Wie verzeiht Ihr jemanden, Wie fühlt sich dieses Gefühl an, Woher weiß ich, das ich wirklich verziehen habe?

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5 Antworten

"Wie mach ich das? Wie verzeihe ich den Deppen? In mir bleibt immer noch Wut und Frust. Aber ich möchte mit dem Thema ein für alle mal abschließen."

In erster Linie musst du dir selbst verzeihen. Mobbingopfer werden und sich als Mobbingopfer anbieten liegen eng beieinander. 
Du konntest die Situationen nicht handeln (ich sage nicht, dass ich es besser gekonnt hätte). Diese "Schwäche" musst du dir verzeihen.

Der andere wird Gründe gehabt haben. Dir sind sie zwar egal, aber es gibt sie. Wenn du ihn verzeihst, schiebst du sein Verhalten auf mögliche, plausible Gründe. Der Täter ist quasi selber Opfer seines Umfelds. Vielleicht wollte der Täter einfach nur nicht selber Opfer sein.

Du musst aber nicht dem Täter verzeihen. Dann wäre eine Variante, die dir den Blick auf die Zukunft erleichtern könnte die, dir bewusst zu machen, dass Geschehenes geschehen ist. Du wirst es jetzt nicht mehr ändern können. Du könntest dir sagen, dass es eine Art Lektion für dich war; etwas, das dich nur stärker gemacht hat.

Im Grunde verschwindet mit der Person sein Einfluss auf dein Leben, wenn du sein Einwirken auf dich nicht an deinem Charakter nagen lässt.

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Wer etwas verzeihen will - und ich rede hier nur von derben "Verstößen" -, der muss selbst mit dieser Sache durch sein. Sie darf ihn nicht mehr beschäftigen, wenn er sie abschließen will. Verzeiht er nur, um dem Protokoll zu genügen, ist das nur ein halbherziges Verzeihen. Das Geschehene wohnt weiter in seinen Gedanken und Gefühlen und kommt dann immer wieder hoch.

Wenn du den Mobbern wirklich verzeihen willst, darfst du keine Wut mehr spüren. Es sollte nicht mal Verständnis sein, von wegen, sie hätten es nicht besser gewusst, denn das stimmt nicht, oder Mitleid. Es sollte gar kein Gefühl sein, was dich noch bewegt. Sie sollten dir egal sein. Du würdest dann nur zeigen, dass sie dich nicht gebrochen haben.

Ich für meinen Teil verzeihe tiefe Verletzungen nie.

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"Verzeih mir!"

Kränkungen verzeihen und vergeben können ist wichtig für unser seelisches Wohlbefinden. Fast jeder von uns hat in seinem Innern ein paar "unerledigte Geschäfte". Aber wie kann man verzeihen? Verzeihen kann man mE nur sich selbst, sprich du musst den inneren Frieden finden und derjenigen Person vergeben. Vielleicht hilft der Artikel :

https://www.palverlag.de/Verzeihen.html

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Vielleicht verstehen die es auch nicht, was sie getan haben. Oder wie es sich anfühlt.

Ja, richtig erkannt!

Das Hauptproblem ist, dass wir verlernt haben wertfrei zu kommunizieren. Wir glauben eine Aussprache würde die Sache aus der Welt schaffen. Dabei übersehen wir, dass der Aktion meist eine Reaktion folgt. In aller Regel ein Angriff, mag er auch nur verbal sein.

Denn die Sätze beginnen immer mit: "Du hast ..." gefolgt von einer (Ver-)Urteilung. Das Gegenüber lässt nicht lange auf sich warten und quittiert den Angriff mit einem Gegenangriff. So entsteht ein Streit, den man eigentlich durch die Aussprache vermeiden wollte.

Das heißt, wir müssen lernen, wertfrei zu kommunizieren. Beginnen kann man damit, dass man die Sätze nicht in der Du-Form beginnt, sondern immer in der Ich-Form. Teile deinem Gegenüber mit, wie du dich fühlst, was du empfindest, wenn das und jenes passiert ist. Das Gegenüber weiß es nicht, was in dir vorgeht.

Es ist ein Unterschied, ob man sagt: "Du hast mich verletzt!", oder "Ich fühle mich verletzt!". das weibliche Geschlecht tut sich da viel leichter Gefühle mitzuteilen, während die Männer damit ein massives Problem haben. Sie glauben, sie würden Schwäche zeigen und als Loser dastehen. Dabei ist Schwäche zeigen und Fehler offen zugeben eine Stärke. Man(n) muss nur den Mut aufbringen, es zu tun.

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Kommentar von violatedsoul
15.12.2015, 18:05

Das Gegenüber weiß es nicht, was in dir vorgeht.

Wenn er es weiß und es trotzdem nicht in seinem ganzen Umfang versteht, und zwar wirklich, kann man 1000 Ich-Sätze bilden......ich hab noch keinen Täter erlebt, der wirklich begriffen hat, was er getan hat.

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Verzeihen heißt nicht vergessen oder etwas gut heisen.

Dieser Mensch hat es zu diesen Zeitpunkt nicht anderes gewusst, sonst hätte er anders gehandelt. Menschen die andere verletzen sind selbst sehr verletzt, aus welchen Grund auch immer. Sie geben nur den inneren Druck an andere (schwächere) ab.

Solche die gemobbt werden, müßen an ihren Selbstwert arbeiten um mental stärker zu werden. Gemobbt wir nicht der Dümmere, sondern der Schwächere.

Man hat verziehen, wenn es nicht mehr weh tut!

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