Wie viel ist ein Menschenleben vor Gericht wert?

9 Antworten

Für fahrlässige Tötung eine Geldstrafe ist zwar nach § 222 möglich, aber relativ selten.

Ich denke Der Anwalt schätzt etwas gering. Und 10-15 Euro Tagessatz sind nur ein Einkommen in der GRöße 450,- Euro Job.

Bei dem Strafmaß kommt es auf den Grad der Schuld an (also wie fahrlässig war das verhalten udn auf ein eventuelles Fehlverhalten des Geschädigten.

Ich kann mir eine so geringe Geldstrafe nur vorstellen, wenn Ein Vater entweder zu schnell war, oder kein Licht anhatte. Sonst würde ich eher auf 9-15 Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung tippen.

3 Jahre wären übrigens kein Fahrverbot, sondern Entzug der Fahrerlaubnis mit Sperrfrist von 3 Jahren.

Hallo wfwbinder, das mädchen befindet sich nach meinen Informationen noch in Ausbildung, dewegen ist ein monatliches Einkommen von 400-500 € garnicht so abwegig.

Zum zweiten war mein Vater (laut polizeil. Gutachten) weder zu schnell noch fuhr er ohne Licht.

Bist du Jurist ? oder sind das nur Erfahrungsberichte !? Ich persönlich finde eine Freiheitsstrafe (auch zur Bewährung) heftig.

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@Schladde

Ich habe Jura studiert. Aus den Dingen, die ich in Strafrecht zu sehen bekommen habe sind Geldstrafen bei fahrlässiger Tötung schon seltener. Kommt aber auf das Gericht an.

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Die Art, wie du die Frage stellst, wird dem eigentlichen Thema nicht gerecht.

Es geht hier nicht darum, was ein Menschenleben wert ist.

Vielmehr geht es darum, eine der Tat und der Schuld angemessene Strafe zu finden.

Du schreibst ja selbst, das Mädchen hätte deinen Vater wohl übersehen und ihm aus Unachtsamkeit die Vorfahrt genommen.

Sei mal ganz ehrlich, hast du dich beim Fahren noch nie vertan und jemandem die Vorfahrt genommen? Ich denke, das passiert jedem Autofahrer irgendwann einmal. In den meisten Fällen geht es gut. Entweder passt der Gegenüber auf und bügelt den Fehler aus oder man hat einfach Glück.

In diesem Fall lief es unglücklich und es kam zum Zusammenstoß. Ich fahre selbst Motorrad und weiss, wie schnell man übersehen wird. Als Biker muss man da wirklich sehr auf der Hut sein, denn der einfache Fehler eines Anderen kann für einen selbst schnell tödlich ausgehen. Da muss man für die Anderen mitdenken.

Ob es nun sinnvoll ist, in einer solchen Sache als Nebenkläger aufzutreten, kann man sicherlich kontrovers diskutieren. Auf der einen Seite stelle ich mir die Frage, was es bringen soll, auf der anderen Seite weiss ich, dass dies die einzige Möglichkeit für euch ist, auf die Verhandlung Einfluss zu nehmen.

Die Strafe ist "nur" die strafrechtliche Aufarbeitung des Unfalls. Die 19-Jährige hat den Unfall nicht vorsätzlich verursacht und ist geständig. Das Strafmaß (120 Tagessätze zu je € 10 bis 15) bemißt sich an den Einkünften der Unfallverursacherin.

Besprich mit deinem Anwalt, ob ihr Schmerzensgeld beanspruchen könnt. Das wäre dann ein zivilrechtliches Verfahren. In diesem Prozess wird der Verlust des Menschenlebens für die Hinterbliebenen bewertet und ist unabhängig von den finanziellen Verhältnissen der Unfallverursacherin, da deren Versicherung eintreten muß.

Alles Gute für dich und deine Mutter!

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