Wie verschieden sind die Verständnisse der Wahrheit von Wissenschaft und Religion?

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Was Wissenschaft und Religion als wahr erachten, kann beliebig verschieden sein, denn:

  • Religiöse Wahrheiten sind gefühlte Wahrheiten (einzuordnen als Meinung bzw. Überzeugung). Sie können von Religion zu Religion — ja sogar von Mensch zu Mensch — grundverschieden sein, in Summe also widersprüchlich.
  • Ganz anders wissenschaftliche Wahrheit. Hierunter versteht man bewiesene Wahrheit — sie kann nicht widersprüchlich sein.

Nebenbei: Nicht alles, was man zeitweise als wissenschaftliche Wahrheit einstuft, muss auch wirklich wissenschaftliche Wahrheit sein, denn: Auch Wissenschaftler machen gelegentlich Fehler, betrachten also etwas als Beweis, was gar keiner ist.

"Wahrheit" ist immer subjektiv. Wahrheit ist, was dir selbst der Ist-Zustand erscheint. Du formst deine Wahrheit einerseits aus dem, was dir deine Sinne mitteilen, aber zu einem großen Teil nimmst du Wahrheiten auch von anderen Quellen an. Was dir ein Freund, dem du vertraust, erzählt, ist damit ebenfalls meist eine Wahrheit, die du nur selten hinterfragst. Außerdem vertraust du auf den fachkundigen Rat von Spezialisten: wenn dir ein Arzt ein Medikament verschreibt, vertraust du darauf, dass er dir die Wahrheit sagt. Und selbst wenn du nur einen Raum betrittst, vertraust du darauf, dass der Architekt, der das Haus gebaut hat, etwas von Statik versteht und dass das Dach nicht über dir einstürzt.

Die Wissenschaft hat mit der Wahrheit also nur subjektiv zu tun. Ihr Ziel ist es nicht, "Wahrheiten" zu lehren, sondern mit ihrer Forschung Tatsachen beziehungsweise Fakten zu ermitteln und damit dem Ist-Zustand auf die Spur zu kommen. Dabei kann sich die Wissenschaft diesem Ist-Zustand immer nur annähern, einen Anspruch auf die alleinige Wahrheit erhebt sie nicht. Alle Belege, welche die Wissenschaft präsentiert, alle Theorien und Hypothesen müssen falsifizierbar sein. Damit wird gewährleistet, dass keine starren Dogmen geprägt werden und die wissenschafliche Forschung immer weitergehen kann. 

Anders als bei Religionen ist die Wissenschaft nichts weltanschauliches. Besonders fundamentalistische Religionen dulden auch noch in der heutigen Zeit oft keinen Widerspruch, halten nur sich selbst für wahr und alles andere für falsch, arbeiten dabei aber nur mit Behauptungen und mit Scheinbelegen - und sie vermitteln außerdem eine "Wahrheit", die nachweislich falsch ist. 

Wer aber seine Weltanschauung mit dem, was die Wissenschaft an Fakten liefert, vereinbaren und beides voneinander trennen kann, der kann gleichzeitig in der Bibel nach ethisch-moralischen Antworten für seine Lebensführung suchen, während er darauf vertraut, dass die Wissenschaft ihm Antworten darauf liefert, wie die Welt funktioniert - und aus beidem seine subjektive Wahrheit formen.

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Mathematische Wahrheit ist objektiv (und zeitlos wahr).

Ergo: Keineswegs alle Wahrheit ist subjektiv.

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Das hier ist erstens eine philosophische und weltanschauliche Frage. Und der Wahrheitsbegriff in der Philosophie ist grundsätzlich immer subjektiv.

Und zweitens ist die Mathematik eine Naturwissenschaft. Und in der Naturwissenschaft kann man sich der Wahrheit nur mittels Messwerten ANNÄHERN, aber diese niemals als zeitlos und wahr definieren. Das ist ein Grundsatz wissenschaftlichen Arbeitens.

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Wissenschaft befasst sich ausschließlich mit nachprüfbaren Dingen. Von Menschen erfundene Religionen sind zwar grenzenlos, aber vielfach einfach fantastisch.

Die Bibel als das Manifest des jüdischen und christlichen Glaubens erfasst sowohl die nachprüfbaren Dinge - wie die Wissenschaft - sie offenbart darüber hinaus aber auch die Dinge der unsichtbaren Welt und beweist ihre Zuverlässigkeit z.B mit dem Phänomen der Prophetie: im Buch Daniel der Bibel kannst du alles lesen von den Chaldäern über Meder und Perser, von dem Griechen Alexander dem Großen bis zum Römerreich, so wie du es in den heutigen Geschichtsbüchern aufgezeichnet findest.

Dass Israel nach fast 2000 Jahren der Zerstreuung in alle Welt am Ende wieder in seinem angestammten Land wohnen wird (1948), ist vielfach in der Bibel angekündigt. Und dass es von dort nie wieder verschwinden wird, kannst du als Probe aufs Exempel nehmen - obwohl es nach den Aussagen der Bibel noch schwere Zeiten erleben wird.

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