Wie verringert man seine Aufmerksamkeit / seinen Einsatz als Perfektionist?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Was du dir selbst auferlegt hast, kannst dir auch wieder selbst von dir nehmen.

Das bedeutet, du solltest zum Beispiel wie jemand, der am Tag 20 Zigaretten raucht, jeden Tag eine Zigarette reduzieren.

Versuche dir zu sagen, dass du keinen Marathon rennen musst, um ans Ziel zu kommen.

Oder anders ausgedrückt:

"Auf Deinem Weg durchs Leben laufe nicht nur, wo Du auch tanzen kannst."

Naja, das mit den Zigaretten ist ein schlechtes Beispiel - das ist nämlich ein Garant, dass es nicht klappt mit dem Aufhören ;)

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@musikuss78

Und warum nicht? Wie überall mit Süchten kommt es auf den Willen an.Also ist es ein gutes Beispiel. Man versucht etwas zu reduzieren, wovon man weiß, dass es einem auf Dauer nicht gut tut. Und wer etwas will, der geht es auch an und macht es auch und sucht nicht links und rechts nach Ausreden.

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@violatedsoul

Ich habe nicht gesagt, dass das Aufhören zu Rauchen eine schlechte Idee ist oder dass man nicht den Willen dafür haben kann. Ich sage nur, dass es kein guter Weg ist, das Rauchen schrittweise zu reduzieren. Das hat psychologische Gründe: Wenn Du beim Aufhören immer weiter die Möglichkeit hast, am Glimmstengel zu ziehen, wirst Du nicht aufhören. An dem Punkt, wo die Menge des Nikotins nicht mehr den Bedarf des Körpers/ der Psyche deckt, fängst Du einfach wieder an, mehr zu rauchen.

Da ist tatsächlich der »kalte Entzug« besser. Und am besten auch die Verknüpfungen (Kaffee, Essen, Sex etc.) umwandeln. Der Körper reagiert nur einmal - und das heftig. Wenn Du das überstehst, hast Du es hinter Dir.

Das Willens-Argument einem Drogensüchtigen zu unterstellen, zeigt aber auch, dass Du nie ernsthaft mit Zigaretten oder anderen Drogen zu tun gehabt hast ;) »Mit dem richtigen Willen schaffst Du es sicher« ist etwa so hilfreich, wie einem Depressions-Patienten zu sagen: »Lach doch mal« :D

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@musikuss78

Vertraue mir, ich weiß, was es bedeutet, von einer Sucht loskommen zu wollen. Ich hab mehrere Fälle in meiner Familie (gehabt).

Und deshalb weiß ich, dass kalter Entzug ist das Falscheste ist, was man machen kann.

Und als selbst jahrzehntelang Depressionserfahrende kann ich dir aus Erfahrung sagen, dass man es auch da mit festem Willen, Mut und Kraft schafft, sich zu einem großen Prozentsatz daraus zu befreien.

Resthänger werden immer bleiben. Aber ohne Willen zur Hilfe kommt da auch keiner alleine raus.

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@violatedsoul

Ich glaube, wir reden aneinander vorbei ;) Ich bestreite gar nicht, das Willen zu etwas führen kann. Ich bestreite aber, dass es bei bestehenden Krankheiten/ Süchten eine große Hilfe ist, so zu argumentieren.

Natürlich kommen viele depressive Menschen aus ihrer Situation wieder heraus - mit einer ordentlichen Therapie, die - ja - auch eine ordentliche Portion Willen erfordert. Aber: Wenn Du zu ihnen in ihrer depressiven Episode sagst, dass sie sich nicht so anstellen sollen oder mal fröhlich sein sollen, ist das destruktiv, weil sie sich nur noch mehr Vorwürfe machen (Teil der Krankheit: sich für alles die Schuld geben), dass sie eben nicht so sein können, wie man es von ihnen wünscht.

Genauso verhält es sich mit den Rauchern: Sagst Du zu ihnen, dass sie nur den Willen zum Aufhören haben müssen, werden sie sich nur fragen, warum sie eben nicht den Willen dazu haben und sie das Nikotin und andere Stoffe so unter Kontrolle hält.

Aber bitte: Schreibe ein Buch zu dem Thema oder gebe Kurse und schaue mal, wie viele das kaufen werden, wenn sie nur gesagt bekommen, dass sie nicht den Willen dafür haben ;)

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@musikuss78

Wenn du bestreitest, dass der feste Wille vorhanden sein muss, gerade bei Süchtigen, dann hast du leider keine Ahnung.

Man muss immer den ersten Schritt machen, ob nun viel weniger rauchen, weniger ungesund essen, weniger trinken - und weniger Perfektionist sein wollen.

Von 100 auf 0 geht zu großen Teilen in die Hose, auch wenn es einige wenige Ausnahmen gibt. Die Betonung liegt aber auf Ausnahme.

Von "sie sollen sich nicht so anstellen" hab ich nie etwas geschrieben. Auch nicht, dass jemand lachen soll, wenn ihm zum Heulen zumute ist. In dem Punkt sage ich immer, dass ich einen Grund zum Lächeln oder Lachen brauche. Ich persönlich bin als Weniglacher bekannt.

Süchtige wissen selbst, dass es ihr eigener Wille ist, der sie davon abhält oder anspornt, etwas zu tun oder zu lassen. Dass viele, gerade Alkoholiker, mehrere Anläufe brauchen, ist mir klar. Und ich bin die Letzte, die jemandem sagt, er versucht es nicht richtig.

Es braucht viele kleine Schritte, um am großen Ziel anzukommen.

Lege mir bitte nichts in den Mund, was ich nicht so gesagt habe. Ich bin wie gesagt nicht unbekleckert beim Thema "Süchte", ich sauge mir nichts aus den Fingern, was ich sage.

Es gibt davon abgesehen viele kluge Sprüche zum Thema Willen.

Einer davon geht so, ist von Mark Twain:

"Das Geheimnis, endlich anzufangen, besteht darin, die überwältigende Aufgabe in viele kleine Aufgaben herunterzubrechen und dann mit der ersten Aufgabe anzufangen."

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Den heiligen Gral hab ich leider auch noch nicht gefunden (bin selbst Perfektionist). Aber ein paar kleine Tipps kann ich Dir geben:

Kennst Du das »Pareto-Prinzip«? Eigentlich ging es mal um den Bodenbesitz von Italien, aber es wurde schnell erkannt, dass es sich auch im regulären Leben so verhält. Im Grunde geht es nämlich darum, dass Du in 80% der Arbeit in 20% der Zeit schaffst, und die restlichen 20% an Arbeit in 80% der Zeit. ;)

Dein erstes Ziel sollte es also sein, nur den ersten Teil zu bewältigen und die anderen 80% Zeit einfach als freie Zeit zu genießen. Mache es einfach mal als Experiment und Du wirst sehen, dass die Menschen auch mit 80% Deiner Arbeitskraft zufrieden sein werden.

Die andere große Hilfe für mich war, zu lernen, überhaupt mal »Nein« zu sagen. Du musst es nicht allen Personen Recht machen! Halse Dir nicht noch mehr Arbeit auf, als Deinem Körper und Geist gut tun, sondern befähige Dich selbst dazu, einfach auch mal Aufgaben abzulehnen.

Wer etwas will, findet (für sich) Wege, wer etwas nicht will, sucht (für sich) Gründe.

Ganz einfach.

Ansonsten meine Antwort auf deine Reaktion unten.

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Selbst Einstein erkannte das es kein Perfektionismus gibt und es der tot des Fortschrittes und Bildung wär.

110% von was... Man kommt nicht über 100% seiner Leistung hinaus... denn die max. leistung sind die 100%... man kann nur die leistungsgrenze erweitern.

ein Auto auf grader strecke wird auch nie schneller fahren als seine zulässige Spitzengeschw. - durch tuning kann man die Geschw.grenze aber steigern.

Da muss ich widersprechen, gerade beim Perfektionismus: Es gibt durchaus viele Momente, wo man mehr als 100% geben kann. Beispiel: Wenn mir hier eine Frage gestellt wird, könnte ich sie vielleicht perfekt beantworten, d.h. den Wünschen des Fragestellers zu 100% zu entsprechen. Da ich aber Perfektionist bin, gebe ich noch zusätzliche Informationen und Tipps - einen Mehrwert. Das sind dann die 10 oder 50% extra. Und Mehrwert wird gerade in der Leistungsgesellschaft Deutschland sehr geschätzt!

Dass es keine Perfektion gibt, da gebe ich Dir allerdings recht. Gerade Perfektionisten wissen, dass der Begriff sehr flexibel ist. Denn wenn man bei der vermeintlichen Perfektion angekommen ist, setzt man sich einfach neue, höhere Ziele und erklärt sie zum Perfekten. Plötzlich wird aus 150% wieder 100% - und man möchte noch mehr abliefern.

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