Begründung ist, dass es sich dabei nicht um ein akutes Leiden handele, da die Verletzung schon seit vielen Jahren verheilt ist. Er hat vorher auch nicht in Deutschland gelebt. Kann sein, dass die Krankenversicherung für Flüchtlinge nicht so gültig ist. So genau weiss ich das leider nicht.

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1. Jeder gesetzlich krankenversicherte hat das gleiche Recht auf Versorgung nach SGB. Egal ob er 1 Tag oder 40 Jahre versichert ist. Ob er Mindest- oder maximalbeitrag bezahlt.

2. Einem Flüchtling steht die gleiche Versorgung (versorgung mit Hilfslittel)  zu. Kostenträger ist dann die jeweilige Stadtverwaltung.

Sicherlich wird man hier auch erst mal abwimmeln, aber vor Gericht hat das keinen Erfolg. Geben Sie lieber 250 € den RA Müller in Gütersloh aus, als für irgendeine unnütze Hilfslösung.

Hier kommt es natürlich erstmal auf die tatsächliche Notwendigkeit an. Sicherlich muss es nicht gleich eine ilimb-Hand sein. Aber wenn der Asylbewerber sehr wahrscheinlich anerkannt wird, wäre eine Hilfs-Zwischenlösung rausgeworfenes Geld.

Leistungsanspruch und -umfang (§§ 4, 6 AsylbLG)

Weitere sonstige Leistungen

Ebenso können als „sonstige Leistungen“ erweiterte notwendige Hilfsmittel (i.S.d. § 33 Abs. 1 SGB V)

beansprucht werden, wenn diese nicht bereits durch § 4 AsylbLG

abgedeckt werden konnte. Voraussetzung für die Leistungsgewährung ist,

dass die Hilfsmittel zur Vermeidung von Krankheitsfolgeschäden oder

einer erhöhten Unfallgefahr (bspw. bei einem Hörgerät, Brillen,

Körperersatzstücken und orthopädischen Hilfsmitteln) dringend

erforderlich sind.

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Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) -

Gesetzliche Krankenversicherung - (Artikel 1 des Gesetzes v. 20.
Dezember 1988, BGBl. I S. 2477)
§ 33 Hilfsmittel

(1) Versicherte

haben Anspruch auf Versorgung mit Hörhilfen, Körperersatzstücken,

orthopädischen und anderen Hilfsmitteln, die im Einzelfall erforderlich

sind, um den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden

Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen, soweit die

Hilfsmittel nicht als allgemeine Gebrauchsgegenstände des täglichen

Lebens anzusehen oder nach § 34 Abs. 4 ausgeschlossen sind. Der Anspruch

auf Versorgung mit Hilfsmitteln zum Behinderungsausgleich hängt bei

stationärer Pflege nicht davon ab, in welchem Umfang eine Teilhabe am

Leben der Gemeinschaft noch möglich ist; die Pflicht der stationären

Pflegeeinrichtungen zur Vorhaltung von Hilfsmitteln und

Pflegehilfsmitteln, die für den üblichen Pflegebetrieb jeweils notwendig

sind, bleibt hiervon unberührt. Für nicht durch Satz 1 ausgeschlossene

Hilfsmittel bleibt § 92 Abs. 1 unberührt. Der Anspruch umfasst auch die

notwendige Änderung, Instandsetzung und Ersatzbeschaffung von

Hilfsmitteln, die Ausbildung in ihrem Gebrauch und, soweit zum Schutz

der Versicherten vor unvertretbaren gesundheitlichen Risiken

erforderlich, die nach dem Stand der Technik zur Erhaltung der

Funktionsfähigkeit und der technischen Sicherheit notwendigen Wartungen

und technischen Kontrollen. Wählen Versicherte Hilfsmittel oder

zusätzliche Leistungen, die über das Maß des Notwendigen hinausgehen,

haben sie die Mehrkosten und dadurch bedingte höhere Folgekosten selbst

zu tragen.

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