Wie viel Geld kann ich als Schülerin nehmen?

11 Antworten

Das sollte im Auftrag des Hofbetreibers gemacht werden. Wenn ich das richtig versteh, ist das auch so gedacht?

Dann ist ja er verantwortlich, vor allem, weil Du ja noch minderjährig bist.

Aber was Deine Frage direkt betrifft: Ich finde, dir steht die Hälfte dessen zu, was von den Kindern verlangt wird. Zahlen diese also dem Betreiber 10€ pro Einheit ( wobei du nicht kleinlich sein solltest: wenn 30 Minuten Sitzlonge bezahlt werden, gerne auch etwas länger zum Putzen und Betüddeln dazugeben), bekommst du davon 5€...

Frag auch mal Deine Eltern, ob sie eine Rechtsschutzversicherung haben - in dem Falle könntest du auch mal dort eine kostenlose Beratung in Anspruch nehmen.

Auch an den Berufsreiterverband kannst du dich mit Deinen Fragen wenden. Die befassen sich auch mit Anliegen von Amateuren.

Besser ist es meist, man mahct so was im Auftrag eines Reitvereins. Da sind sowohl der Reitlehrer wie auch die Schüler über diesen versichert, und die schicken dich womöglich sogar erst mal auf ihre Kosten zu einem Lehrgang fur Trainerassistenten.

Zu deiner Frage direkt: Du kannst verlangen, was du möchtest. Die Frage ist, was man dir gibt. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis: Du möchtest Geld verdienen und also, dass Kinder bei dir reiten - die Kinder möchten bezahlbaren und guten Unterricht und nehmen den, wenn der Preis und die Leistung stimmt, vielleicht bei dir.

Allerdings gibt es da einige andere Dinge zu beachten:
Es ist sicherlich eine tolle Vorstellung, dass man als Kind / Jugendlicher anderen Kindern etwas beibringt. Aber: Was qualifiziert dich dafür, Reitunterricht zu geben? Nur weil du selbst jahrelang reitest und evtl. die Pferde kennst, heißt es ja nicht, dass du auch in der Lage bist, qualifizierten Reitunterricht zu geben. Und gerade das ist bei den Reitanfängern / jüngeren Reitschülern enorm wichtig - die haben eigentlich die besten Trainer nötig, damit die Grundlagen vernünftig vermittelt werden.

Auch die versicherungsrechtlichen Aspekte sind zu klären. Es ist unwahrscheinlich, dass Reitlehrer (unabhängig ob mit oder ohne Trainerschein / Qualifikation) in einem Reitbetrieb versichert sind. Bei den Betrieben, die mir bekannt sind, hat einer von zehn Betrieben eine solche Versicherung - diese sind nämlich teuer und lohnen sich nur in besonderen Fällen für die Betriebe. In einem Verein ist es etwas anderes - da kann es diese Versicherungen geben. Das sollte allerdings geklärt sein, bevor du damit beginnst. Passiert nämlich etwas und ein Kind verletzt sich, dann fällt zunächst die Schuld auf dich zurück - und zwar im Sinne einer fahrlässigen Körperverletzung. Wenn du nicht über eine Versicherung abgesichert bist, dann kommen sämtliche Ansprüche auf dich persönlich (oder dann eben deine Eltern) zu - und das kann sehr teuer werden (Krankenhauskosten, Behandlungskosten, Schmerzensgeld usw.). Da die Fürsorgepflicht und Aufsichtspflicht bei jüngeren Kindern strenger gesehen werden, stellt sich schnell auch die Frage, ob du überhaupt in der Lage warst, Unterricht zu geben... an dem Thema hängt also sehr viel dran und du solltest es vorher dringend klären. Und dabei geht es nicht nur um deine Haftpflichtversicherung (wenn deinen Reitschülern etwas passiert) sondern auch um deine Unfallversicherung und die deiner Reitschüler.

Zu guter Letzt: Sein Taschengeld aufbessern ist gut und schön. Wenn das in Form von Hausaufgabenhilfe oder durch Rasenmähen bei der Oma passiert, ist es das eine - Reitunterricht im "öffentlichen Raum" macht schnell auch das Finanzamt aufmerksam (insbesondere, wenn ein Verein oder Betrieb durch dich z.B. mit Schulpferden auch noch verdient und es angibt), so dass du plötzlich - auch als Schülerin schon - steuerpflichtig wirst.

Alles in allem kann ich dir nur raten, die Punkte genauestens abzuklären und dir dann zu überlegen, ob es eine gute Idee ist. Ich kann nur jeden davor warnen es zu tun...

Ok gut, danke für die wirklich sehr hilfreiche Antwort. Ich werde jetzt erstmal alles genau abklären!

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Musst du in deine Entlohnung auch die Versicherung, das Futter und sonstige Kosten für das Pferd miteinrechnen? Was machst du, wenn eines der Kinder runterfällt, oder das Pferd durchgeht?

Also das habe ich noch nicht abgesprochen aber auf einem anderen Hof (auf dem ich Reitunterricht genommen habe) war es so, dass die Kinder über den Hof versichert waren, also die Reitlehrer trifft keine Konsequenzen. Ich wollte diese Frage nur vorab klären, weil ich Angst habe, dass ich das beim Vorstellungsgespräch gefragt werde und dann etwas unrealistisches Antworte oder so...

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@GERequestrian

Nun ja, in den Genuss des Versicherungsschutzes kommst du unter Umständen nur, wenn dich der Reithof z. B. einstellt, ob du als sog. "Freelancer", den selben Schutz genießt, musst du unbedingt vorher erfragen, ansonsten wird es schnell heikel, wenn es zum schlimmsten kommt.

Aber als "Gehalt", kannst du dich z. B. an den Mindestlohn orientieren, dann hättest du zumindest eine Vorstellung.

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Ok. Ich werde auf jeden Fall nachfragen! Danke, dass du es angesprochen hast, denn das ist echt ein wichtiges Thema.

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Leider nichts :/
Ohne Trainer C schein (kostet glaube ich 1,500€, bin mir aber gerade nicht sicher) darfst du kein Geld für Reitstunden nehmen.
Für Theorie ja, aber nicht in der Praxis.
Weil wenn der Reiter stürzt bist du dran.
Und zu sagen 'ach, er/sie stürzt schon nicht' wäre mehr als dumm, auch der beste Reiter stürzt mal und jeder kann unglücklich fallen.

Zumindest wurde es mir so erklärt, als ich das gleiche vorhatte :/

Woher ich das weiß:Hobby – Interesse an jeglichen Fakten und Studien, stetiges lernen.

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