Wie viel GdB bei insulinpflichtigen Diabetiker?

5 Antworten

Nein, es gibt keine gesetzlichen Vorgaben. Stell einen Antrag, das Versorgungsamt wird nach Prüfung der Angaben einen entsprechenden Bescheid erstellen.

Der GdB beim Diabetes richtet sich individuell nach dem "Therapieaufwand". Das bedeutet, dass es ratsam ist, eine Kopie des Diabetestagebuches mit einzureichen, genau zu beschreiben, was Du alles tust um Deinen Blutzucker im Normalbereich zu halten. Dazu gehören sowohl die Häufigkeit der Blutzuckermessungen und Insulingaben, wie auch sportliche Betätigungen. Einer Typ II Diabetikerin wurde ein GdB von 50 zugesprochen, weil sie belegen konnte, dass sie einen erheblichen sportlichen Aufwand betreibt, um nicht spritzen zu müssen. Leider weiß ich das Aktenzeichen zu diesem Urteil nicht. Die Richtlinien haben sich insofern geändert, dass nicht mehr die schwere Einstellbarkeit des Diabetes und häufige Hyper- oder Hypoglykämien das Hauptkriterium sind, sondern der individuelle Therapieaufwand. Somit erhalten auch Diabetiker die viel für sich tun einen angemessenen GdB und nicht nur solche, deren HBA1C sehr hoch ist und die eventuell sehr ungesund leben.

Hallo dervolki,

Sie schreiben:

Wie viel GdB bei insulinpflichtigen Diabetiker?<

Antwort:

Grundlage für die Festsetzung einer Schwerbehinderung bzw. eines GDB "Grad der Schwerbehinderung" sind die versorgungsmedizinischen Grundsätze und die darin enthaltenen GDS/GDB-Tabellen!

Siehe hierzu z.B. unter folgendem Link:

http://www.versorgungsmedizinische-grundsaetze.de/GdS-Tabelle.html#Diabetes

Dort finden Sie detaillierte Abstufungen mit Zuordnung der GDB-Werte!

Es kommt aber immer auf den jeweiligen Einzelfall an und vor allem darauf, daß Ihre medinzinischen Nachweise/Arzt-/Entlassungsberichte möglichst glasklar, detailliert und aussagfähig Ihre einzelnen gesundheitlichen Leiden beschreiben. Oft bestehen weitere gesundheitliche Einschränkungen, welche ebenfalls glasklar beschieben werden sollten!

Im Idealfall lassen Sie sich von einem kompetenten Rechtsbeistand wie z.B. dem VDK oder einem anderen Sozialverband mit Sozialrechtsschutz (bereits außergerichtlich) Hilfestellung geben!

Link:

google>>vdk.de/kv-dresden/ID80311

Auszug:

Diabetes-Urteil

Änderung der GdB-Bewertung bei Diabethes aufgrund der Versorgungsmedizin-Verordnung vom 10.12.2008

Urteil vom 23.04.2009 - B 9 SB 3/08 R: GdB-Feststellung bei Diabetes

Nach jahrelangen Verhandlungen durch die Instanzen entschied das Bundessozialgericht eine differenzierte Neubewertung des GdB bei Diabetes mellitus. Die Versorgungsmedizin-Verordnung regelt entsprechend der durch das BMAS im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Verteidigung erlassenen Rechtsverordnung, die Verwaltung und Gerichte bindet.

Diabetes-Text Änderung (Versorgungsmedizin-Verordnung, Anlage b, 10.12.2008)

... GdB 30 bis 40 Die an Diabetes Erkrankten, deren Therapie eine Hypoglykämie auslösen kann, die mindestens einmal täglich eine dokumentierte Überprüfung des Blutzuckers selbst durchführen und durch weitere Einschnitte noch wesentlicher in der Lebensführung beeinträchtigt sind, erleiden je nach Ausmaß des Therapieaufwandes und der Güte der Stoffwechseleinstellung eine deutliche Teilnahmebeeinträchtigung.

GdB 50 Die an Diabetes Erkrankten, deren Therapie eine Hypoglykämie auslösen kann, die eine intensivierte Insulintherapie bzw. eine Insulinpumpentherapie durchführen und durch erhebliche Einschnitte gravierend in der Lebensführung beeinträchtigt sind, erleiden aufgrund dieses Therapieaufwandes eine wesentliche Teilnahmebeeinträchtigung. Eine intensivierte Insulintherapie liegt vor, wenn täglich mindestens vier Insulininjektionen erfolgen, bei denen die Insulindosis in Abhängigkeit von der folgenden Mahlzeit und der körperlichen Belastung selbständig variiert wird. Es besteht Dokumentationspflicht bezüglich Blutzuckermessungen und verabreichter Insulindosen.

Bitte beachten Sie, diese Angaben sind ohne jegliche Gewähr sowie erheben keinerlei Anspruch auf Aktualität und Vollständigkeit!

Sie tun in der Praxis sehr gut daran, sich per Rechtsbeistand unterstützen zu lassen!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

DH - wieder einmal eine sehr gut fundierte Antwort.

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