Wie viel Jahren Haftstrafe bekommt jmd wenn...?

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10 Antworten

Hallo Internetzugriff,

mit der von Dir angeführten Handlung hast Du die folgenden Straftatbestände erfüllt:

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Auszug aus: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__145.html

§ 145 StGB -  Mißbrauch von Notrufen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln

(1) Wer absichtlich oder wissentlich

  1. Notrufe oder Notzeichen mißbraucht oder
  2. vortäuscht, daß wegen eines Unglücksfalles oder wegen gemeiner Gefahr oder Not die Hilfe anderer erforderlich sei,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

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Auszug aus: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__145d.html

§ 145d StGB - Vortäuschen einer Straftat

(1) Wer wider besseres Wissen einer Behörde oder einer zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Stelle vortäuscht,

  1. daß eine rechtswidrige Tat begangen worden sei oder
  2. daß die Verwirklichung einer der in § 126 Abs. 1 genannten rechtswidrigen Taten bevorstehe,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 164, § 258 oder § 258a mit Strafe bedroht ist.

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Für die beiden in Tateinheit begangenen Straftaten, kann im Falle einer Verurteilung also eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe verhängt werden.

Die zu verhängende Strafe muss Schuld.- und Tatangemessen sein. Ob eine:

  • Geldstrafe oder
  • Freiheitsstrafe mit Bewährung oder
  • Freiheitsstrafe ohne Bewährung oder
  • eine Strafe nach Jugendstrafrecht, welches bei Jugendlichen bis 17 Jahren angewendet werden muss und zwischen 18 und 21 Jahren angewendet werden kann.

verhängt wird, hängt von so vielen Faktoren ab, so dass man hier keine Einschätzung abgeben kann.

Aber wenn die Person noch nie polizeilich in Erscheinung getreten und nicht vorbestraft ist, kann es gut sein, dass keine Freiheitsstrafe ohne Bewährung verhängt wird, sondern eine der anderen aufgeführten Strafen verhängt werden.

Ich würde mir aber eher um die zivilrechtlichen Folgen Gedanken machen

  • die Polizei wird Schadensersatz fordern, für
  1. jeden eingesetzten Polizeibeamten,
  2. jedes eingesetzte Polizeifahrzeug,
  3. jeden eingesetzten Polizeihubschrauber
  4. jeden eingesetzten Diensthund
  5. jeden eingesetzten Spezialisten, wie z.B: Kampfmittelräumdienst
  • der Verein und der Stadionbetreiber wird Schadensersatz fordern, für
  1. die Räumung des Stadiums
  2. Rückzahlungen von Eintrittspreisen
  3. entgangene Zusatzeinnahmen wie nicht Verkaufte Getränke und Speisen
  4. usw. usw

Die Forderungen von Polizei und Verein/Stadiumbetreiber, werden sich sicherlich im fünfstelligen Bereich bewegen.

Somit dürften die zivilrechtlichen Folgen wesentlich gravierender, als die Strafrechtlichen Folgen sein.

Schöne Grüße
TheGrow

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Internetzugriff 27.03.2016, 12:28

Danke, das war ausführlich.

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Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe, siehe § 145 StGB. Dann wärest du vorbestraft.

Hinzu kommen noch die zivilrechtlichen Schäden, für die du aufkommen musst: für einen großen Einsatz und eine Räumung. Kann leicht eine sechsstellige Summe werden.

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Haftstrafe kann bis zu 3 Jahren, unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 5 Jahren betragen - ohne Bewährung. Aber auch eine hohe Geldstrafe wäre möglich.

Was auf jeden Fall noch dazu kommen würde: Die gesamten Kosten für den Einsatz hätte der Täter zu begleichen. Und bei einer Bombendrohung ist eben nicht nur ein Streifenwagen vor Ort.

So ein Einsatz kostet den Steuerzahler regelmäßig viele tausend Euro (mindestens im fünfstelligen Bereich, oftmals mehr)

Weiter kommen Schadenersatzforderungen auf den Täter zu.

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Die ist leider relativ gering. Aber man ist auch für die entstehenden Kosten des ganzen Einsatzes verantwortlich. Da kann man gleich Privatinsolvenz anmelden oder ggf. seine Eltern in ein großes Unglück stürzen...

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TheGrow 27.03.2016, 05:24

Da kann man gleich Privatinsolvenz anmelden

Diesen Gedankengang kann man gleich verwerfen.

Die Privatinsolvenz erstreckt sich nicht auf Schulden, die durch Begehung einer Straftat entstanden sind.

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ThommyHilfiger 28.03.2016, 13:11
@TheGrow

Danke für die ernsthafte Beantwortung einer lockeren Bemerkung...ehe Missverständnisse entstehen.

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Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe,in besonders schweren Fällen Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren (Paragraph 145 StGB). Allerdings muss man auch für alle entstanden Kosten aufkommen, das kann sehr schnell sehr viel Geld sein, wenn ein Großaufgebot an Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Spezialkräften kommt. 

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Die Haftstrafe wird so hoch nicht sein. Allerdings dürften die Schadenersatzforderungen und Polizeikosten derart hoch sein, dass du den Rest deines Lebens daran abzahlst. 

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Die Strafe wird so hoch sein, dass du bis zum Ende deines Lebens verschuldet bist und außerdem bestimmt ein Jahrzehnt im Gefängnis verbringen darfst.

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TheGrow 27.03.2016, 05:28

und außerdem bestimmt ein Jahrzehnt im Gefängnis verbringen darfst

Genau !!!! Gibt sicherlich auch ein Jahrzehnt Freiheitsstrafe???????

Hast Du mal in Strafgesetzbuch gesehen. Die Höchststrafe beträgt drei Jahre und nicht ein Jahrzehnt

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Der Knast ist das kleinste Problem, aber wenn du alleine die Verluste des Veranstalters bezahlen mußt, bist du für die nächsten 50 Jahre beschäftigt!

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Darf ich nach der Intention hinter der Frage mal nach einer Antwort fragen...

Wie kommt man gezielt auf so eine Frage?

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Internetzugriff 26.03.2016, 15:32

Ich hatte vorhin die Nachrichten angeschaut und gesehen wie die Sicherheitsmaßnahmen im Fussballspiel Deutschland gegen England verdoppelt wurden. Da kam mir dir Gedanke.

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Öffentliche Androhung einer staatsgefährdenden Straftat....
Der kommt nen paar jahre weg gehs mal googeln nebenbei muss er den einsatz bezahlen

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