Wie viel darf man trotz Leistungsbezug verdienen?

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4 Antworten

Falls Du ALG II meinst - da sind monatlich 100 Euro frei, alles darüber wird prozentual angerechnet.

Ein Verfahren wird ja nur dann eingeleitet,wenn du bzw.ihr eurer Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen seid,also zum Beispiel eine Beschäftigungsaufnahme nicht mitgeteilt habt und somit ggf.Leistungen zu unrecht bezogen habt !

Ihr bzw.du musst dann erst einmal die zu unrecht bezogenen Leistungen zurück zahlen und ggf.noch eine Strafe zahlen.

Grundsätzlich darfst du von deinem Erwerbseinkommen 100 € Grundfreibetrag ohne Anrechnung auf deine Leistungen behalten,vorausgesetzt du hast auch min.100 € im Monat verdient.

Das gilt zum Beispiel für minderjährige Kinder,die das 15 Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Ab dem 15 Lebensjahr gelten dann die ganz normalen Freibeträge nach § 11 b SGB - ll

Grundsätzlich kannst Du soviel verdienen wie Du willst, Ziel auch des SGBII (Hartz IV) ist erstmal die Selbstversorgung nicht das Entgegennehmen von Sozialleistungen ....

Nebenverdienste in der Bedarfsgeminschaft sind anzuzeigen - steht in jedem Merklbatt und in jedem Antrag ...

da sheißt Deine Mutter hat vermutlich schonmal die Anzeigepflicht verletzt

Der Freibetrag beträgt in Deinem Fall 100,00 Euro ... d.h. alles was über 100,00 Euro hianusgeht wird angerechnet ... d.h, insoweit wird das Alg2 gekürzt ...

SGB II § 11b Absetzbeträge: "(2) Bei erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die erwerbstätig sind, ist anstelle der Beträge nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 bis 5 ein Betrag von insgesamt 100 Euro monatlich abzusetzen."

"(3) Bei erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die erwerbstätig sind, ist von dem monatlichen Einkommen aus Erwerbstätigkeit ein weiterer Betrag abzusetzen. Dieser beläuft sich

  1. für den Teil des monatlichen Einkommens, das 100 Euro übersteigt und nicht mehr als 1 000 Euro beträgt, auf 20 Prozent und

  2. für den Teil des monatlichen Einkommens, das 1 000 Euro übersteigt und nicht mehr als 1 200 Euro beträgt, auf 10 Prozent."

Gibt man sein Einkommen nicht unverzüglich an beim Jobcenter, greift StGB § 263 Betrug:

"(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Der Versuch ist strafbar."

Zur Höhe der Strafe bei Ersttätern siehe Wikipedia - Strafmaß.

Und zuviel gezahltes ALG II wird zurück gefordert werden laut SGB X § 50 Erstattung zu Unrecht erbrachter Leistungen.

Gruß aus Berlin, Gerd

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